Seit das Home Office zur Routine geworden ist, rückt ein guter Multifunktions-Drucker für zu Hause wieder stärker in den Fokus. Er soll die Aufgaben im Drucken, Scannen und Kopieren verlässlich erledigen und gleichzeitig das Budget nicht übermäßig beanspruchen. Sicher finden Sie in diesem Vergleichstest zu Geräten bis 100 Euro ein passendes Modell. Für einen ersten Eindruck blättern Sie einfach durch die Bildergalerie. Was uns im Test der günstigen Ausgabegeräte für zu Hause aufgefallen ist, haben wir für Sie im folgenden Beitrag zusammengefasst.

Die derzeit herrschenden Unterbrechungen in den Lieferketten betreffen auch die günstigen Multifunktions-Drucker. Beachten Sie daher genau die Lieferbedingungen Ihres Wunschmodells. Da die Elektronikketten in den Filialen gerade verstärkt Rabattaktionen durchführen, empfiehlt sich ein Besuch vor Ort. So können Sie sich gegebenenfalls einen echten Preisvorteil sichern. Allgemein gehen die Preise jedoch auch bei Multifunktions-Druckern tendenziell nach oben. Wenn es nicht das top-aktuelle Gerät sein muss, können Sie mit einem Vorjahresmodell eventuell preislich punkten. Auch die Farbwahl des Gehäuses kann bares Geld wert sein: Oft sind weiße Gehäuse teurer als schwarze, obwohl es keine Funktionsunterschiede gibt - wie zum Beispiel beim Canon Pixma TR4650 , der als TR4651 in Weiß schon einmal mit rund 30 Euro mehr zu Buche schlagen kann.  

Crux bei Einstiegs-Kombis: Folgekosten für Tinte und Strom

Die getesteten Multifunktions-Drucker nutzen sowohl einzelne Tintentanks für jede Druckfarbe als auch Kombikartuschen, bei denen die Farben zwar in separaten Kammern, aber in einer Patrone untergebracht sind. Kombikartuschen haben den Nachteil, dass Sie die gesamte Patrone austauschen müssen, auch wenn nur eine Farbe leer gedruckt ist. Hier kommen Sie selbst mit XL-Kartuschen in der Regel nicht günstig weg. Das zeigen die von uns im Vergleichstest nach ISO-Norm errechneten A4-Seitenpreise: Sie liegen zwischen 4 und 6 Cent für die schwarzweiße und 7 bis 11 Cent für die farbige Seite. Dass Sie eine Schwarzweiß-Seite noch teurer kommen kann, offenbaren die Modelle HP Deskjet 2720 , HP Envy 6020 und HP Deskjet Plus 4120 : Für sie haben wir 8,9 beziehungsweise 8,7 und sogar 9,4 Cent errechnet.

Aber auch bei separaten Tintenpatronen sind die Seitenpreise in dieser Geräteklasse in der Regel happig. Denn grundsätzlich sind bei Einstiegs-Multifunktions-Druckern die einzelnen Kartuschen recht klein und somit mit geringer Füllmenge versehen. Wer etwas mehr druckt oder kopiert, wechselt schnell Tintentank um Tintentank. Auffallend hoch fällt der Farbseitenpreis beim Epson Expression Home XP-4100 mit 17,4 Cent aus.

Da selbst den Herstellern klar ist, dass die Folgekosten die Entscheidung für einen Budget-Multifunktions-Drucker erschweren, bieten Sie Programme für den günstigeren Nachschub mit Originaltinte an - Beispiele sind HP Instant Ink oder Epson Ready Print Go . In beiden Fällen müssen Sie sich registrieren und bekommen dann die Patronen zum günstigeren Preis nach Hause geliefert. Da die Programme nicht automatisch für jedes Druckermodell gelten, informieren Sie sich am besten vor dem Kauf, ob Ihr Wunsch-Kombigerät enthalten ist. 

Wer nun denkt, dass sich bei wenig Druckeinsatz und geringer Kopienanzahl im Monat ein günstiger Multifunktions-Drucker trotzdem lohnen könnte, muss noch etwas wissen: Sind die Geräte im Ruhemodus – also nicht komplett von der Stromversorgung getrennt, spülen sie in bestimmten Intervallen die Düsen oder führen eine Reinigung durch, sobald sie angesprochen werden. Dabei handelt es sich um einen Wartungsvorgang, bei dem sie Tinte verbrauchen, ohne verwertbare Ergebnisse auf dem Papier zu liefern. Das heißt für Sie: Auch wenn Sie den Drucker selten nutzen, zwingt Sie die Düsenreinigung eventuell schneller zu einem Patronenaustausch, als Ihnen lieb ist, da die Tintenreichweite hier ziemlich niedrig ist. 

Ein Wort zum Stromverbrauch

Grundsätzlich benötigen die kompakten Multifunktionsdrucker relativ wenig Strom. Allerdings sparen sich die Hersteller gerade im Einstiegsbereich oft einen sauberen Ausschalter. Die Folge: Die Kombidrucker ziehen auch dann Strom, wenn Sie den Ausschalter betätigt haben. Im Testfeld trifft das auf die Modelle Canon Pixma TS7450 , Epson Expression Home XP-4100 und HP Envy 6020 und HP Deskjet Plus 4120 zu. Die Multifunktionsdrucker gehen ausgeschaltet nur auf 0,2 oder 0,1 Watt, nicht jedoch auf 0 Watt - das ist schade. Abhilfe schafft hier nur, den Stecker zu ziehen, wenn Sie den Kombidrucker sicher nicht benötigen.

Dass es selbst bei sehr günstigen Geräten anders geht, zeigen exemplarisch die Modelle Canon Pixma TR4651 , Canon Pixma MX475 , Canon Pixma TR4551 oder HP Deskjet 2720 , die sich im Test ausgeschaltet komplett von der Energiezufuhr per Netzkabel trennen.

WLAN, Fax, Display - viel Ausstattung bei Einsteiger-Kombis

Es wäre ein Trugschluss zu glauben, Multifunktions-Drucker bis 100 Euro bringen stets wenig Ausstattung mit. Selbst auf Geräte mit Fax-Funktion müssen Sie hier nicht verzichten, wie besonders die getesteten Canon-Modelle zeigen. Die MX-Serie des Herstellers ist zwar durch die TR-Reihe ersetzt worden, das Fax bleibt aber auch dort Teil der Ausstattung - etwa beim Canon Pixma TR4551 oder dem Nachfolgemodell Canon Pixma TR4651 . Diese Multifunktionsgeräte können zusätzlich mit automatischem Vorlageneinzug punkten.

Auch die Ausstattungsvariante mit ADF, aber ohne Fax-Funktion ist möglich, wie sich an den Kombigeräten Canon Pixma TS7450 und HP Deskjet Plus 4120 zeigen lässt. Bei letzterem Modell macht der Hersteller sogar einen Kompromiss und lässt den Fax-Versand über die App HP Smart zu. Die Funktion nennt sich mobiles Fax und ist eigentlich kostenpflichtig. Allerdings können Sie sie ohne Mehrkosten ausprobieren, denn in der ersten Jahreshälfte 2021 steht der Service kostenlos zur Verfügung. Beim genannten HP-Modell verlängert er sich sogar auf bis zu zwei Jahre.

Auch auf den automatischen Duplex-Druck und ein grafisches Vorschau-Display müssen Sie in dieser Gerätekategorie nicht verzichten. Beide Features bringt etwa der Epson Expression Home XP-4100 mit. Allerdings sind manuelle Anleitungen im Treiber fürs doppelseiteige Drucken und Schrift-Displays in dieser Preisklasse eher die Regel - wie etwa beim Canon Pixma TS3151 . Das genannte Modell zeigt im Display sogar nur die Anzahl der Kopien an - das ist ziemlich mager.

Wer drahtlos drucken möchte, findet WLAN bei allen Multifunktionsdruckern der Top 10 integriert. Es gibt allerdings noch Modelle ohne die Drahtlosschnittstelle. Achten Sie darauf, wenn die Anschaffungspreise deutlich unter 50 Euro (Straßenpreis) liegen. Gleichzeitig bieten alle Hersteller Apps zum Drucken, teils auch zum Scannen an. Wer vom Mobilgerät drucken will, ohne eine App zu installieren, wählt entweder den Dienst des Hersteller - etwa HP ePrint oder Epson Connect - oder im Mobilgerät integrierte Services wie Apple Airprint und Mopria. Allerdings beherrschen nicht alle Kombidrucker automatisch auch alle Standards.

Extras wie Karteneinschübe für den Direktdruck ohne PC sind bei den Multifunktionsdruckern bis 100 Euro inzwischen selten bis gar nicht mehr zu finden. Wenn tatsächlich ein Slot vorhanden ist, nutzt er SD als Kartenformat.

Test-Fazit: Wer wenig zahlt, muss Kompromisse eingehen

Bei Einstiegs-Multifunktions-Druckern müssen Sie insbesondere bei Tempo und Qualität mit einigen Defiziten rechnen. So sind die Scan-Einheiten zwar für Alltagsaufgaben durchaus geeignet, allzu hohe Ansprüche an die Tiefenschärfe dürfen Sie jedoch nicht stellen. Ärgerlich finden wir, dass beispielsweise die HP-Modelle Deskjet 2720 und Deskjet Plus 4120 eine A4-Vorlage am unteren Rand stark abschneiden. Es fehlt ihnen außerdem der Randlosdruck bei Fotos.Über das Druckbild müssen Sie sich aber auch hier wie bei den anderen Testkandidaten keine Sorgen machen.

Über das Arbeitstempo aber schon: Die Arbeitsgeschwindigkeit sinkt besonders dann deutlich, wenn Sie von Normalpapier auf eine andere Papiersorte wechseln und gleichzeitig die Auflösung erhöhen.Dann ist genauso Geduld gefragt wie bei mehrseitigen Farbdrucken mit Grafiken sowie im Fotodruck.

Ärgerlicher als die Kompromisse bei Tempo und Qualität bleiben jedoch die Seitenpreise. Gerade günstige Multifunktions-Drucker sind keine Sparer bei den Folgekosten. Wer viel druckt und kopiert, für den kommen die Einsteiger-Kombis nicht in Frage. Dafür sind die Seitenkosten durch die Bank zu hoch. Abhilfe schaffen hier aber schon Multifunktions-Drucker, die knapp über der magischen Marke von 100 Euro liegen, wie Sie in diesem Vergleichstest nachlesen können .

Aktueller Testsieger Canon Pixma TR4651

Testsieger: Canon Pixma TR4651

Momentan führt der Canon Pixma TR4651 das Testfeld an. Der Multifunktionsdrucker ist der Nachfolger des TR4551, der derzeit immer noch im Handel zu finden ist. Wie sein Vorgänger ist auch der TR4651 für den heimischen Arbeitsplatz geeignet, wenn Sie ein kompaktes Multifunktionsgerät mit Fax benötigen. Neu: Beim TR4651 hat Canon auf eine Treiber-CD im Lieferumfang verzichtet. Die Installation gelingt trotzdem reibungslos im Test. Auch im Papiermanagement und bei den Patronenhalterungen haben wir Verbesserungen festgestellt. Die Kennung TR4651 gilt für die Modellvariante mit weißem Gehäuse. Sie ist im Handel teils teurer als der baugleiche TR4650 in Schwarz.

Ausführlicher Testbericht: Canon Pixma TR4651


Aktueller Preis-Leistungs-Sieger: Canon Pixma TS3151

Derzeitiger Preis-Leistungs-Sieger bei den Multifunktionsdruckern bis 100 Euro: Canon Pixma TS3151

Aktuell das günstigste Preis-Leistungs-Angebot des Testfelds finden Sie im Canon Pixma TS3151. Dabei handelt es sich um einen sehr einfachen Multifunktions-Drucker für zu Hause, der sich allerdings nur für Gelegenheitsanwender eignet, die nicht auf jeden Cent bei den Seitenpreisen achten müssen. Auch sind Funktionen wie etwa eine Duplex-Druck-Einheit oder ein Fax nicht vorhanden. Das ist auch bei einem Gerät für etwa 60 Euro (mittlerer Straßenpreis) nicht drin.

Ausführlicher Testbericht: Canon Pixma TS3151


Design-Tipp: HP Envy 6020

Will durch sein Äußeres gefallen: HP Envy 6020

Was HP mit der Tango-Druckerserie begonnen hat, findet im Envy 6020 seine Weiterentwicklung. Der Multifunktions-Drucker ist konsequent auf den Design-Freund zugeschnitten. Für Aufgaben, die mehr Durchsatz und Tempo verlangen, eignet sich der HP Envy 6020 aber nicht. Und da die Patronen recht klein sind, empfiehlt es sich, am HP-Aboprogramm Instant Ink teilzunehmen. Mit dem Gerätekauf erhalten Sie hier drei kostenlose Probemonate – ein faires Gesamtangebot.

Ausführlicher Testbericht: HP Envy 6020


Empfehlung der Redaktion: Canon Pixma TS7450

Empfehlung der Redaktion: Canon Pixma TS7450

Insgesamt gelingt dem Hersteller mit dem Canon Pixma TS7450 ein faires Paket: Für den moderaten Anschaffungspreis gibt es viele Ausstattungspunkte, die Ihnen zu Hause gute Dienste leisten wie etwa der ADF oder die zwei Papierzufuhren. Einfach so sollten Sie jedoch nicht zugreifen: Für Vieldrucker sind die Folgekosten für die Kombitinten zu bedenken. Sie sind selbst dann happig, wenn Sie sich stets für Patronen mit der höchsten Reichweite entscheiden. Im gelegentlichen Einsatz spielt dieser Aspekt eine geringere Rolle.

Ausführlicher Testbericht: Canon Pixma TS7450