Webcam Guard im Test

Die Webcam abzukleben oder eine mechanische Abdeckung davor anzubringen, hat sich nur als mäßig gute Idee herausgestellt: Mitunter haben die Kameralinse oder gleich das ganze Gerät dadurch Schaden genommen. Der von Softwarehersteller Ashampoo entwickelte Webcam Guard geht deshalb einen anderen Weg. Der Hersteller spricht von einem „speziellen Algorithmus“, mit dem die Software direkt auf die Hardware von Webcam und Mikrofon zugreifen und diese deaktivieren können.

Im Test überzeugte Webcam Guard zunächst mit einer wirklich simplen Oberfläche: Mittels zweier großer Schaltflächen lassen sich die erkannten Webcams und Mikrofone getrennt voneinander freigeben (grün) oder sperren (rot). Webcam Guard erkannte dabei zuverlässig sowohl die im Test-Notebook verbauten internen als auch extern angeschlossene Webcams. Nach einem Abschalten der Webcam wurde diese weder von der Systemsteuerung noch von den einschlägigen Videokonferenz- oder Telefoniesystemen erkannt, und auch auf Websites, die auf die Webcam zugreifen, blieb das Bild dunkel. 

Das gleiche Ergebnis zeigte sich beim Ein- und Ausschalten von internen sowie externen Mikrofonen. Dabei fiel auf: Beim Betätigen der Schalter stellt der Webcam Guard die entsprechenden Datenschutz-Einstellungen der Systemsteuerung von Windows 10 um. De facto sorgt also Windows ganz alleine für die Sicherheit und könnte damit auch ein Schwachpunkt sein. Einen Komfortgewinn bietet die Ashampoo-Software aber ganz zweifellos.

Alternative: Mit der Freeware Webcam On-Off von Sordum  lassen sich Kamera und Mikrofon ebenfalls komfortabel deaktivieren.

Windows 11: HD-Webcam wird zur Pflicht

Fazit

Der Webcam Guard bietet eine sehr einfache Möglichkeit, das Kamerabild ohne Klebeband zu verdunkeln und auch Lauschangriffe zu verhindern.

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

Hersteller:  Ashampoo

+ Pro

– Contra

Simple Handhabung

Erforderte im Test mitunter Neustart des PCs

Technische Daten

Systeme

Windows 10

Preis

10 Euro

Urteil

Mit der Software lässt sich das Aus- und Wiedereinschalten von Kamera und Mikrofon deutlich schneller bewerkstelligen als über die Systemsteuerung. Wer darauf häufig angewiesen ist, wird den Preis gerne zahlen.