Norton 360 Deluxe im Test

Die neue Ära von Norton 360 ist angebrochen. Die bewährten Antiviren-Dienste von Norton wurden in der neuen Version mit dem LifeLock-Schutz vor Identitätsdiebstahl kombiniert. Trotz der Änderungen hinter den Kulissen hat sich die eigentliche Software auf den ersten Blick gar nicht so sehr verändert. Die grundlegende Norton-Benutzeroberfläche sieht seit 2015 ziemlich gleich aus – abgesehen von einigen kosmetischen Retuschen für ein modernes Design. Unter der Haube hat Norton jedoch weiter an seiner Malware-Erkennungstechnologie gearbeitet, um Sie auch vor neuen Sicherheitsbedrohungen zu schützen.

Preistipp: Norton 360 Premium für nur 21,99 Euro im PC-Welt Shop

  • Bewertung des Experten: 4,5 von 5 Punkten

  • Vorteile: Viele zusätzliche Funktionen, sehr guter Schutz

  • Nachteile: Die Auswirkungen auf die PC-Leistung sind in dieser Version höher

  • Kurzfazit: Norton 360 Deluxe hat sich im Vergleich zu den Vorgängerversionen nicht grundlegend geändert. Dennoch gibt es eine ganze Reihe zusätzlicher Funktionen wie Dark-Web-Monitoring und VPN-Zugang. Die Leistung bei der Abwehr von Sicherheitsbedrohungen ist hervorragend, auch wenn manche PCs bei der Ausführung der Sicherheitssuite an Ihre Belastungsgrenzen kommen.

Preis: Regulär kostet das Abo für Norton 360 Deluxe fürs erste Jahr 94,99 Euro bzw. 189,99 Euro im 2-Jahres-Abo, aber der Hersteller gibt immer wieder Rabatte für die ersten Abojahre. Aktuell kostet das 1-Jahres-Abo etwa 34,99 Euro im ersten Jahr (63 Prozent Rabatt) und das 2-Jahres-Abo kostet 89,99 Euro (52 % Rabatt). Abgesichert sind mit der Deluxe-Version jeweils fünf PCs, Macs, Smartphones und Tablets.

Im Norton-Produktportfolio gibt es einige Programme. Für uns ist Norton 360 Deluxe die beste Wahl in Bezug auf Preis, Leistung und Funktionen. Norton bietet zwar noch mit der Advanced-Version eine weitere Premium-Suite mit den zusätzlichen LifeLock-Funktionen an, aber für die meisten Menschen ist Norton 360 Deluxe die Empfehlung.

"Mein Norton“ ist der Launcher für das eigentliche Antivirenprogramm.

Merkmale und Dienste

Alle Norton 360-Suiten arbeiten mit zwei Hauptanwendungen. Die erste ist „Mein Norton“, ein Launcher für das eigentliche Antivirenprogramm, bekannt als „Gerätesicherheit“. Das Dashboard enthält weitere Funktionen, die in 360 Deluxe enthalten sind. Das sind im Einzelnen: „Dark Web Monitoring“, „Software-Updater“, „Secure VPN“, „Cloud-Backup“ mit 50 GB Speicher, „Passwort-Manager“ und „Kindersicherung“ – das ist einen Link zur Norton-Website. Seit Kurzem gibt es für rund 50 Euro einen Anti-Tracking-Service für das Surfen im Internet. AntiTrack blockiert Cookies und verhindert auch das Fingerprinting von Geräten.

Der Bereich „Gerätesicherheit“ umfasst fünf Bereiche: „Sicherheit“, „Internetsicherheit“, „Backup“, „Leistung“ und „Mein Norton“. Letzteres ist nur ein Weg, um zum „Mein Norton“-Startmenü zurückzukehren.

Der Bereich „Gerätesicherheit“ umfasst fünf Bereiche: „Sicherheit“, „Internetsicherheit“, „Backup“, „Leistung“ und „Mein Norton“.

Unter „Sicherheit“ starten Sie einen Scan mit einer Vielzahl von Optionen. Neben dem Schnellscan (die Standardeinstellung) gibt es einen vollständigen Systemscan, ein benutzerdefinierter Scan und eine benutzerdefinierte Aufgabe. Ist diese ausgewählt, werden auf Wunsch Schutzaktualisierungen geladen, temporäre Dateien im System entfernt, Datenträger optimiert und temporäre Dateien des Internet Explorers gelöscht. Das es den offiziell gar nicht mehr gibt ist das eine, dass andere Browser nicht unterstützt werden, das andere. Im Bereich „Scans“ können Sie auch den Norton Power Eraser ausführen. Er kann Bedrohungen beseitigen, die von regulären Scans nicht erfasst werden. Per Norton Insight legen Sie fest, welche Dateien bei einem Schnellscan untersucht werden sollen.

Die meisten Benutzer werden wahrscheinlich nur die Optionen für den Schnellscan und den vollständigen Systemscan benötigen. Dennoch ist es gut, dass alle diese Tools für den Benutzer leicht zugänglich sind. Neben den Scans finden Sie im Abschnitt „Sicherheit“ auch die „SafeCam“-Einstellungen, mit denen Sie bösartige Programme von Ihrer Webcam fernhalten können.

„Internetsicherheit“ muss nach der Installation erst eingerichtet werden, ist das erledigt, haben Sie Zugriff auf den „Passwort-Manager“, den „Kennwort-Generator“ und die kostenlosen „Browser-Erweiterungen“. Wie wir bereits erwähnt haben, belästigt Norton Sie nicht allzu sehr mit Benachrichtigungen zu seinen Funktionen. Allerdings werden Sie gelegentlich benachrichtigt, wenn Sie nicht alle Norton-Browsererweiterungen installiert haben.

Die wichtigste Erweiterung ist „Norton Safe Web“. Sie warnt vor bösartigen Websites und zeigt in Ihren Google-Suchergebnissen ein grünes Häkchen neben sicheren Websites und ein rotes X neben gefährlichen Websites an. Die anderen Erweiterungen „Norton Home Page“ und „Norton Safe Search“ sind für uns weniger wichtig und von Haus auch deaktiviert. Sie leiten die Standardsuche und die Startseite des Browsers auf die sichere Norton-Suche um. Es gibt auch eine Erweiterung für den „Norton Password Manager“. Die ist unerlässlich ist, wenn Sie das Norton-Tools zum Speichern all Ihrer Passwörter verwenden.

Die Datensicherung ist ziemlich einfach. Ist sie eingerichtet, werden Kopien wichtiger Dateien in der sicheren Norton-Cloud“ aufbewahrt. Falls Sie das nicht möchten, lässt sich das Backup auf einen lokalen Speicherplatz umstellen.

Die Datensicherung ist einfach. Speichern Sie Kopien wichtiger Dateien in der sicheren Norton-Cloud.

Die meisten der bereits erwähnten Extras zur Systemoptimierung finden Sie in Windows selbst oder in kostenlosen Programmen von Drittanbietern. Aber ja: Wenn Sie Norton 360 ohnehin kaufen, sind diese Funktionen halt mit dabei.

Praktisch: Das Tool zur Überwachung des Dark Web läuft über die Norton-Website. Fügen Sie wichtige Informationen wie Bankkonto- oder Kreditkartennummern, Telefonnummern, Adressen, Versicherungspolicen und E-Mail-Konten hinzu. Tauchen diese Daten in einer gehackten Datenbank im sogenannten Dark Web auf, wird Sie Norton LifeLock darauf hinweisen.

Die Kindersicherung von Norton 360 funktioniert gut. Wir haben ein Kinderprofil hinzugefügt und sind dann den Anweisungen zur Installation der Norton Family App auf dem Test-PC gefolgt. Anschließend konnten wir das betreffende Benutzerkonto für Windows 11 zu überwachen. In den Standardeinstellungen geschieht das für jüngere Kinder recht aggressiv. Norton filtert alle Suchanfragen und überwacht Video- und Webaktivitäten. Dazu werden Eltern informiert, wie die überwachten Geräte während der Schulzeit genutzt werden. Norton hat auch Funktionen zur Geräteortung hinzugefügt. Die neue Geofencing-Einstellung warnt Sie, falls etwa das Smartphone des Kindes einen vordefinierten Bereich verlässt.

Performance

Zur effektiven Bekämpfung neuester Bedrohungen integriert Norton einige neue Anti-Malware-Funktionen. Im vergangenen Jahr wurde die Anti-Malware-Skriptschnittstelle (AMSI) überarbeitet. Sie soll die Erkennungsleistung verbessern und die Wiederherstellung kompromittierter Dateien unterstützen. Außerdem werden fiese Hackertricks unterbunden. So konnte Malware bislang den Code eines legitimen Prozesses im Speicher ablegen und unbemerkt bösartigen Code einfügen.

Der Praxistest zeigt, wie gut der Norton-Schutz arbeitet: In der letzten beiden Testrunde von AV-Test erreichte Norton 360 jeweils eine Erkennungsleistung von 100 Prozent bei Zero-Day-Malware-Angriffen sowie die maximale Punktzahl beim Test auf weitverbreitete Viren und Malware.

Bei AV-Comparatives blockierte Norton 360 ebenfalls 100 Prozent der fingierten Schädlinge im Real-World-Protection-Test, bei 37 Fehlalarmen. Alles in allem sind die Schutzergebnisse hervorragend.

Bei unseren hausinternen Performance-Tests hat sich die Installation von Norton 360 insgesamt spürbar auf die Leistung niedergeschlagen. Der PCMark 10 Kreativtest fiel um 42 Punkte, nachdem wir die Ergebnisse von drei verschiedenen Durchläufen sowohl vor als auch nach der Installation der Norton-Software gemittelt hatten. Das Übertragen großer Dateien war mit Norton 360 etwa 90 Sekunden langsamer. Das Archivieren großer Dateien in einem ZIP-Archiv har 14 Minute länger gedauert – eine Stunde und vier Minuten gegenüber einer Stunde und achtzehn Minuten. Das Extrahieren aller archivierten Daten hat Norton 360 um vier Minuten verzögert. Der einzige Test, bei dem kein signifikanter Unterschied bei installiertem Norton festgestellt wurde, war der Handbrake-Test zum Konvertieren von Videoformaten.

Fazit

Norton 360 Deluxe ist eine sehr gute Sicherheits-Suite zu einem fairen Preis. Der Virenschutz arbeitet ausgezeichnet und unauffällig im Hintergrund. Die große Anzahl von Funktionen rechtfertigt den Kauf. Aber bedenken Sie: Die Verwendung von Norton auf einem PC der Mittelklasse oder einer niedrigeren Leistungsklasse wird die Leistung etwas bremsen. Aber in dem Fall hat Sicherheit ihren Preis.

Hinweis: Der Test stammt von unserer englischsprachigen Schwesterpublikation PC-WORLD.