Router fürs Kabel-Internet im Test: AVM Fritzbox 6690 Cable

Die Fritzbox 6690 Cable für den Standard Wi-Fi 6 (802.11ax) ist der AVM-Router mit dem schnellsten WLAN-Tempo. Zumindest laut Datenblatt: Die Fritzbox für Kabelinternet kann über die Frequenz 5 GHz nämlich bis zu 4800 MBit/s erreichen. Damit ist sie auf dem Papier doppelt so schnell wie AMVs High-End-Router für die anderen Onlinezugänge, nämlich die Fritzbox 7590 AX für VDSL und die Fritzbox 5590 Fiber für Glasfaser.

Alle Router übertragen mit vier parallelen Datenströmen. Aber nur die Kabel-Fritzbox kann dabei für besonders hohes Tempo einen Funkkanal mit 160 MHz Bandbreite nutzen. Die VDSL- sowie die Glasfaser-Fritzbox müssen bei 160-MHz-Kanälen auf zwei MIMO-Streams zurückschalten, vier MIMO-Streams gehen nur mit 80-MHz-Kanälen – in beiden Fällen ist das maximal mögliche Tempo 2400 Mbit/s.

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Über die Frequenz 2,4 GHz herrscht dagegen Gleichstand: Alle Router schaffen 1200 MBit/s mit vier MIMO-Streams und maximal 40-MHz-Kanälen.

Internet-Verbindung

Das Kabel-Modem in der Fritzbox 6690 unterstützt den aktuellen Übertragungsstandard Docsis 3.1: Er erlaubt Download-Raten von bis zu 6 Gbit/s und ist die Grundlage für die aktuellen Gigabit-Tarife der Kabel-Provider. Wie beim Supervectoring der VDSL-Fritzboxen ist das besonders schnelle Modem aber kein Alleinstellungsmerkmal der High-End-Modelle: Bei den Kabel-Routern haben auch die Fritzbox 6660 und die Fritzbox 6590 ein Modem mit Docsis 3.1.

Der LAN1-Port überträgt bis zu 2,5 Gbit/s.

© Thomas Rau

Anschlüsse

Die Fritzbox 6690 Cable hat ein Standgehäuse: Auf der einen schmalen Seite finden sich alle Anschlüsse, auf der gegenüberliegenden die Status-LEDs und Bedienungsknöpfe. Anders als die Fritzboxen im liegenden Gehäuse, hat der Kabel-Router keine Aussparungen im Gehäuse für die Wandmontage.

Neben dem Modemanschluss für das Koaxkabel bietet die 6690 insgesamt vier LAN-Ports, einer davon überträgt mit 2,5-Gbit-Tempo, die anderen mit Gigabit-Ethernet.

Darüber sitzen zwei USB-Buchsen mit USB 3.2 Gen 1 (USB 3.0) für den Anschluss von externen Laufwerken sowie drei Anschlüsse für analoge Telefon- oder Faxgeräte. Zwei dieser a/b-Ports sind mit „Fon 1“ beschriftet, sie dürfen nicht gleichzeitig belegt sein: Insgesamt lassen sich also zwei Analoggeräte per RJ11-Kabel, TAE-Stecker oder dem beiliegenden RJ11-auf-TAE-Adapter an der Fritzbox 6690 nutzen. ISDN unterstützt die Kabel-Fritzbox nicht.

Die andere Gehäuseseite informiert über den Status der Fritzbox mittels der LEDs für Info, Connect, Fon, WLAN und Strom beziehungsweise Internetanschluss. Über die Taster WLAN und Connect lassen sich das Funknetzwerk des Routers aus- und einschalten sowie WLAN-Geräte per WPS und Smart-Home-Geräte per DECT verbinden.

Üblicherweise wird die DECT-Verbindung zumeist für Schnurlosetelefone genutzt – die Fritzbox 6690 Cable kann bis zu sechs unterstützen. Zu ihren Telefonfunktionen gehören unter anderem die SIP-Telefonie, fünf Anrufbeantworter, Rufumleitung, Konferenzen, Rufnummern- sowie Klingelsperre.

LEDs und Bedienungsknöpfe vorne am Gehäuse.

© Thomas Rau

WLAN-Test

Ihr Alleinstellungsmerkmal unter den Fritzboxen macht die 6690 Cable einsam: Denn eine passende Gegenstelle für ihre 4x4-Übertragung mit 4800 Mbit/s über 5 GHz gibt es von AVM nicht – auch der schnellste Fritz-Repeater 6000 liefert über seine beiden 5-GHz-WLANs jeweils nur 2400 Mbit/s. Das gleiche Problem besteht bei WLAN-Clients für Wi-Fi 6: Die meisten aktuellen Notebooks nutzen bei der 5-GHz-Übertragung zwar 160-MHz-Kanäle, arbeiten aber nur mit maximal zwei MIMO-Streams für ein theoretisches Top-Tempo von 2400 Mbit/s – so wie unser Test-Notebook Lenovo Legion 5 Pro.

Die zahlreichen MIMO-Streams der Fritzbox 6690 Cable beschleunigen aber Ihr Funknetz, wenn dort Geräte aktiv sind, die Multi-User-MIMO unterstützen. Die kann die Fritzbox dank MU-MIMO gleichzeitig statt wie üblich hintereinander bedienen.

Für den Test ist Fritz-OS 7.29 auf der 6690 Cable installiert. Zwar gibt es schon eine sehr weit gediehene Laborversion für die Kabel-Fritzbox, die finale Version von Fritz-OS 7.50 war bis Testende aber nicht verfügbar.

Das beste WLAN-Tempo bietet der ungestörte 160-MHz-Kanal über die 5-GHz-Frequenz.

Über 5 GHz verbinden sich die Fritzbox und das Test-Notebook mit der maximalen Link-Rate von 2400 Mbit/s, wenn sie maximal drei Meter auseinander stehen. Der zweite Mess-Rechner ist per 2,5-Gbit-LAN-Anschluss mit der Fritzbox verbunden, um die schnelle WLAN-Übertragung nicht auszubremsen: Und das ist wichtig, denn die 6690 Cable erzielt im Test auf die kurze Distanz rund 1400 Mbit/s. Ein sehr gutes Ergebnis, weil die Fritzbox die Bandbreite eines Gigabit-Kabelanschlusses ungebremst ins Heimnetz weiterleitet - aber trotzdem sind High-End-Router anderer Hersteller noch ein bisschen schneller.

Test-Ergebnis WLAN-Tempo

Das gleiche Urteil erhält das Testergebnis über 2,4 GHz: Die Fritzbox 6690 erreicht über die kurze Distanz rund 160 MBit/s. Aber andere Router holen aus der möglichen Brutto-Datenrate von 287 Mbit/s (2x2-Übertragung über 20-MHz-Kanal) etwas mehr Netto heraus.

Beim 5-GHz-Test über die weite Distanz von rund 25 Metern glänzt die Fritzbox 6690 dagegen uneingeschränkt: Sie schafft in der Spitze über 230 Mbit/s, der Mittelwert aller Tests liegt bei 223 MBit/s. Allerdings ist dafür etwas Geduld gefragt: Denn im Test nutzt die Fritzbox über 5 GHz zunächst den niedrigen Kanal 36, auf dem in unserem Test-Szenario noch zwei weitere WLANs aktiv sind. Kurze Zeit später schaltet sie auf den komplett ungestörten Kanal 108 und erzielt die Top-Transferwerte.

Wieder im Mittelfeld landet die Kabel-Fritzbox beim Test über 2,4 GHz auf die weite Entfernung: Rund 30 MBit/s sind weder besonders gut noch auffallend schlecht.

Die Fritzbox 6690 Cable unterstützt den WPA3-Transition-Mode.

Test NAS-Transfer

An eine externe USB-SSD überträgt die Fritzbox 6690 Cable bis zu 90 MB/s. Für einen Router mit USB-3.0-Anschluss ist das ein gutes Ergebnis. Allerdings profitieren andere High-End-Router wie die hauseigene Fritzbox 5590 Fiber für den Glasfaseranschluss von einer leistungsfähigeren CPU, die den Datentransfer beschleunigt. Die Dual-Core-CPU in der 6690 taktet mit maximal 2,5 GHz.

Test-Ergebnis USB-Transferrate

Leistungsaufnahme

Die Fritzbox gönnt sich im Ruhebetrieb mit einem per LAN angeschlossenen PC und einem per WLAN verbundenen Notebook rund elf Watt. Bei der WLAN-Übertragung nimmt sie knapp 18 Watt auf. Das ist ein üblicher Stromverbrauch für eine Fritzbox mit Modem – und angesichts ihrer Ausstattung noch einigermaßen niedrig im Vergleich mit High-End-Routern anderer Hersteller.

WLAN-Router: Wie wir testen

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AVM Fritzbox 6690 Cable

Test-Ergebnisse

Firmware im Test

Fritz-OS 7.29

WLAN-Tempo (in MBit/s): 5 GHz, kurze Entfernung

1401

WLAN-Tempo (in MBit/s): 5 GHz, weite Entfernung

223

WLAN-Tempo (in MBit/s): 2,4 GHz, kurze Entfernung

160

WLAN-Tempo (in MBit/s): 2,4 GHz, weite Entfernung

30

Leistungsaufnahme Ruhe (in Watt)

11,2

Leistungsaufnahme WLAN-Übertragung (in Watt)

17,6

USB-Transferrate in MB/s (Lesen, 400 MB)

43

USB-Transferrate in MB/s (Schreiben, 400 MB)

90

Latenz (in ms), Durchschnitt aus 5 Messungen

14

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AVM Fritzbox 6690 Cable

Ausstattung

WLAN-Standard

Wi-Fi 6

Frequenzen

5 GHz / 2,4 GHz

max. Tempo (in MBit/s)

4800 / 1200

max. Kanalbandbreite

160 MHz

MIMO-Streams

4x4

MU-MIMO

ja

Mesh-Unterstützung

ja

DFS

ja

Modem

Kabel (Docsis 3.1, bis zu 6 Gbit/s)

LAN

1x 2,5-Gbit, 3x Gigabit

WAN

-

USB

2x USB 3.0

Telefon

2x (RJ11 oder TAE)

DECT

ja (bis zu 6 Mobilteile)

Antennen

8 (intern)

Tasten

Connect, WLAN

LEDs

Info, Connect, Fon, WLAN, Power/Cable

Lieferumfang

Kurzanleitung, Zettel mit Werkseinstellungen, Netzteil (42 Watt), LAN-Kabel (1,50m), TAE-Adapter, Koax-Kabel (1,50m)

Garantie

5 Jahre