Multimedia-Notebook mit OLED-Bildschirm: Lenovo Yoga Slim 7 Pro im Test

Lenovo macht die Arbeit schön: Das Lenovo Yoga Slim 7 Pro will Profi-Anwender überzeugen, deren Anforderungen an ein schickes und flaches Business-Notebook über Word und Excel hinausgehen. Dazu bietet der 14-Zoll-Laptop einen leistungsstarken 8-Kern-Prozessor von AMD und einen beeindruckenden OLED-Bildschirm.

Die Optik des stabilen Aluminiumgehäuses im dunkelgrauen Design ist wenig aufregend, aber edel und businesstauglich. Immer im Mittelpunkt steht das Display: Der Deckel lässt sich weit um 180 Grad aufklappen, damit alle am Konferenztisch einen Blick darauf werfen können. Außerdem gestaltet Lenovo die seitlichen Ränder sehr schmal, um dem Bildschirm Raum zu geben: Das Screen-to-Body-Ration liegt bei 91 Prozent.

Links sitzen die beiden Typ-C-Anschlüsse des Slim 7 Pro.

© Lenovo

Oh, wie schön ist OLED!

Der OLED-Bildschirm zeigt eine Auflösung von 2880 x 1800 Pixel im 16:10-Seitenverhältnis: Das ist bei Business-Laptops inzwischen Standard. Die höhere vertikale Auflösung sorgt für Platz, um bei Tabellen und Texten, aber auch beim Surfen mehr Bildinhalt unterzubringen. Einen Schritt weiter geht zum Beispiel Microsoft, das bei den Surface-Geräten auf ein Seitenverhältnis von 3:2 setzt. Ist das Notebook wie im Fall des Slim 7 Pro aber auch für Multimedia gedacht, ist das 16:10-Verhältnis näher am optimalen 16:9-Format für Filme dran und deshalb ein guter Kompromiss. Ebenfalls gut für Multimedia: Die hohe Pixeldichte von 243 ppi sorgt für eine detaillierte Darstellung.

Die Messergebnisse des Lenovo Yoga Slim 7 Pro belegen, dass das Display optimal für Video- und Fotobearbeitung ist: Es erreicht eine Helligkeit von über 400 cd/qm und erfüllt damit die Vorgaben von HDR400. Außerdem ist es absolut gleichmäßig ausgeleuchtet. Wie bei OLED zu erwarten, sind Kontrast und Farbdarstellung großartig - der Farbraum Adobe-RGB wird zu 100 Prozent abgedeckt, auch die Farbtreue ist exzellent. Neben den üblichen 60 Hz unterstützt das Slim 7 Pro eine Bildwiederholrate von 90 Hz, was für eine flüssigere Darstellung beim Scrollen durch Webseiten oder bei schnellen Mausbewegungen sorgt.

Zwar gibt es Notebooks mit helleren und besser aufgelösten Displays - aber nicht in dieser Preisklasse. Achtung: In Modellen des Lenovo Slim 7 Pro für rund 1000 Euro sitzt ein IPS-Panel, das im Vergleich zur OLED-Variante eine deutlich reduzierte Bildqualität bietet.

Das stabile Aluminiumgehäuse ist weniger als 18 Millimeter hoch.

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Ryzen 7 mit 8-Kern-Power

Damit die passende Rechenleistung für Rendering sowie Foto- und Videobearbeitung bereit steht, steckt im Lenovo Yoga Slim 7 Pro trotz der niedrigen Gehäusehöhe von unter 18 Millimeter der leistungsfähige 8-Kerner AMD Ryzen 7 5800H mit 35 Watt. Ohne Einschränkungen geht das nicht: Der Lüfter ist im Test oft aktiv und vor allem bei hoher CPU-Last deutlich hörbar. Zudem erwärmt sich die Unterseite des Gehäuses an manchen Stellen auf über 50 Grad. Das wird aber nur dann unangenehm, wenn Sie den Laptop bei hoher Last länger auf den Oberschenkeln abstellen. An der Handballenablage und der Tastatur bleibt die Temperatur selbst dann unkritisch, wenn das Notebook intensiv arbeitet.

Im Gegenzug hält die Ryzen-CPU das Versprechen auf hoher Leistung: Im Cinebench R23 zum Beispiel zieht sie mit Intels 8-Kerner Core i7-11800H gleich und liegt sehr deutlich vor dem Intel Core i7-11370H mit vier Kernen. Auch in System-Benchmarks wie dem PC Mark 10 kann sich das Lenovo-Notebook gegen die Konkurrenz mit den beiden Intel-CPUs behaupten und einen Vorsprung von rund zehn Prozent herausarbeiten.

Die getestete Variante besitzt allerdings keine dedizierte GPU, sondern arbeitet mit der internen Prozessorgrafik Radeon Vega: Deshalb fällt sie bei Rendering und Videobearbeitung deutlich ab, wenn die Grafikkarte dem Prozessor Arbeit abnehmen könnte. Für diesen Einsatzzweck sind die Modelle des Slim 7 Pro mit Ryzen 9 5900HS und Geforce MX450 besser geeignet, die rund 300 Euro mehr kosten.

Im Intel-freundlicheren Benchmark Sysmark 25, der mit aktueller Produktiv-Software wie Office, Photoshop oder Premiere testet, ist der Rückstand des Slim 7 Pro mit knapp 20 Prozent gegenüber vergleichbar ausgestatteten Intel-Plattformen deutlicher. In diesem Test liegt es eher auf dem Niveau von Laptops mit einem Core i7-1185G7. Ein Lichtblick ist aber die gute Leistung der NVMe-SSD von Western Digital.

OLED belastet Akkulaufzeit

Die Kehrseite der leistungsstarken CPU und vor allem des OLED-Bildschirms zeigt sich im Akkutest: Das Slim 7 Pro schafft nur rund 8,5 Stunden. Das schränkt seine Mobiltauglichkeit trotz des geringen Gewichts von unter 1400 Gramm ein. Um die bei OLED akkubelastende Darstellung heller Bildinhalte etwas zu minimieren, empfiehlt sich der Dark Mode von Windows 11.

Reduziert sind beim Lenovo Yoga Slim 7 Pro auch die Anschlussoptionen: Am Gehäuse finden sich neben einer Kopfhörerbuchse nur zwei Typ-C-Ports und einmal Typ-A. Thunderbolt 4 läuft - wie bei AMD-Plattformen üblich - nicht über Typ-C: Doch es lassen sich Speicher mit 10-Gbps-Tempo anschließen (USB 3.2 Gen 2) sowie dank Displayport-Übertragung auch externe Monitore. Außerdem lädt das Lenovo-Notebook über Typ-C. Deshalb ist mindestens ein Typ-C-Port meist belegt - für den optimalen Einsatz am Schreibtisch lohnt sich daher eine Docking-Station. Der Typ-A-Anschluss auf der rechten Seite arbeitet mit USB 3.2 Gen 1.

Die Tastatur überzeugt mit einer klaren Druck-Rückmeldung und einem ordentlichen Tastenhub. Das Kuppeldesign der Tasten mit nach unten erweiterter Trefferfläche hilft, Tippfehler zu minimieren. Beim Testgerät stört lediglich die ungleichmäßig eingebaute Leertaste, die auf der linken Seite schnell und leise reagiert, rechts dagegen hörbar prellt. Das Qualität des Touchpad ist gut, im Detail Geschmackssache: Uns gefällt die sehr griffige Oberfläche und das überaus klare Feedback auf den Tastenklick. Andererseits könnten einige Nutzer auch finden, dass das Touchpad den Finger zu stark bremst und den Mausklick zu laut quittiert.

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DIE TECHNISCHEN DATEN

Lenovo Yoga Slim 7 Pro

Prozessor (Taktrate)

AMD Ryzen 7 5800H (Standard-Takt: 3,20 GHz, Turbo-Takt: bis zu 4,45 GHz; 8 Kerne / 16 Threads)

verfügbarer Arbeitsspeicher (eingebauter Arbeitsspeicher), Typ

14.198 MB (16.384 MB), DDR4-3200, nicht wechselbar

Grafikchip (Grafikspeicher)

AMD Radeon Vega (2 GB)

Bildschirm: Diagonale, Auflösung, Typ

14 Zoll (35.5 Zentimeter), 2880 x 1800, spiegelnd

Festplatte

NVMe-SSD WD SN730; 952,6 GB (nutzbar; PCIe 3.0 x4)

optisches Laufwerk

-

Betriebssystem

Windows 11 Home

LAN

nicht vorhanden

WLAN

WiFi-6 (2x2)

Bluetooth

Bluetooth 5.1

Schnittstellen Peripherie

1x Typ-A, USB 3.2 Gen 1 (rechts), 2x Typ-C, USB 3.2 Gen 2, DP 1.4, Power Delivery (links)

Schnittstellen Video

1x Webcam (für Windows Hello)

Schnittstellen Audio

1x kombinierter Eingang/Ausgang (rechts)

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GESCHWINDIGKEIT

Lenovo Yoga Slim 7 Pro (Note: 1,36)

Geschwindigkeit bei Büro-Programmen

100 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei Multimedia-Programmen

100 Punkte (von 100)

Geschwindigkeit bei 3D-Programmen

64 Punkte (von 100)

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BILDSCHIRM

Lenovo Yoga Slim 7 Pro (Note: 1,71)

Größe

35,5 Zentimeter / 14,0 Zoll

Auflösung

2880 x 1800 Bildpunkte

Punktedichte

243 dpi

maximale Wiederholrate

90 Hz

Helligkeit

401 cd/m²

Helligkeitsverteilung

99 %

Kontrast

maximal

Abdeckung Farbraum (in Prozent)

sRGB: 100 / Adobe-RGB: 100 / DCI-P3: 97

Abweichung Farbtreue (Delta-E)

0,81

Entspiegelung

gering

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MOBILITÄT

Lenovo Yoga Slim 7 Pro (Note: 3,75)

Akkulaufzeit: WLAN-Test / Mobile Mark 25

8:41 / 8:19 Stunden

Gewicht: Notebook (mit Akku) / Netzteil

1372 / 424 Gramm

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UMWELT UND GESUNDHEIT

Lenovo Yoga Slim 7 Pro (Note: 2,75)

Betriebsgeräusch: geringe /hohe Last

0,3 / 1,4 Sone

Temperatur unter Last: Unterseite /Oberseite

51,0 / 41 Grad Celsius

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ALLGEMEINE DATEN

Lenovo Yoga Slim 7 Pro

Internetadresse von Lenovo

www.lenovo.com/de

Preis (unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers)

1409 Euro

Garantiedauer

24 Monate