Kaufberatung: Die besten Smartwatches im Überblick

Wolfgang Emmer, Hans-Christian Dirscherl |
Apple, Fossil, Garmin, Huawei, Samsung, Yamay - Smartwatch-Hersteller gibt es reichlich. Unser Überblick zeigt, welche smarte Uhr am besten um Ihr Handgelenk passt.
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Auch mit Smartwatches hat man die Qual der Wahl. Hier die besten Kandidaten.

IDG

Ob Schritte zählen, Nachrichten lesen oder Musik abspielen - keine Frage: die Smartwatch ist das beliebteste Wearable. Wer sich überlegt, eine neue Smartwatch anzuschaffen, hat die Qual der Wahl: Betriebssysteme, Preise und Features unterscheiden sich oftmals beträchtlich voneinander. PC-WELT nimmt die beliebtesten Smartwatches unter die Lupe und schafft Überblick. Neben Android-Smartwatches und der Apple Watch mit WatchOS spielt auch Samsungs eigenes Betriebssystem Tizen hier eine Rolle.

Hinweis: Einen Smartwatch-Testsieger küren wir bewusst nicht. Zu verschieden sind die Anforderungen. Vielmehr steht der Feature-Vergleich im Fokus.

Samsung Watch: Die neue Samsung-Smartwatch optional mit LTE

Samsung hat am 10. August 2018 die Galaxy Watch vorgestellt. Es gibt sie als reine Bluetooth-Variante und mit LTE. In zwei unterschiedlichen Größen (42 mm und 46 mm) und in drei unterschiedlichen Farben: „Silver“, „Midnight Black“ und „Roségold“. Außerdem bietet Samsung wechselbare Armbänder an. Mit der LTE-Variante können Sie auch ohne ihr Smartphone unterwegs Anrufe entgegennehmen, Nachrichten versenden oder Musik hören, sowie Nachrichten, Erinnerungen und Wetterinformationen empfangen und ihren Kalender checken.

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Samsung Watch:

© Samsung

Hardware: Super-AMOLED-Touchscreen mit 1,2 Zoll oder 1,3 Zoll (bei der 46-mm-Variante) und 360 x 360 Pixel Auflösung, runde, drehbare Lünette. Wasserschutz bis 5 ATM - also bis rund 50 Meter Wassertiefe. Exynos-9110-Zwei-Kern-Prozessior mit 1,15 GHz Taktrate, Bluetooth 4.2, WLAN, NFC, A-GPS, Glonass sowie folgende Sensoren: Beschleunigungssensor, Lagesensor, Barometer, Pulssensor und Umgebungslichtsensor. Kabellos aufladbarer Akku.

Sie können ein Android-Smartphone ab Android 5 und ein iPhone ab Modell 5 und iOS 9 mit der Galaxy Watch koppeln.

Wir stellen die Galaxy Watch mit Bluetooth und LTE hier ausführlich vor.

Samsung Gear S3 - Solide Smartwatch mit Ausdauer

Samsung setzt bei seiner Gear S3 auf das hauseigene Betriebssystem Tizen. Ein Highlight der wasserdichten (IP68) und sauber verarbeiteten Uhr ist neben dem farbenfrohen 1,2 Zoll großen Amoled-Display (aus Gorilla Glass 3; Auflösung: 360 x 360 Pixel) und dem ausdauerndem Akku (380 mAh) die Steuerung. Das runde Display umrandet ein Ring. Dreht der Nutzer diese sogenannte Lünette, gelangt er zu einer der vorinstallierten Apps oder kann Nachrichten durchblättern.

Ein Zwei-Kern-Prozessor mit 1 Gigahertz treibt die Smartwatch an. Die Uhr unterstützt Bluetooth 4.2, WLAN 802.11 b/g/n und NFC. Neue Anwendungen lassen sich direkt aus Samsungs Gear-App-Store herunterladen und finden auf dem vier Gigabyte (davon rund zwei Gigabyte nutzbar) großen internen Speicher Platz.

Obwohl die Samsung Gear S3 auch mit dem iPhone und anderen Android-Smartphones zusammen funktioniert, erhalten Benutzer nur mit einem Samsung-Smartphone die volle Kompatibilität. Bemerkbar macht sich das beispielsweise bei der Synchronisation von Kalendereinträgen oder Erinnerungen.

Die Samsung Gear S3 gibt es in der Classic- und in der etwas moderneren Frontier-Variante. Sportler sollten sich die Samsung Gear Sport ansehen, die zwar Abstriche beim Akku macht, dafür aber mit einem besonders wasserdichten Gehäuse (5 ATM) Gehäuse auch Schwimmergebnisse tracken kann. Rund 300 Euro kostet die Gear S3.

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Die Frontier-Variante der Samsung Gear S3

© Samsung

Ausblick: Vermutlich ersetzt Samsung die Gear S3 bald durch die Galaxy Watch.

Apple Watch Series 3 - Ohne Smartphone connected

Telefonieren und Sprachsteuerung via Uhr sind spätestens seit der Apple Watch Series 3 Realität. So ermöglicht die LTE-Version der aktuellen Apple Watch dank integrierter SIM-Karte eine Kommunikation ohne Smartphone und WLAN.

Besonders spannend ist das im Zusammenspiel mit Siri. Mit dem passenden Sprachbefehl fügt die Sprachassistentin Erinnerungen hinzu, startet die Navigation oder öffnet neue Apps. Auch in Sachen Fitnessfeatures hat Apple einiges parat. Die überarbeitete Workout-App motiviert den User mit Fitnesszielen und ermöglicht es, Daten von Fitnessgeräten wie Cybex und Technogym einzuspielen. Darüber hinaus sehen Sportler dank des integrierten Höhenmessers nicht nur wie weit, sondern auch wie viele Höhenmeter sie zurücklegen. So mancher Sportler wird die Smartphone-Unabhängigkeit der Apple Watch 3 auch im Zusammenspiel mit Bluetooth-Kopfhörern wie den Air Pods zu schätzen wissen; beispielsweise beim Musikstreamen während des Joggens. Auch Schwimmen ist mit der Uhr möglich; Sporttauchen sollte man hingegen nicht (ISO Norm 22810:2010).

Apple verspricht durchschnittliche 18 Stunden Akkulaufzeit. Bei reiner Verwendung des LTE-Moduls sieht das schon wieder anders aus. Telefoniert der User nur über LTE, reduziert sich die Laufzeit auf rund eine Stunde.

Von rosa bis spacegrau - die Apple Watch Series 3 gibt es in den verschiedensten Farbkombinationen, von den unzähligen Armbändern einmal ganz abgesehen. Die GPS-Standardversion gibt es ab 369 Euro, die LTE-Version ist nochmal 80 Euro teurer.

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Der rote Punkt am Rädchen kennzeichnet das LTE-Modell

© Apple

Huawei Watch 2 – Allrounder-Smartwatch für Android-Fans

Genau wie die Apple Watch Series 3 setzt auch Huawei auf Autarkie. So gibt es die Huawei Watch 2 ebenfalls mit und ohne SIM-Kartenslot. Auch in Sachen Farbvielfalt und wechselbaren Armbändern gibt es eine Parallele, wobei Huawei hier Apple nicht das Wasser reichen kann.

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Die Huawei Watch 2 gibt es in fünf Varianten

© Huawei

Was die Basisfunktionen hingegen betrifft, steht die Huawei Watch 2 den Smartwatches von Samsung und Apple in nichts nach: Schicke Optik, wechselbare Armbänder und ein GPS-Sensor ist mit an Bord.

Im Vergleich zur Samsung Gear S3 monieren einige Nutzer jedoch die längeren Suchzeiten des GPS-Sensors. In Sachen Wasserdichte befindet sie sich auf dem gleichen Level (IP68). Händewaschen oder Duschen sollte also kein Problem sein. Hervorzuheben ist das hochauflösende OLED-Display mit Helligkeitssensor. Auch die Steuerung der Uhr mit dem Betriebssystem Android Wear überzeugt: So hinterlässt die Kombination aus Touch und den zwei Knöpfen am Seitenrand einen guten Eindruck.

Darüber hinaus spendiert Huawei seiner Uhr eine eigene Fitness-App, die verschiedene Trainingsmodi beinhaltet und zeigt, in welchen Pulsbereich man trainiert, wie viele Kalorien verbrannt werden oder welche Strecke man zurücklegt.

In Sachen Akkulaufzeit pendelt sich die Uhr im Mittelfeld ein. Je nachdem wie oft GPS und LTE aktiv sind, hält der Akku ein bis anderthalb Tage. Ab zirka 279 Euro gibt es die Standardvariante. Die LTE-Version kostet nochmal 50 Euro mehr.

Fossil Q Venture 3 - Elegante Technik für Damen

Schlicht, edel und dezent für das Damenhandgelenk - schon bei der Verpackung der Fossil Q Venture 3 fällt auf, dass Eleganz ganz oben auf der Liste der Macher der Fossil-Smartwatch stand.

Gesteuert wird die Smartwatch über das LED Touch Display und einen kleinen Knopf am Seitenrand. Als OS kommt auch hier Android Wear 2.0. zum Einsatz, sodass einem problemlosen Koppeln mit Android- oder iOS-Geräten nichts im Wege steht.

Auch in Sachen Features überzeugt die Uhr: Neben einer Anrufbenachrichtigung, einem Kalender und Funktionen für die Sprach- und Musiksteuerung des Smartphones ist auch ein Selbstauslöser für die Handykamera mit an Bord, der Selfie-Fans überzeugen soll. In der Kategorie Gesundheit und Fitness hat die Fossil Q Venture einiges zu bieten: von einer Schlaf-Funktion über einen Schrittzähler bis hin zum Kalorienverbrauchsmesser.

Dank spritzwasserdichter Bauweise (IP67) muss die Uhr beim Händewaschen das Handgelenk nicht verlassen. Tauchen sollte man hingegen nicht nicht. Rund 180 Euro müssen Käufer für die Fossil Q Venture 3 auf den Tresen legen.

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Fossil setzt auf Eleganz.

© Fossil

Yamay Bluetooth Smartwatch - Featureprotz für kleine Geldbeutel

Mit nicht einmal 40 Euro zieht die Yamay Bluetooth Smartwatch die Blicke auf sich. Sogar ein SIM-Karten-Slot ist in der Uhr verbaut. Und wäre das nicht schon genug, ist noch eine Kamera integriert. Mit ihren 0,2 Megapixel erinnern deren Fotos jedoch an die Aufnahmen der ersten Handykameras vor vielen Jahren.

Unter den zahlreichen Apps befinden sich ein Fitnesstracker, Taschenrechner, Kalender und viele weitere nützliche Helfer. Mit dem passenden Bluetooth-Headset lässt sich sogar - ganz ohne iPhone oder Android-Smartphone - über die Uhr Musikhören oder Telefonieren.

Wunder in Sachen Displayqualität sind in dieser Preisklasse nicht zu erwarten. Und auch ein Blick ins Menü zeigt, dass das Gesamtpaket aus Soft- und Hardware nicht so harmonisch wirkt wie bei der hochpreisigen Konkurrenz. Darüber hinaus verwendet die Uhr den veralteten und akkuzehrenden Bluetooth 3.0-Standard. Ebenso muss der Träger die Uhr beim Duschen abnehmen, da das Gebäude nicht wasserdicht ist.

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Von wem sich die Designer der YAMAY Bluetooth Smartwatch inspirieren ließen, sieht man deutlich

© Amazon

Garmin Fenix 5x - GPS-Navigationsuhr für Outdoorfans

Garmin adressiert mit seiner Fenix 5x klar Outdoor-Sportler. Sowohl das entspiegelte Display als auch das robuste Gehäuse bilden den Rahmen hierfür. Dazu gibt es eine durchdachte Quickfit-Sicherung für den schnellen Armbandwechsel. Diese lassen sich - ähnlich leicht wie bei der Apple Watch - ohne Werkzeug tauschen. Der Uhrenträger kann so je nach Anlass ein Leder- oder Silikonarmband (Sport) anlegen.

Dass die Uhr Sportliebhaber ansprechen soll, machen die eingebauten Sensoren und Features deutlich: Neben einem Kompass und Höhenmesser gibt es unter anderem einen Temperatur- und Beschleunigungssensor sowie ein GPS-Modul. Auf dem 14,4 Gigabyte großen internen Speicher hat reichlich lokales Kartenmaterial Platz. Weltweite Basiskarten sind bereits vorinstalliert. Weitere Karten für spezielle Outdoorzwecke lassen sich nachinstallierten.

Die Garmin Fenix 5x unterstützt von Trailrunning über Skifahren bis Rudern zahlreiche Sportarten. Die Ergebnisse bildet das hauseigene OS auf verschiedenen Widgets ab: von der Herzfrequenz über Trainingsstände, zurückgelegte Schritte bis hin zu Smartphone-Informationen wie Kalendereinträge oder verpasste Anrufe. Mehr Übersicht schafft die Smartphone App (Android und iOS). Übrigens: Auch Nachrichten zeigt die Garmin Fenix 5x an; Beantworten muss sie der Nutzer jedoch mit seinem Smartphone.

Für den stolzen Preis von 589 Euro bekommen Sportler eine intelligente Outdooruhr, die zwar die mit der höchsten Wasserdichte in unserem Vergleich (10 ATM) ist , allerdings keinen Touchscreen mitbringt.

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Mit den fünf Knöpfen lässt sich die Uhr steuern.

© Garmin

Smartwatches verdrängen Billig-Uhren und Fitness-Tracker

Nach einem leichten Einbruch in den ersten drei Quartalen 2017 zogen die Verkäufe der Schweizer Uhren im vierten Quartal wieder an.
© Statista

Smartwatches machen zunehmend preiswerten Quarz-Uhren sowie Fitness-Trackern Konkurrenz, die sie vermutlich mittel- bis langfristig großenteils verdrängen werden, sofern der Besitzer nicht Wert auf Datenschutz legt und deshalb weiter eine nicht mit dem Internet verbundene einfache Quarz-Uhren tragen möchte. Fitness-Tracker-Spezialist Fitbit hat den Trend erkannt und setzt seinerseits zunehmend auf die Entwicklung eigener Smartwatches.

Der größte Uhrenhersteller der Welt kommt mittlerweile aufgrund des Smartwatches-Boom aus dem Silicon Valley: Apple verkaufte im vierten Quartal 2017 mehr Uhren als die gesamte Schweizer Uhrenindustrie zusammen. Wobei das aber nicht bedeutet, dass die Hersteller klassischer Uhren – mechanisch oder mit Quarz-Batterie – am Ende sind, ganz im Gegenteil meldete zum Beispiel die Schweizer Swatch-Gruppe ein starkes erstes Halbjahr 2018. Und die Schweizer Uhren-Hersteller verkaufen auch keineswegs signifikant weniger Uhren als in den Vorjahren, sondern ihre Verkäufe konnten zuletzt wieder anziehen und blieben langfristig gesehen relativ stabil. Zudem gibt es neben der Swatchgruppe auch noch Uhren-Giganten wie die überwiegend auf Quarzwerke setzenden Japaner Citizen Watch, Seiko oder Casio sowie kleine, aber feine Anbieter wie das deutsche Nomos Glashütte, das ausschließlich mechanische Uhren fertigt. Smartwatches und hochpreisige mechanische Uhren richten sich an völlig unterschiedliche Käuferschichten. Mechanische Uhren sind handgefertigte und langlebige Schmuckstücke für gut betuchte Käufer, die ihre Uhren an Ihre Nachkommen vererben können; Smartwatches dagegen sind eher kurzlebige Massenware, die nach einigen Jahren zu Elektroschrott werden.

Rückblick: Hier noch ein Überblick über einige ältere Smartwatches, die bereits im Jahr 2016 erhältlich waren. Vielleicht können Sie die eine oder andere davon noch zum Schnäppchenpreis ergattern.