Die Drohne DJI Mini 3 Pro im Test

Bei der Mini-Drohnenserie von DJI ging es immer um das Gewicht, das zwingend unter 250 Gramm sein muss(te). Der Grund dafür ist einfach: In den Ländern der EU darf man eine solche Drohne ohne Registrierung oder Schulung fliegen. Man kann sie aus der Verpackung nehmen und ohne Papierkram oder zusätzliche Kosten legal fliegen. Und das ist es, was die Verbraucher schätzen.

Bisher musste man beim Kauf eines Mini-Modells einige Kompromisse bei der Ausstattung und Qualität eingehen. Denn bis zur DJI Mini 3 Pro gab es keine Hinderniserkennung und keine Möglichkeit, ein Motiv automatisch zu verfolgen. Das sind Standardfunktionen anderer DJI-Drohnen.

  • Bewertung des Experten: 4,5 von 5 Punkten

  • Vorteile: Hinderniserkennung, kann Objekte verfolgen (Active Track), hervorragende Video- und Fotoqualität

  • Nachteile: Relativ teuer, keine seitlich gerichteten Hindernissensoren

  • UVP: 739 Euro (nur Drohne), 829 Euro mit RC-N1-Fernsteuerung, 999 Euro mit DJI RC- Fernsteuerung

  • Kurzfazit: Der Kauf der Drohne muss gut überlegt sein. Aber die Mini 3 Pro ist die leistungsfähigste Drohne unter 250 Gramm, die wir bislang getestet haben. Die gebotenen Funktionen und die hervorragende Bildqualität rechtfertigen den hohen Preis und Pro-Zusatz im Namen.

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Aber jetzt erhalten Sie praktisch die Funktionen der ambitionierten Drohnen. Die Mini 3 Pro ist also ein großes Upgrade gegenüber dem Vorgänger. Aber kann sie den Zusatz „Pro“ rechtfertigen und ist sie den deutlich höheren Preis wert? Finden wir es heraus.

Funktionen & Design 

  • 4K@60 Video 

  • Vertikale Aufnahmen 

  • Dreidirektionale Hindernissensoren 

  • ActiveTrack 4.0 

Bisher erreichte die Mini 2 maximal 4K mit 30fps. Das war grundsätzlich in Ordnung. Die Qualität konnte aber nicht mit den schwereren, teureren Modellen von DJI mithalten. Jetzt nimmt die DJI Mini 3 Pro mit bis zu 4K und 60fps auf. Praktisch: Sie können die Aufnahme bei der Bearbeitung für einen noch flüssigeren, filmischeren Look „verlangsamen". Die Kamera kann auch in HDR aufnehmen, sofern Sie 24, 25 oder 30 Bilder pro Sekunde in jeder Auflösung ausgewählt haben.

Ebenfalls neu: Der Gimbal (motorisierte kardanische Aufhängung) kann die Kamera ins Hochformat drehen. Das ist für die Aufnahme von Porträtfotos und natürlich Videos besser. Beim Verbreiten in den sozialen Netzwerken müssen Sie Bilder und Videos nicht mehr auf das Querformat zuschneiden.

Die beiden anderen Highlights sind die Hindernissensoren für vorwärts, rückwärts und abwärts sowie die Unterstützung von ActiveTrack 4.0. Ein großer Kritikpunkt an früheren DJI Mini-Drohnen war das Fehlen eines Kollisionsschutzes. Er verhindert automatisch, dass die Drohne in Bäume oder andere Objekte kracht, während man sich auf die Aufnahme konzentriert. Obwohl es keine seitlich ausgerichteten Sensoren gibt, decken die sechs vorhandenen Sensoren einen guten Bereich um die Drohne ab. Dadurch kann die Mini 3 Pro automatisch fliegen, ein Motiv verfolgen und gleichzeitig Hindernissen ausweichen. Außerdem verfügt die Drohne über alle QuickShot-Modi: „Dronie“, „Helix“, „Rocket“, „Circle“, „Boomerang“ und „Asteroid“.

Per QuickShot drehen Sie lustige Videos, die etwa als Kugelpanorama hoch oben in der Luft beginnen, anschließend nach unten fliegen, um dann in der Mitte des Motivs zu enden.

Die gab es bei der Mini 2 noch nicht. Per QuickShot drehen Sie lustige Videos, die etwa als Kugelpanorama hoch oben in der Luft beginnen, anschließend nach unten fliegen, um dann in der Mitte des Motivs zu enden. Außerdem gibt es die MasterShots-Funktion. Sie führt eine Reihe von Manövern durch und hält dabei das Motiv in der Mitte des Bildes. So können Sie auf einfache Weise filmreife Sequenzen einfangen, ohne dass Sie dafür erst anspruchsvolle Flugkünste beherrschen müssen.

Einer der größten Kritikpunkte von Besitzern älterer Mini-Drohnen: Sie konnten kein Motiv automatisch verfolgen. Aber die gute Nachricht ist: Die DJI Mini 3 Pro hat nun ActiveTrack 4.0 an Bord. Sie können diese Funktion in zwei Modi nutzen: Trace und Parallel. Der erste Modus verfolgt das Motiv in einem konstanten Abstand, während der zweite Modus in einem festen Abstand und Winkel neben dem Motiv fliegt.
ActiveTrack ist Teil von FocusTrack, zu dem auch Spotlight 2.0 gehört. Es hält Ihr Motiv im Bild, während Sie die Drohne manuell steuern. Dazu gibt es Point of Interest 3.0. Ist die Funktion aktiviert, fliegt die Drohne automatisch in einem Kreis um ein Motiv.

DJI Mini 3 Pro

Vom Design her unterscheidet sich die DJI Mini 3 Pro völlig von seinen Vorgängern. Die vorderen Arme sind um 180 Grad drehbar, Die hinteren Arme lassen sich horizontal ausklappen. Der Akku lässt sich direkt in die Rückseite einstecken, ohne dass eine Abdeckung geöffnet oder geschlossen werden muss. Der Gimbal ragt vor der Drohne heraus und lässt sich um 60 Grad nach oben neigen. Das kann für bestimmte Aufnahmen nützlich sein, wenn man tiefer als das Motiv fliegt. Ein Beispiel dafür sind Aufnahme von sphärischen Panoramafotos. Im Vergleich zu anderen DJI-Drohnen, deren Gimbals in der Regel nur um 30 Grad nach oben geneigt werden können, gibt es viel weniger blinde Flecken am oberen Bildrand.

Die vorderen Arme sind um 180 Grad drehbar und die hinteren Arme lassen sich horizontal ausklappen.

Laut DJI sind die Arme und Propeller aerodynamischer, Das sorgt für eine etwas längere Flugzeit von bis zu 34 Minuten mit dem Standardakku. Der Windwiderstand wurde von 10,5 m/s beim Mini 2 auf 10,7 m/s leicht verbessert, bleibt aber auf Stufe 5.
Wie zuvor gibt es einen Micro-SD-Steckplatz und einen USB-C-Lade- beziehungsweise Transferanschluss. Außerdem besitzt die Drohne einen rund 1,5 GB großen internen Speicher. So können Sie immer noch Fotos machen und eine kleine Menge an Videos aufnehmen, falls Sie Ihre Micro-SD-Karte vergessen haben oder sie bereits voll ist.

Fernsteuerung

Bemerkenswert ist außerdem die neue Fernsteuerung DJI RC mit 5,5-Zoll-Touchscreen. Sie ähnelt der RC Pro, die DJI schon bei anderen Drohnen-Modellen mitliefert. Sie müssen also nicht mehr zwangsläufig Ihr Smartphone und die DJI Fly-App zur Steuerung der Drohne verwenden. Im günstigsten Paket der Mini 3 Pro wird der RC-N1-Controller mitgeliefert. 

Die Fernsteuerung ist mit einem 5,5-Zoll-Touchscreen ausgestattet. Sie müssen also nicht mehr zwangsläufig Ihr Smartphone zur Steuerung der Drohne verwenden.

Bei der DJI RC handelt es sich im Grunde um das gleiche System wie es die Kombination Smartphone und App bietet. Aber eben nur leichter zu bedienen und zu verbinden. Es gibt sogar eine dritte Möglichkeit: Sie kaufen die Mini 3 Pro ohne Controller und verwenden eine Fernsteuerung, die Sie bereits haben. Beachten Sie aber: Sie können keinen DJI RC Pro nutzen.

Im günstigsten Paket der Mini 3 Pro wird der RC-N1-Controller mitgeliefert.

Mit einer Helligkeit von 700 nits ist der Bildschirm der RC-Fernsteuerung unter den meisten Bedingungen brauchbar. Nützlich wäre indes eine Art Abdeckhaube, um das Display auch bei direktem Sonnenlicht abzulesen. Es gibt weitere (programmierbare) Tasten und zwei Jogwheels für die Steuerung der Gimbal-Neigung und der Kamerasteuerung. Außerdem besitzt der Controller spezielle Schultertasten für die Aufnahme von Fotos oder das Starten und Stoppen von Videos.

Unabhängig davon, welchen Controller Sie verwenden, nutzt die DJI Mini 3 Pro das O3-Videoübertragungssystem. Es ermöglicht eine 1080p30-Vorschau aus bis zu 12 km Entfernung. In städtischen Gebieten, in denen es starke Interferenzen gibt, reduziert sich diese Entfernung jedoch auf etwa 1,5 bis 3 km.
Wenn Sie das Bundle mit der DJI RC kaufen, können Sie die QuickTransfer-Funktion nutzen, um Videos und Fotos auf Ihr Smartphone herunterzuladen (mit der DJI Fly-App). Ohne PC lassen sich die Aufnahmen bearbeiten und teilen.

Leistung

Die DJI Mini 3 Pro hat nicht nur einen neu gestalteten Gimbal und kann im Hochformat fotografieren. Es gibt auch einen neuen, größeren Sensor für die Kamera. Die Angabe in Bruchteilen von Zoll ist nicht sehr hilfreich, da die meisten Menschen mit den Größenunterschieden wenig anfangen können.

Die Mini 3 Pro hat nicht nur einen neu gestalteten Gimbal und kann im Hochformat fotografieren. Es verfügt auch über einen neuen, größeren Kamerasensor.

Die Mini 3 Pro hat einen 1/1,3-Zoll-Sensor, der größer ist als der 1/2,3-Zoll-Sensor in der Mini 2 und der 1/2-Zoll-Sensor in der Air 2. Es ist aber kleiner als der 1-Zoll-Sensor der Air 2S. Einfacher ist es, diese Werte in die Fläche des jeweiligen Sensors zu setzen. Grob gesagt, sehen die beiden Sensoren folgendermaßen aus:

  • 1/2,3: 28,5 mm² 

  • 1/2: 31 mm² 

  • 1/1,3: 69 mm² 

  • 1: 116 mm² 

Je größer der Sensor ist, desto mehr Informationen (und Licht) erhält er. Das ist aus mehreren Gründen gut. Erstens sollte dies zu einer besseren Qualität in den frühen Morgenstunden, in der Dämmerung oder in der Nacht führen und zweitens den Dynamikbereich für mehr Details bei Licht und Schatten verbessern.

Unterstützt wird dies durch das f/1,7-Objektiv. Es hat eine größere Blende als die f/2,8-Objektive der Mini 2 und der Air 2. Auch ist der Fokus nicht wie bei der Mini 2 fest eingestellt. Sie können also auf das Display tippen, um auf ein bestimmtes Objekt zu fokussieren. Alternativ nutzen Sie den manuellen Fokus.

Die DJI Mini 3 Pro bietet großartige 4K-Aufnahmen mit vielen Details und anständige Farben. Und das sogar ohne das optionale D-Cinelike-Profil. Werden der Himmel und Lichter in kontrastreichen Szenen überstrahlt, sollten Sie ein paar Euro in einen Satz ND-Filter von DJI investieren. Durch die Reduzierung von 4K@60 auf 4K@30 lassen sich Videos in HDR aufzeichnen. Die Qualität bei schlechten Lichtverhältnissen ist sehr gut. Insbesondere in der Dämmerung sind hervorragende Fotos und Videos möglich.

Der Zeitlupenmodus mit 120 Bildern pro Sekunde macht immer dann Spaß, wenn man sich schnell bewegende Motive aufnimmt. Da er aber nur bei 1080p verfügbar ist, leidet die Detailgenauigkeit deutlich.

Der Single-Shot-Fotomodus nimmt Bilder mit 12 Megapixeln auf. RAW-Bilder lassen sich mit 48 Megapixel aufnehmen.

Der normale Single-Shot-Fotomodus nimmt Bilder mit 12 Megapixeln auf. Dies ist die gleiche Pixel-Binning-Technik, die viele Smartphones verwenden. Sie führt zu guten, detaillierten Fotos. Im 48-Megapixel-Modus nehmen Sie Bilder im RAW-Format (DNG) auf, um sie später in Photoshop zu bearbeiten.

Für Bilder mit höherer Auflösung kann die Mini 3 Pro sogar 180-Grad-Panoramen in horizontaler und vertikaler Richtung aufnehmen. Im horizontalen Modus nimmt sie mehrere Fotos auf und fügt sie - wie bei allen Panoramamodi - automatisch aneinander. Das Bild wird dann auf etwa 25 Megapixel komprimiert. 

Das Fliegen der DJI Mini 3 Pro unterscheidet sich nicht von dem anderer DJI-Drohnen. Die Steuerung ist extrem einfach. Die DJI RC hat einen Schieberegler, mit dem man schnell zwischen den Modi „Kino“, „Normal“ und „Sport“ wechselt. Diese Modi ändern einfach die Reaktionsfähigkeit der Steuerknüppel. Im Kinomodus haben große Bewegungen keine gravierenden Auswirkungen. Videos bleiben so ruckelfrei und sind so filmisch wie möglich.

ActiveTrack lässt sich gemeinsam mit der Hindernisvermeidung nutzen, um Ihnen oder einem Motiv zu folgen und dabei Ästen und anderen Dingen auszuweichen.

ActiveTrack funktioniert hervorragend, und die Hindernisvermeidung ermöglicht es, Ihnen (oder Ihrem Motiv) zu folgen und dabei Ästen und anderen Dingen auszuweichen.

Preis & Verfügbarkeit

Wie bereits erwähnt, gibt es beim Kauf eines Mini 3 Pro drei Optionen. Hier ist, was Sie bekommen und was sie kosten:

  • Mini 3 Pro (nur Drohne): 729 Euro  

  • Mini 3 Pro + RC-N1-Controller: 829 Euro 

  • Mini 3 Pro + DJI RC-Controller: 999 Euro 

Es gibt auch ein "Fly More"-Bundle, das jedoch nicht die Drohne enthält, sondern nur ein Zubehörpaket mit zwei Standardakkus, einem Drei-Wege-Ladegerät, einer Umhängetasche und zwei Sätzen von Propellern. Dieses Paket kostet 159 Euro.

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Fazit

Sie suchen eine brauchbare Drohne mit Hinderniserkennung, Motivverfolgung und 4K@60-Aufnahmen (oder in HDR)? Dann ist die Mini 3 Pro eine gute Wahl. Das geringe Gewicht bedeutet, dass Sie die Drohne sofort nach dem Auspacken fliegen können, ohne dass Sie eine Schulung absolvieren müssen oder die Kosten für die Registrierung zu tragen haben.

Ein weiterer Vorteil: Sie können auch vertikale Videos aufnehmen. Das ist ideal für TikTok-Ersteller oder andere soziale Medien, bei denen vertikale Videos ein Muss sind. Durch den hohen Preis gegenüber dem Vorgänger ist die Mini 3 Pro keine direkte Empfehlung. Sie besitzen bereits einen RC-N1-Controller? Dann können Sie die Drohne in der günstigsten Ausführung kaufen und Geld sparen.

Wichtiger Hinweis: Beachten Sie unbedingt die aktuelle Gesetzgebung zum Betrieb von Drohnen und die Versicherungspflicht! Einen guten Überblick der aktuellen Gesetzeslage liefert die Webseite Drohnen.de .