AMD Radeon RX 6800 (XT) im Test.

Heute kommen die Grafikkarten AMD Radeon RX 6800 für 579 Euro und die RX 6800 XT für 649 Euro auf den Markt - also zumindest theoretisch. Am 8. Dezember sticht dann das neue Flaggschiff AMD Radeon RX 6900 XT für 999 Dollar in See, die es exklusiv nur von AMD im Referenzdesign geben soll. Alle Karten sind mit 16 Gigabyte GDDR6-Videospeicher ausgestattet und unterstützen Raytracing via DirectX 12 Ultimate. Die drei AMD-Modelle treten gegen die Nvidia GeForce RTX 3070, 3080 und 3090 an. So viel vorneweg: Bei der Spielleistung per Rasterisierung gibt es im High-End-Segment endlich wieder Konkurrenz für Nvidia, bei Raytracing muss AMD aber noch einmal nachbessern.

RDNA-2-Architektur im Detail

Infinity Cache bohrt Speicher-Interface auf: AMDs 6000er-GPUs binden die 16 GB Videospeicher lediglich über ein 256 Bit breites Speicher-Interface an. Mit den 16 Gbps schnellen Speicherchips kommt AMD so „nur“ auf eine Bandbreite von maximal 512 Gigabyte/s. Für eine 4K-fähige Grafikkarte ist das eigentlich zu wenig. Während Nvidia bei der RTX 3080 und RTX 3090 das Interface verbreitert und noch schnelleren GDDR6X-RAM einsetzt, löst AMD das Problem des Speichernadelöhrs mit einem kreativen Ansatz, dem Infinity Cache. Dabei handelt es sich um einen 128 MB großen Cache, der die benötigten Daten vorhält und so einen schnellen Zugriff ermöglicht. Die Funktionsweise ist dem L3-Cache in einer CPU sehr ähnlich. Nach Messungen von AMD kann der Infinity Cache die Speicherbandbreite der 6800er-Modelle mehr als verdoppeln (+117%). Der Infinity Cache hat zudem noch weitere Vorteile, er steigert die Rechenleistung pro Takt (IPS) und reduziert den Stromverbrauch des RAM-Interface.

Die AMD Radeon RX 6800 und die RX 6800 XT setzen auf die neu entwickelte RDNA-2-Architektur.

© AMD

Höhere Effizienz als Nvidia durch optimierte Architektur: Grafikkarten mit AMD-GPUs sind berüchtigt für ihren Stromhunger. Auch die 6800 und 6800 XT sind mit einer Leistungsaufnahme von bis zu 250 respektive 300 Watt keine Öko-GPUs, allerdings hat sich laut AMD die Energieeffizienz der RDNA2-GPUs gegenüber der Vorgänger-Architektur um beachtliche 54 Prozent erhöht. Die Messergebnisse mit unserem Referenzspiel Shadow of the Tomb Raider bestätigen das: Mit RDNA2 schafft es AMD erstmals mehr Rechenleistung pro Watt aus den Schaltkreisen zu kitzeln als Nvidia: Das Effizienz-Duell 6800 gegen 3070 gewinnt AMD mit 12 Prozent mehr Leistung bei 7 Prozent Mehrverbrauch. Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Duell zwischen der 3080 gegen die 6800 XT, die für 6 Prozent mehr Leistung 10 Prozent mehr Leistung aufwenden muss.

Höhere Taktraten durch effizientere Architektur: Die sehr gute die Energieeffizienz der RDNA2-Chips steckt AMD in die Taktraten der Grafikprozessoren. Im Vergleich zur Vorgänger-Generation 5000 sind hier bis zu 30 Prozent mehr Tempo drin. Maximal läuft die 6800 (XT) mit 2250 MHz, während Nvidia für die 3070 und 3080 nur mindestens 1725 sowie 1710 garantieren kann. Mit den hohen Taktfrequenzen schafft es AMD also trotz einer geringeren Anzahl an Recheneinheiten wie etwa den FP32-ALUs, bei der Leistung mit den Highend-GPUs von Nvidia konkurrieren zu können.

Hardware-Raytracing mit DirectX 12 Ultimate, aber noch keine KI

Raytracing, also die Berechnung von Licht und Schatten über die Strahlenverfolgung, beherrscht die RDNA2-Generation jetzt auch in Echtzeit über spezialisierte Recheneinheiten, die AMD „Ray Accelerators“ nennt. In jeder Compute Unit sitzt eine solche Einheit, sodass die RX 6800 auf 60 und die RX 6800 XT auf 72 Ray Accelerators zugreifen darf. Mit der Unterstützung von DirectX 12 Ultimate ist auch die Programmierschnittstelle für Echtzeit-Raytracing unter Windows vorhanden. Im speziellen ist das die Funktion DirectX Raytracing. Hinzukommen Variable Rate Shading, Mesh Shader und Sampler Feedback, alles Funktionen, über die Spiele-Entwickler Echtzeit-Raytracing effizienter programmieren können.

Da Echtzeit-Raytracing sehr viel Leistung kostet und bei höheren Auflösungen die Bildrate häufig die 60-FPS-Grenze unterschreitet, hat Nvidia mit Deep Learning Super Sampling (DLSS) eine Upscaling-Technik etabliert, die den Leistungshunger von Echtzeit-Raytracing spürbar dämpft - mit DLSS 2.0 geht das häufig sogar schon mit einem Qualitätsgewinn einher. An einer vergleichbaren Technik namens „Super-Resolution“ arbeitet AMD ebenfalls, sie soll Bestandteil des „Fidelity FX“-Pakets werden. Zum Start der RX-6000-Serie kann AMD die Funktion allerdings noch nicht anbieten. Hier lässt sich aktuell also keine Aussage treffen, wie gut die Super-Resolution der Bildrate Beine machen kann.

Ebenfalls noch nicht in die Hardware eingebaut hat AMD Recheneinheiten für Künstliche Intelligenz, die in Zukunft auch bei Spielen eine wichtigere Rolle spielen könnten. Nvidias Tensor-Cores hat AMD also bei RDNA2 noch nichts entgegenzusetzen. In der folgenden Tabelle haben wir alle wichtigen technischen Daten der RX-6000-Grafikkarten sowie der direkten Nvidia-Konkurrenz zusammengefasst:

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Grafikkarte

RX 6900 XT

RX 6800 XT

RX 6800

RTX 3090

RTX 3080

RTX 3070

Codename

Navi 21

Navi 21

Navi 21

GA102

GA102

GA104

Architektur

RDNA2

RDNA2

RDNA2

Ampere

Ampere

Ampere

FP32 Units

5120

4608

3840

10496

8704

5888

TMUs

320

288

240

336

336

192

ROPs

128

128

96

112

112

96

Infinity-/L2-Cache

128 MB

128 MB

128 MB

6 MB

6 MB

4 MB

Ray ACCs. / RT Cores

80 (1. Gen)

72 (1. Gen)

60 (1. Gen)

82 (1. Gen)

68 (2. Gen)

46 (2. Gen)

Tensor Cores

328 (3rd Gen)

272 (3rd Gen)

184 (3rd Gen)

GPU-Game-/Basistakt

2015

2015

1815

1410

1440

1500

GPU Boost-Clock (MHz)

2105

2250

2250

1695

1710

1725

FP32-Leistung

23,04

20,74

16,17

35,58

31,6

20,67

Videospeicher

16 GB GDDR6

16 GB GDDR6

16 GB GDDR6

24 GB GDDR6X

10 GB GDDR6X

8 GB GDDR6

Speicher-Interface

256-bit

256-bit

256-bit

384-bit

320-bit

256-bit

Speicherbandbreite

512 GB/s

512 GB/s

512 GB/s

936 GB/s

760 GB/s

448 GB/s

PCIe-Anschlüsse

2x 8-Pin

2x 8-Pin

2x 8-Pin

1x 12-Pin

1x 12-Pin

1x 8-Pin

TGP

300 W

300 W

250 W

350 W

320 W

220 W

Transistor-Anzahl

28,6 Mrd

28,6 Mrd

28,6 Mrd

28,3 Mrd

28,3 Mrd

17,4 Mrd

Die-Größe

505 mm2

505 mm2

505 mm2

628 mm2

628 mm2

393 mm2

Fertigungsprozess

7nm TSMC

7nm TSMC

7nm TSMC

8nm Samsung

8nm Samsung

8nm Samsung

UVP laut Hersteller

999 €

649 €

579 €

1.499 €

699 €

499 €

Referenzkarten-Design: Mit einer Länge und Höhe von 267 sowie 120 mm unterscheiden sich die Referenzkarten der RX 6800 und 6800 XT nur in der Breite von 2 respektive 2,5 Slots - für den etwas dickeren Kühlkörper. Die Frischluftzufuhr für den hochwertigen und sehr stabilen Metallkühler übernehmen drei 80-mm-Axiallüfter Die komplett geschlossene Backplate besteht aus Aluminium. Die zusätzliche Stromversorgung erfolgt über zwei 8-Pin-PCIe-Buchsen. An Anschlüssen stehen 2x DisplayPort 1.4, 1x HDMI 2.1 und 1x Typ-C zur Verfügung.

Der Zahlenvergleich mit synthetischen Benchmarks

Die rohe Rechenleistung der RX 6800 und der RX 6800 XT testen wir zunächst anhand von synthetischen Benchmarks, mit denen wir die gängigsten Programmierschnittstellen DirectX 11, DirectX 12 und OpenGL – dem Vorgänger von Vulkan – abdecken. Im ersten Test zeigt sich bereits, wo die Reise hingehen soll: Die RX 6800 ist in der Lage, die RTX 3070 knapp hinter sich zu lassen. Ihre größere Schwester die RX 6800 XT wiederum muss sich der RTX 3080 von Nvidia geschlagen geben. 

Ein anderes Bild zeigt sich im Test Fire Strike Extreme, welcher AMD Grafikkarten erfahrungsgemäß sehr gut liegt. Hier liegt die RX 6800 sogar in Schlagdistanz zur RTX 3080 und die RX 6800 XT kann es mit der RTX 3090 aufnehmen. Im OpenGL Test Superposition wendet sich das Blatt und die neuen AMD GPUs fallen auf das Niveau der RTX 2080 respektive RTX 2080 Super zurück. Neu mit an Board sind bei AMD die Ray Accelerator zur Berechnung von Raytracing in Echtzeit, was wir mit dem Benchmark Port Royale testen. Hier zeigt sich, dass sich Nvidias längere Erfahrung in diesem Bereich auszahlt und AMD nur mit der RTX 3070 mithalten kann, aber nicht an die RTX 3080 herankommt.

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3D Mark Time Spy Extreme Score

3D Mark Time Spy Extreme Graphics Score

3D Mark Fire Strike Ultra Score

3D Mark Fire Strike Ultra Graphics Score

Unigine Superposition 4K Open GL

3D Mark Port Royale

GeForce RTX 2070

4429

4240

5650

5463

6631

5463

GeForce RTX 2070 SUPER

4845

4745

6132

5928

7395

6070

GeForce RTX 2080

5032

4991

6712

6543

7782

6725

GeForce RTX 2080 SUPER

5362

5341

6905

6692

8416

7104

GeForce RTX 2080 Ti

6538

6762

8437

8258

10317

9088

GeForce RTX 3070

6506

6796

8697

8621

9959

8195

GeForce RTX 3080

8220

9092

11116

11066

12841

11598

GeForce RTX 3090

8968

10213

12571

12611

14542

13061

AMD Radeon RX 6800

6727

7072

10323

10510

7878

7529

AMD Radeon RX 6800 XT

7757

8459

12208

12560

8826

8975

Üppiger 16 GB Videospeicher für flüssiges 4K-Erlebnis?

Nvidia grenzt die RTX 3070 nicht nur durch zwei Gigabyte weniger Videospeicher, sondern auch durch den kleineren Grafikchip klar von der RTX 3080 ab. Damit richtet sich die RTX 3070 in erster Linie an WQHD-Gamer und ist für UHD-Gaming nur bedingt geeignet. AMDs Radeon RX 6800 und RX 6800 XT wiederum bieten beide 16 GB VRAM und liegen nicht nur beim Preis – 70 Euro Differenz – sondern auch bei ihrer Rechenleistung deutlich näher beisammen. Dadurch erreicht auch die RX 6800 in nahezu allen Spielen flüssige 60 Bilder pro Sekunde in UHD-Auflösung bei höchsten Grafik-Settings im Spiel.

Die AMD Radeon RX 6800 kann Nvidias RTX 3070 in UHD deutlich schlagen. Die RX 6800 XT und die RTX 3080 liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Das zeigt sich dann auch bei den Messergebnissen in 2160p. Der auserkorene Konkurrent der RX 6800 ist die RTX 3070 und diese kann man konsequent und teils sogar sehr deutlich schlagen. Nur in einem einzigen der elf von uns getesteten Spielen – Civilization VI – hat die Nvidia GPU knapp die Nase vorne. Im Schnitt kann sich die RX 6800 mit elf Prozent Vorsprung vor die RTX 3070 setzen und in zwei Spielen sogar die RTX 3080 schlagen. Unter 60 Bilder pro Sekunde fallen die FPS-Messungen der RX 6800 nur sehr selten. Wenn Sie sich in ein paar Spielen mit hohen statt den höchsten Einstellungen zufriedengeben, dann ist die RX 6800 uneingeschränkt UHD-tauglich bei Spielen mit der herkömmlichen Bilddarstellung per Rasterisierung.

Grafikkarten-Vergleich 2020: Die besten Gamer-GPUs im Test - mit Rangliste

Die RX 6800 XT wiederum hat gegenüber der RTX 3080 einen deutlich schwereren Stand, die beiden GPUs liefern sich ein wahrliches Kopf-an-Kopf-Rennen. Mal hat die AMD Grafikkarte die Nase vorne und mal kann Nvidia den Sieg davontragen. Im Schnitt über die elf getesteten Spiele trennt die beiden Grafikkarten nicht einmal ein halbes Prozent. Damit müssen sich die beiden Kontrahenten den zweiten Platz hinter der RTX 3090 teilen. In allen von uns getesteten Spielen lagen die avg-FPS-Werte der RX 6800 XT über der magischen Grenze von 60 Bildern pro Sekunde. Unsere ausführlichen Messergebnisse können Sie am Ende des Artikels finden.

Bereits in WQHD zum Teil im CPU-Limit

Dass moderne Grafikkarten sogar in WQHD zum Teil von der CPU ausgebremst werden können, hat sich bereits bei unserem Test der RTX 3080 und der RTX 3090 gezeigt. Selbst ein auf 5 GHz übertakteter Core i9-9900K sorgt dafür, dass die RX 6800 XT und auch die RX 6800 in 1440p nicht immer ihr volles Potential entfalten können. Dazu zählen Spiele wie Assassin’s Creed Odyssey, Civilization VI und F1 2019. Das hat dann zur Folge, dass die FPS-Messungen in diesen Spielen in Full-HD und WQHD quasi identisch ausfallen und man hier nicht mehr wirklich von einem Grafikkartentest sprechen kann.

In WQHD-Auflösung ändert sich am Gesamtbild quasi nichts. Die RX 6800 dominiert die RTX 3070 nach wie vor und die RTX 3080 liegt mit der RX 6800 XT gleich auf.

Am Gesamtbild ändert sich jedoch im Vergleich zu den UHD-Tests quasi nichts. In WQHD kann die RX 6800 die RTX 3070 sogar in allen elf Einzeltests schlagen und sich wieder mit elf Prozent Vorsprung absetzen. In den drei oben genannten Spielen Assassin’s Creed Odyssey, Civilization VI und F1 2019 liegt man auf einem Niveau mit der RTX 3080, was auf das CPU-Limit zurückzuführen ist. Die RTX 3070 wiederum läuft noch nicht in das Prozessor-Bottleneck, da die Rechenleistung nicht ausreicht. 

CPU-Benchmark 2020: Prozessoren im Vergleich-Test - mit Rangliste

Auch in WQHD bleibt es ein sehr enges Rennen zwischen der RX 6800 XT und der RTX 3080. In jeweils vier Spielen geht mal AMD und mal Nvidia als Sieger vom Platz, in drei weiteren Tests gibt es ein Unentschieden. Summa summarum liegt die RX 6800 XT ein gutes Prozent vor der RTX 3080, wobei man hier fairerweise eher von einem Unentschieden sprechen muss. Wenn die RX 6800 XT nicht von der CPU limitiert ist, dann liegen die FPS-Werte selbst in den anspruchsvollsten Spielen wie Borderlands 3, Metro Exodus oder Red Dead Redemption 2 bei etwa 100 Bildern pro Sekunde. Auch hier können Sie die genauen Werte am Ende des Artikels nachlesen.

Zu schnell für Full-HD

Wenn wir die Auflösung noch weiter reduzieren, dann führen wir den Grafikkartentest mehr oder weniger ad absurdum. Tatsächlich befinden wir uns öfter im CPU-Limit, als dass die GPUs ihre volle Leistung ausspielen könnten. Das zeigt sich dann auch am Gesamtbild, denn nicht nur die RX 6800 XT und die RTX 3080, sondern auch die RTX 3090 liegen nahezu gleich auf. Im gleichen Zug schrumpft dadurch der Vorsprung der RX 6800 auf die RTX 3070 auf nur mehr acht Prozent, da der Prozessor zu stark limitiert. Die genauen FPS-Werte können Sie am Ende des Artikels finden.

In Full-HD ist es schwierig noch von einem Grafikkartentest zu sprechen, da die CPU zu stark limitiert. Das zeigt sich unter anderem darin, dass die RX 6800 XT, die RTX 3080 und auch die RTX 3090 nahezu gleich auf liegen.

Weitere Tests mit Ryzen 9 5900X und Smart Access Memory

Nach vielen Jahren der Dominanz hat AMD mit der Veröffentlichung der Ryzen-5000-Prozessoren ( zum Testbericht ) Intel vom Gaming-Thron gestoßen. Unter anderen aus diesem Grund steht bei uns in Kürze ein Upgrade der Grafikkarten-Testplattform an. In diesem Test geben wir bereits einen kurzen Ausblick darauf, indem wir die RX 6800, die RX 6800 XT, die RTX 3070 und die RTX 3080 mit einem Ryzen 9 5900X auf dem MSI MEG X570 Godlike testen. Hierfür gibt es aber auch noch einen zweiten wichtigen Grund und der lautet Smart Access Memory.

Mit Smart Access Memory gewährt AMD dem Prozessor den vollen Zugriff auf den Videospeicher der Grafikkarte und verspricht dadurch mehr Rechenleistung.

© AMD

AMD führt mit den Radeon RX 6000 Grafikkarten nämlich ein „neues“ Feature ein namens Smart Access Memory, welches der CPU den vollen Zugriff auf den Videospeicher der Grafikkarte ermöglicht. Ganz so neu ist diese Funktion letztendlich aber nicht, da Prozessoren schon seit langem auf 256 MB VRAM der GPUs zugreifen können, die Neuerung ist jetzt letztendlich, dass AMD das Limit von 256 MB aufgehoben hat. Die technische Basis hierfür versteckt sich in den Spezifikationen von PCIe und heißt dort „Resizable BAR Support“. 

Günstigen Gaming-PC zusammenstellen: Die besten Hardware-Konfigurationen

Anfangs ist diese neue Funktion auf die Radeon RX 6000 Grafikkarten in Kombination mit einem Ryzen 5000 Prozessor und einem Mainboard mit 500er-Chipsatz beschränkt. AMD gibt jedoch an, daran zu arbeiten, in Zukunft auch weitere Hardware zu unterstützen. Konkurrent Nvidia hat auf die Ankündigung von AMDs Smart Access Memory bereits reagiert und will in Kürze ein ähnliches Feature per Software anbieten. Ab wann es erhältlich sein soll und welche Prozessoren und Grafikkarten unterstützt werden, gibt Nvidia jedoch nicht an.

Hinweis: Aus Zeitgründen gibt es hier nur Vergleichswerte zwischen der RX 6800, der RX 6800 XT, der RTX 3070 und der RTX 3080.

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

WQHD

Assassin's Creed Odyssey avg

Borderlands 3 avg

Civilization VI Gathering Storm avg

F1 2019 avg

Far Cry 5 avg

Forza Horizon 4 avg

Metro Exodus avg

Red Dead Redemption 2 avg

Shadow of the Tomb Raider avg

The Division 2 avg

AMD Radeon RX 6800

93

101

183

254

140

208

83

90

134

107

AMD Radeon RX 6800 XT

98

116

214

253

149

236

97

102

156

125

Nvidia GeForce RTX 3070

70

79

167

184

132

172

78

79

116

98

Nvidia GeForce RTX 3080

84

103

201

212

160

193

100

102

149

129

Sowohl die RX 6800 als auch die RX 6800 XT können in WQHD vom schnelleren Ryzen 9 5900X und dem Smart Access Memory zum Teil deutlich profitieren. Die RX 6800 ist dadurch in der Lage sogar die RTX 3080 in drei Spielen zu schlagen und liegt im Schnitt nur noch gute vier Prozent hinter Nvidias zweitschnellster Grafikkarte. Der Abstand auf die RTX 3070 wächst im gleichen Zug von elf auf knappe 18 Prozent an. Die RX 6800 XT wiederum kann die RTX 3080 jetzt in sechs Spielen schlagen und zieht nur noch in drei Spielen den Kürzeren. Im Schnitt wächst der Vorsprung von mageren ein Prozent auf gute sieben Prozent an.

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UHD

Assassin's Creed Odyssey avg

Borderlands 3 avg

Civilization VI Gathering Storm avg

F1 2019 avg

Far Cry 5 avg

Forza Horizon 4 avg

Metro Exodus avg

Red Dead Redemption 2 avg

Shadow of the Tomb Raider avg

The Division 2 avg

AMD Radeon RX 6800

60

55

130

146

87

139

53

57

71

56

AMD Radeon RX 6800 XT

65

65

153

172

100

162

62

64

82

66

Nvidia GeForce RTX 3070

50

45

116

105

73

119

50

52

62

52

Nvidia GeForce RTX 3080

60

61

146

145

98

144

66

69

84

73

In UHD fällt das Performance-Plus dann deutlich geringer aus, da besonders Spiele profitieren, in denen die CPU normalerweise limitiert und das ist in 2160p quasi nicht mehr der Fall. Nichtsdestotrotz können sich die beiden AMD Grafikkarten ein Stückchen weiter von der Konkurrenz absetzen. Der Vorsprung der RX 6800 auf die RTX 3070 liegt bei knapp 17 Prozent und auch die RX 6800 XT kann sich knapp drei Prozent vor die RTX 3080 setzen. 

Hinweis: Bei diesen Werten darf man aber auch nicht vergessen, dass Smart Access Memory aufgrund der Hardware-Limitierung anfangs nur sehr wenigen Nutzern zur Verfügung steht und dass Nvidia in Kürze eine ähnliche Funktion nachliefern will.

Raytracing auch ohne DLSS flüssig spielbar?

Vorab hat AMD nahezu keine Informationen zur Raytracing-Performance der RX 6800 und der RX 6800 XT bekannt gegeben, was darauf schließen ließ, dass man in dieser Disziplin Nvidia noch nicht das Wasser reichen kann. Das mag jetzt in erster Linie nicht nur an der reinen Raytracing-Leistung liegen, sondern vor allem daran, dass AMD aktuell keine Alternative zu Nvidias Deep-Learning-Super-Sampling (DLSS) anbieten kann. DLSS berechnet das Bild in einer niedrigeren Auflösung und skaliert es anschließend mittels künstlicher Intelligenz durch die Tensor-Cores der RTX-Grafikkarten auf native Bildschirmauflösung hoch.  Auf den Radeon RX 6000 GPUs ist kein Äquivalent zu den Tensor-Cores verbaut, nichtsdestotrotz hat AMD eine Funktion namens Super-Resolution angekündigt, das wohl eine ähnliche Funktionsweise wie DLSS haben soll. Wie AMD das Feature realisieren will und ab wann es verfügbar ist, verrät der Hersteller jedoch noch nicht.

Flotter RAM: So wichtig ist der Arbeitsspeicher-Takt für den Gaming-PC

Um einen besseren Vergleich zu ermöglichen, haben wir die RTX 3070 und die RTX 3080 sowohl mit als auch ohne aktiviertem DLSS getestet. Bereits in WQHD Auflösung zeigt sich, dass die AMD Grafikkarten je nach Spiel damit zu kämpfen haben, noch flüssige 60 Bilder pro Sekunde zu erreichen. Die reine Raytracing-Leistung der RX 6800 XT liegt dabei im Regelfall knapp oberhalb der RTX 3070, die RX 6800 fällt ein gutes Stück zurück. Bei aktiviertem DLSS ziehen die Nvidia Grafikkarten dann deutlich davon und erzielen bis zu 40 Prozent höhere FPS-Werte.

Hinweis:  Aus Zeitgründen gibt es hier nur Vergleichswerte zwischen der RX 6800, der RX 6800 XT, der RTX 3070 und der RTX 3080.

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WQHD

Battlefield V avg

CoD Modern Warfare avg

Control avg

Metro Exodus avg

Shadow of the Tomb Raider avg

AMD Radeon RX 6800

104

104

58

47

67

AMD Radeon RX 6800 XT

116

123

67

56

78

Nvidia GeForce RTX 3070 (ohne DLSS)

107

111

75

55

71

Nvidia GeForce RTX 3080 (ohne DLSS)

132

141

102

71

92

Nvidia GeForce RTX 3070 (mit DLSS)

107

112

85

65

121

Nvidia GeForce RTX 3080 (mit DLSS)

138

141

109

87

150

In Full-HD ist Raytracing mit den beiden neuen AMD Grafikkarten uneingeschränkt spielbar. In keinem von uns getesteten Spiel fallen die durchschnittlichen FPS unter 60. Doch auch hier zahlt es sich für Nvidia aus, dass man mit den RTX-3000-GPUs bereits die zweite Generation von RT-Cores einsetzt und auf mehr Erfahrung in diesem Bereich zurückgreifen kann. Die RX 6800 XT ist gerade so in der Lage die RTX 3070 in Schach zu halten, die RTX 3080 liegt in weiter Ferne und die RX 6800 ist ein gutes Stück abgeschlagen.

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FHD

Battlefield V avg

CoD Modern Warfare avg

Control avg

Metro Exodus avg

Shadow of the Tomb Raider avg

AMD Radeon RX 6800

131

138

88

66

95

AMD Radeon RX 6800 XT

146

161

98

78

109

Nvidia GeForce RTX 3070 (ohne DLSS)

139

153

120

76

104

Nvidia GeForce RTX 3080 (ohne DLSS)

156

184

132

96

125

Nvidia GeForce RTX 3070 (mit DLSS)

138

152

114

76

154

Nvidia GeForce RTX 3080 (mit DLSS)

166

183

128

100

166

Was auf jeden Fall auffällt, ist, dass die AMD Grafikkarten in Spielen, in denen nur wenige Raytracing-Effekte zum Einsatz kommen, noch ganz gut mithalten können. So kommt in Battlefield V mit Raytracing-Spiegelungen, in Metro Exodus mit Global Illumination und in Shadow of the Tomb Raider mit Raytracing-Schatten jeweils nur eine Funktion zum Einsatz. Control wiederum setzt auf all diese Funktionen vereint und hier fallen die AMD Grafikkarten dann ein gutes Stück zurück. In UHD brechen die FPS dann vollends ein, nur in Battlefield V und CoD MW schaffen die AMD Grafikkarten noch knapp über 60 FPS, in den anderen Spielen liegen die Bilder pro Sekunde nur noch zwischen 20 und 40 FPS. 

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UHD

Battlefield V avg

CoD Modern Warfare avg

Control avg

Deliver us the Moon avg

Metro Exodus avg

Minecraft avg

Shadow of the Tomb Raider avg

AMD Radeon RX 6800

60

60

39

19

24

15

36

AMD Radeon RX 6800 XT

67

70

45

22

30

18

43

Nvidia GeForce RTX 3070 (ohne DLSS)

63

63

50

27

29

30

36

Nvidia GeForce RTX 3080 (ohne DLSS)

83

83

70

37

40

42

52

Nvidia GeForce RTX 3070 (mit DLSS)

73

63

48

70

45

66

77

Nvidia GeForce RTX 3080 (mit DLSS)

95

83

66

90

62

105

102

An dieser Stelle müssen wir außerdem noch hinzufügen, dass es in Metro Exodus mit aktiviertem Raytracing immer wieder zu Treiberabstürzen kam. Von anderen Testern habe wir von ähnlichen Problemen in Watch Dogs Legion und Dirt 5 erfahren. Das darf natürlich nicht sein und lässt Erinnerungen an die Treiberprobleme der RX 5000 Grafikkarten zum Release wach werden.

300 Watt sind und bleiben 300 Watt

AMD hat bei der Präsentation nicht nur die gesteigerte Rechenleistung, sondern vor allem auch die verbesserte Energieeffizienz im Vergleich zu RDNA der ersten Generation hervorgehoben. Dabei fiel auch ein Satz, dass die RX 6800 XT „nur“ 300 Watt verbrauche und die Konkurrenz in Form der RTX 3080 mit 320 Watt doch deutlich schlechter dasteht. Diese Aussage halten wir für ziemlich überzogen, da 300 Watt immer noch 50 Watt mehr sind als beim ehemaligen Top-Modell, der RTX 2080 Ti. Außerdem stellen 300 Watt eine hohe Anforderung an das Kühlsystem der Grafikkarte und ein potentes Netzteil. Viele Interessenten der RX 6000 Grafikkarten müssen bei einem GPU-Upgrade jetzt im gleichen Zug ihr Netzteil aufrüsten. AMD empfiehlt für die RX 6800 ein Netzteil mit mindestens 650 Watt und für die RX 6800 XT 750 Watt.

Wir haben bei allen Spieltests die Leistungsaufnahme der beiden AMD GPUs mitdokumentiert und der Verbrauch liegt im Schnitt etwas unter den Werten, welche AMD als Verlustleistung angibt. In UHD liegt die RX 6800 in unserem Test je nach Spiel zwischen 225 und 235 Watt. Das größere Modell genehmigt sich mit im Schnitt 275 bis 285 Watt eine gute Ecke mehr. Der maximale Verbrauch liegt hier mit 256 Watt (RX 6800) und 316 Watt (RX 6800 XT) knapp oberhalb der Werte, welche AMD spezifiziert. 

Hinsichtlich der Energieeffizienz haben die Radeon RX 6800 und die RX 6800 XT hauchdünn die Nase vorne. Nichtsdestotrotz liegt die Leistungsaufnahme ziemlich hoch.

Für einen Vergleich mit den Grafikkarten der Konkurrenz haben wir uns das Spiel Shadow of the Tomb Raider ausgesucht. Der durchschnittliche Verbrauch der RX 6800 liegt hier bei 226 Watt und damit 15 Watt oberhalb der RTX 3070 mit 211 Watt – das entspricht sieben Prozent. Im gleichen Zug erzielt die RX 6800 jedoch 12 Prozent höhere FPS-Werte und schneidet dadurch bei der Energieeffizienz etwas besser ab. Die RX 6800 XT wiederum ist in Shadow of the Tomb Raider zwar sechs Prozent langsamer als die RTX 3080, nimmt aber im gleichen Zug mit durchschnittlich 280 Watt gute zehn Prozent weniger Leistung auf. Summa summarum sind beide AMD GPUs etwas energieeffizienter als ihre direkten Konkurrenten, aber der Vorsprung ist knapp.

Neues Kühl-Design – endlich weg vom Blower-Kühler

Beim Kühlkörper hat AMD einen wichtigen Schritt vollzogen und setzt nicht länger auf den überholten Blower-Kühler. Zwar ist das Design nicht so innovativ wie bei den RTX 3000 Founders Edition Modellen und es gibt auch keinen Flow-Through-Kühler, aber die Messwerte können sich durchaus sehen lassen. Das Äußere der beiden Grafikkarten ist identisch, sie sind exakt gleich lang und breit. Bei der Dicke wiederum setzt die RX 6800 XT auf ein 2,5 Slot Design, wohingegen sich die RX 6800 nur mit 2 Slots begnügt. Hinsichtlich der Ausmaße und des Gewichts liegt die RX 6800 XT knapp oberhalb der RTX 3080 Founders Edition. 

Um realitätsnah zu testen, haben wir für diesen Tests die gesamte Test-Hardware in ein be quiet! Pure Base 500 DX eingebaut. Der Intel Core i9-9900K war für diesen Test nicht übertaktet, sondern lief mit Standardtakt. Zur Kühlung der CPU kam ein be quiet! Dark Rock Pro 4 zum Einsatz. Zur Simulierung des Worst-Case-Szenario lasten wir sowohl die Grafikkarte als auch den Prozessor mittels FurMark und Prime95 zu 100 Prozent aus.

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

Grafikkarte

CPU-Temp

CPU-Clock

CPU-Power

CPU-Fan-RPM

GPU-Temp

GPU-Clock

GPU-Power

GPU-Fan-RPM

RAM-1-Temp

RAM-2-Temp

VRM-Temp

M.2-SSD-Temp

RTX 2080 Ti

81°C

4699 MHZ

142 W

1175 RPM

80°C

1452 MHz

258 W

2255 rpm

46°C

47°C

60°C

60°C

RTX 3070

81°C

4699 MHZ

141 W

1180 RPM

75°C

1619 MHz

218 W

2045 rpm

46°C

47°C

54°C

58°C

RTX 3080

89°C

4699 MHz

142 W

1275 RPM

73°C

1532 MHz

319 W

2745 rpm

43°C

45°C

60°C

58°C

RTX 3090

86°C

4699 MHz

141 W

1240 RPM

68°C

1499 MHz

349 W

1710 rpm

44°C

44°C

56°C

59°C

RX 6800

78°C

4699 MHz

141 W

1160 RPM

73°C

1921 MHz

244 W

1710 rpm

44°C

43°C

53°C

57°C

RX 6800 XT

80°C

4699 MHz

142 W

1150 RPM

76°C

1811 MHz

298 W

2030 rpm

44°C

44°C

54°C

55°C

Die RX 6800 erwärmte sich bei einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 244 Watt maximal auf 73 Grad Celsius, die RX 6800 XT erreichte maximal 76 Grad Celsius bei 298 Watt. Die Lüfter der RX 6800 drehten sich dabei mit bis zu 1710 rpm, die der RX 6800 XT mit maximal 2030 rpm. Damit lag die RX 6800 auf dem Niveau der RTX 3090 und die RX 6800 XT auf einem Level mit der RTX 3070. Zwar waren die beiden Grafikkarten aus dem geschlossenen Gehäuse hörbar, aber man hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass ein Düsenjet in unmittelbarer Nähe startet wie das noch bei den RX 5000 Grafikkarten der Fall war.

Drei unterschiedliche Leistungsprofile

Der Rage Mode von AMD bietet ohne manuelle Übertaktung etwas mehr Performance, was jedoch zu Kosten der Leistungsaufnahme geht.

© AMD

AMD bietet im Treiber der Radeon RX 6000 Grafikkarten drei unterschiedliche Profile für die GPUs an: Silent, Balanced und Rage. Durch diese Profile lässt sich eingeschränkt die Spannung steuern, welcher der GPU zugeführt wird und damit einhergehend der Takt und die Leistungsaufnahme, welche die Grafikkarte erreicht. Wir haben alle Tests mit dem Balanced-Profil durchgeführt, welches standardmäßig eingestellt ist. Wer sich ein möglichst leises System zusammenstellen will, kann auf den Silent-Mode zurückgreifen. Wenn man jedoch die maximale Leistung aus der Karte herauskitzeln will, ohne manuell zu übertakten, sollte man auf den Rage Mode zurückgreifen. Alle drei Profile sind laut AMD durch die Garantie abgedeckt. Konkurrent Nvidia bietet mittlerweile ein ähnliches Feature als Beta-Version an.

Preisliche Einordnung der beiden Grafikkarten

AMD ruft für die Radeon RX 6800 eine UVP von 579 Euro und für die Radeon RX 6800 XT von 649 Euro aus. Die RX 6800 ist damit um 80 Euro teurer als Nvidias RTX 3070 laut UVP, was einem Aufpreis von 16 Prozent entspricht, für den Sie in WQHD und UHD elf Prozent mehr Leistung – ohne Smart Acccess Memory – erhalten. Die RX 6800 XT wiederum kostet 50 Euro weniger als die Nvidia GeForce RTX 3080 laut dem Preis des Herstellers. Leistungsmäßig liegen die beiden Grafikkarten in allen drei Auflösungen gleich auf.

So weit so einfach, wären da nicht noch drei wichtige Punkte zu beachten: Raytracing, Verfügbarkeit und tatsächliche Preise bei den Händlern. Zu Punkt 1: Sowohl die RX 6800 als auch die RX 6800 XT liefern genug Rechenleistung, um in WQHD bei aktiviertem Raytracing mit höchsten Einstellungen flüssig zocken zu können. Wenn Sie jedoch auch in UHD mit aktiviertem Raytracing spielen wollen, oder mehr als 60 Bilder pro Sekunde anstreben, dann ist die Verwendung von DLSS und damit einhergehend eine RTX-Grafikkarte unumgänglich. 

Der vielleicht sogar wichtigere Punkt bei der Kaufentscheidung ist die Verfügbarkeit der Grafikkarten und der tatsächliche Preis, welchen die Händler verlangen. So ist Nvidias RTX 3070 seit über zwei Wochen auf dem Markt, ist aber nach wie vor schlecht erhältlich und kostet – Stand 18.11.2020 – mindestens 619 Euro. Das sind 120 Euro Aufpreis gegenüber Nvidias UVP. Bei der RTX 3080 sieht das Bild sogar noch schlechter aus: Nur fünf Modelle sind bei den Händlern überhaupt gelistet, das günstigste kostet 867 Euro, das sind 168 Euro Aufpreis gegenüber der UVP. 

Erste Aussagen von Händlern und Board-Partnern lassen darauf schließen, dass es um die Verfügbarkeit der Radeon RX 6800 und RX 6800 XT nicht besser bestellt sein wird. Wir gehen also davon aus, dass auch die AMD Grafikkarten in Rekordzeit ausverkauft sein werden und die Preise dementsprechend steigen werden. Mit einer Besserung ist wahrscheinlich erst nach dem Weihnachtsgeschäft zu rechnen. Da der Preis jedoch so eine wichtige Variabel bei einer Kaufempfehlung ist, können wir diese abschließend leider nicht treffen.


Unsere FPS-Werte auf einen Blick

Die AMD Radeon RX 6800 und die RX 6800 XT mussten einen umfangreichen Test-Parcours mit den unterschiedlichsten Spielen in den drei Auflösungen Full-HD, WQHD und UHD durchlaufen. Im folgenden können Sie all unsere Messwerte finden, die nicht bereits weiter oben zu finden sind:

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

Full-HD

Assassin's Creed Odyssey avg

Borderlands 3 avg

Civilization VI Gathering Storm avg

F1 2019 avg

Far Cry 5 avg

Forza Horizon 4 avg

Metro Exodus avg

Red Dead Redemption 2 avg

Shadow of the Tomb Raider avg

The Division 2 avg

GeForce RTX 2070

67

75

96

133

125

141

64

64

111

95

GeForce RTX 2070 SUPER

68

83

109

143

137

160

71

73

128

109

GeForce RTX 2080

76

88

114

153

145

169

84

79

138

115

GeForce RTX 2080 SUPER

77

95

118

159

147

174

86

83

144

124

GeForce RTX 2080 Ti

86

113

142

159

154

184

100

91

156

144

GeForce RTX 3070

82

110

143

162

153

184

97

93

157

140

GeForce RTX 3080

95

134

165

192

157

189

125

118

170

170

GeForce RTX 3090

102

136

167

191

155

188

130

126

173

173

Radeon RX 5700 XT

71

73

137

150

136

159

68

67

116

93

Radeon RX 6800

85

132

167

164

150

206

103

104

165

157

Radeon RX 6800 XT

86

149

165

167

154

219

120

119

178

179

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

WQHD

Assassin's Creed Odyssey avg

Borderlands 3 avg

Civilization VI Gathering Storm avg

Doom Eternal avg

F1 2019 avg

Far Cry 5 avg

Forza Horizon 4 avg

Metro Exodus avg

Red Dead Redemption 2 avg

Shadow of the Tomb Raider avg

The Division 2 avg

GeForce RTX 2070

56

51

96

158

107

95

113

51

53

80

69

GeForce RTX 2070 SUPER

60

59

109

170

110

102

130

58

58

89

73

GeForce RTX 2080

62

61

116

187

114

112

137

63

63

96

76

GeForce RTX 2080 SUPER

65

67

119

212

117

115

143

64

66

101

83

GeForce RTX 2080 Ti

73

82

143

252

134

135

159

80

76

119

101

GeForce RTX 3070

75

83

143

255

140

130

162

78

76

115

98

GeForce RTX 3080

89

109

164

341

156

153

169

104

98

146

122

GeForce RTX 3090

91

119

181

369

181

153

179

112

105

154

129

Radeon RX 5700 XT

60

52

136

166

119

100

129

55

53

79

60

Radeon RX 6800

86

97

161

286

157

140

178

85

85

128

106

Radeon RX 6800 XT

87

114

165

327

161

146

200

99

97

147

125

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

UHD

Assassin's Creed Odyssey avg

Borderlands 3 avg

Civilization VI Gathering Storm avg

Doom Eternal avg

F1 2019 avg

Far Cry 5 avg

Forza Horizon 4 avg

Metro Exodus avg

Red Dead Redemption 2 avg

Shadow of the Tomb Raider avg

The Division 2 avg

GeForce RTX 2070

38

27

84

89

70

48

74

31

34

41

36

GeForce RTX 2070 SUPER

40

32

99

96

73

55

88

35

37

47

39

GeForce RTX 2080

43

33

105

103

80

59

94

39

41

51

41

GeForce RTX 2080 SUPER

44

36

108

111

84

63

98

41

43

54

45

GeForce RTX 2080 Ti

48

45

129

141

90

77

113

51

52

66

55

GeForce RTX 3070

50

46

133

139

100

73

119

50

50

62

53

GeForce RTX 3080

59

64

139

193

126

98

140

69

67

85

67

GeForce RTX 3090

70

71

143

209

137

107

154

75

72

94

72

Radeon RX 5700 XT

37

28

95

92

74

52

83

35

34

40

33

Radeon RX 6800

60

54

123

151

131

87

127

54

55

70

56

Radeon RX 6800 XT

66

63

138

174

141

99

146

63

62

80

66