Steht hier der Koop-Shooter des Jahres ins Haus? Warhammer 40K Darktide macht im ersten großen Hands-On einen richtig guten Eindruck und mächtig Laune.

Holy Shit, Warhammer 40K Darktide bohrt sich ins Gehirn, wie dieses Jahr sonst nur The Callisto Protocol . Das ist alles so herrlich schmutzig, düster, industriell, brutal, blutig und komplett over-the-top. Als Ogryn, einem Mann, einer Maschine, hoch wie breit stapfen wir los. Mit Armen, da muss selbst The Rock noch ein bisschen pumpen gehen, lassen wir die Kettensäge schnurren wie Marcus Fenix in seinen besten Tagen. Wo bleibt eigentlich Gears 6, Microsoft und The Coalition? Und dann diese Wummen: Wir tragen eine Drei-Rohr-Shotgun durch die Gegend, die so groß ist wie ein Rasenmäher und räumen hier die Keller leer in diesen industriellen Fabrikhallen der Finsternis, denn das Chaos hat ein Gas freigesetzt, welches eine ganze Stadt zombifiziert hat, den Tertium Hive.

Warhammer 40K Darktide ist ziemlich knackig im Schwierigkeitsgrad, gibt uns aber vom Kettensägenschwert über Energiehammer bis zum schweren Bolter auch ein dickes Waffenportfolio.

Und dann diese Gegnerwellen: Die sind so wuchtig, so hoch, als wären wir hier gerade in Zack Snyders Kino-Epos 300. Gefühlte Hundertschaften strömen die Treppe runter, springen aus jedem Loch, fallen uns aus allen Winkeln und Ecken an. Verdammt, Waffe leer, wo ist Munition? Mit einer Machete, mit der man Bäume fällen könnte, lassen wir die Köpfe fliegen, wie die Spartiaten in ihren besten Tagen. „Hier werden wir kämpfen, hier werden sie sterben“, würde König Leonidas jetzt sagen. Das ist ein Gesplatter, ein Reindreschen, ein Um-sich-Schlagen, Adrenalin pur. Man möchte fast sagen: Wir sitzen zu viert in diesem Meeting-Raum im Business-Center der Gamescom, alle ein bisschen müde, aber dieses Spiel pumpt die Energie zurück in unseren Körper, als wären wir an einen Red-Bull-Tank angeschlossen. 

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4K-Gameplay, aber Achtung blutig. Warhammer 40K Darktide wird das brutalste Spiel 2022:

„Oh Shit, ich gehe gleich drauf“, ruft der Creative Director. Ein Mann, mit Rauschebart wie ein Wikinger. Ein stämmiger Schwede, aber sein eigenes Spiel ist ein bisschen zu stark für ihn. Ja, Warhammer 40K: Darktide ist richtig knackig. Der Schwierigkeitsgrad ist nichts für warmduschende Chai-Latte-Trinker. Als Ogryn sind wir der Tank, haben die meiste Panzerung und schlachten uns auch ohne Munition durch zehn, fünfzehn, zwanzig Feinde. Kurz dem Kollegen geholfen, der lässt den Bolter sprechen und schießt den Weg frei, währenddessen scannen unsere Augen den Bildschirm ab. Wo war gleich noch diese verdammte Munitionskiste? Aufmunitionieren, weiter geht’s – heute Nacht speisen wir in der Hölle, denn in Warhammer 40K Darktide spielen wir eigentlich so das letzte Pack: Kriminelle und Verbrecher.

Wir sind zwar Verbrecher, deren Strafe es ist, in den Hive hinterzusteigen, erhalten aber die Rüstungen der Space Marines oder der Garde des Imperators. Generell will Fatshark richtig Gas geben, was Outfits angeht.

„Rejects“ genannt – Charaktere, die von der Gesellschaft eigentlich ausgesondert werden und hier eine zweite Chance erhalten. Na ja, oder vom Imperator in den Tod geschickt werden, denn eigentlich wäre das hier ein Job für die Eliteeinheiten der Space Marines, aber die kämpfen gerade in anderen Schlachten. Wir sind Verbrecher, die allerdings die Rüstungen erhalten des Ordens, denn auf uns warten tausende Einheiten des Chaos: Die Horde, leichte Infanterie, die stets in Wellen von 20, 30 Mann angreift. Elite-Truppen, etwa die Garde des Imperators, die vom Chaos zombifiziert wurden. Und richtige Monster, je tiefer wir in diesen Hive vorstoßen. 

Die Klassen: Mächtiger Oger, Scharfschützen, Hammer schwingende Zealot und magische Psyker 

Psyker können die Macht des Chaos in Energie verwandeln, die sie für ihre Zauberkunst oder auch Energiehammer nutzen können. Wir dürfen es aber nicht übertreiben.

Warhammer 40K lässt sich auf viele unterschiedliche Arten spielen: Prinzipiell haben wir als Ogryn nicht nur einen schweren Bolter und andere Argumentationsverstärker von der Größe XXL, sondern auch ein sehr großes, wenn auch kurzes Messer, um uns im Nahkampf durchzuschnetzeln. Oh, und einen zweiten Feuermodus, der aus unserer Wumme in eine halbautomatische Schreddermaschine verwandelt. Es gibt Scharfschützen-Einheiten mit Lasguns, Soldaten mit Kriegshämmern und MP5s. Jede Klasse hat mindestens eine Distanzwaffe, oft auch noch eine, die Flächenschaden macht – Granatwerfer etwa sowie unterschiedliche Nahkampfwaffen, wie wir sie aus Warhammer 40K kennen: Kettensägen-Schwerter etwa, die sehr präzise angreifen, aber eher fokussiert sind auf wenige Gegner. 

Die Wahl der Waffe ist sehr situationsabhängig: So ein Rotpunktvisier etwa gibt uns mehr Präzision, aber das Reinzoomen, nimmt uns etwas die Möglichkeit, unsere Umgebung im Blick zu halten und macht uns daher anfälliger für Hinterhalte.

Mit Hämmern können wir weiter ausholen und im größeren Umkreis ausholen, töten den Feind aber nicht direkt. Etwas anspruchsvoller zu spielen ist der Psyker, der dafür aber auch die größte Varianz mitbringt: Psyker sind in der Lage, mit ihrem Geist in das Paralleluniversum namens Warp vorzudringen und dessen Kraft zu nutzen, um Magie zu wirken. Das ist riskant, denn aus der Verwerfung kommt das Chaos: eine empfindungsfähige, bösartige Kraft, die sich als Dämonen manifestiert. Die Inquisition macht Jagd auf abtrünnige Psyker, bevor sie zu viel Schaden anrichten, und rekrutiert die stärksten von ihnen, um sie in die Reihen der sanktionierten Psyker aufzunehmen. 

Er lässt gezielt Köpfe explodieren oder lässt ganze Feuerbälle auf die feindlichen Horden niederregnen. Ganz ähnlich wie in Fatsharks letztem Titel, Vermintide müssen wir uns gut absprechen via Headset, möglichst eine starke Front bieten, die den Feind nach hinten drängt, während etwa der Psyker aus der zweiten Reihe aufräumt – er ist nämlich im Nahkampf eher etwas schwächer. Er kann sich zwar via Schild schützen, aber weniger stark austeilen. Wir müssen ihn also als Team eher schützen; preschen einige zu weit nach vorne, kann es gerne mal eng werden. 

Nur die Harten kommen hier raus: Vermintide trifft 40K-Bosse 

Warhammer 40K Darktide ist sehr viel taktischer als man zunächst denkt. Die Bosse etwa stellen uns manchmal im 1on1, häufig versuchen sie aber eher, unseren Flow zu brechen, damit ihre Horden an leichter Infanterie uns übermannen können.

Generell erfordert Warhammer 40K Darktide sehr viel mehr Koordination als das chaotisch wirkende Geschnetzel auf den ersten Blick vermuten lässt. Denn der Gegner schickt alles in die Schlacht, was er aufbringen kann: Elitesturmtruppen vom Planeten Cadia etwa und Veteranen der kaiserlichen Garde, die vom Chaos zombifiziert wurden und jetzt nicht nur ihre Waffen wie Flammenwerfer, sondern auch Flankenmanöver und andere Taktiken von Eliteeinheiten gegen uns einsetzen. Sie gehören zu den Elites, besonders schwer gepanzerte Truppen, die auch gerne mal aussehen wie Sarumans Schergen aus Der Herr der Ringe – mit riesiger Axt, furchteinflößender schwarzer Rüstung und rot funkelnden Augen. 

Wir kämpfen mitunter auch gegen mutierte Space Marines und andere Garde- wie Elite-Einheiten des Imperiums, die auch mit entsprechender Technologie arbeiten – Kettensägenschwerter und Flammenwerfer oder auch Flankenangriffen.

Der Job der Elites besteht darin, unseren „Flow“ zu unterbrechen, unsere Aufmerksamkeit auf sie zu lenken, damit der Tsunami ihrer leichten Infanterie unsere Verteidigungslinien bricht. Wir müssen also versuchen, sie schnell auszuschalten, allzu viel Zeit bleibt selten, um sich nur dem Duell zu stellen. Immer wieder werden wir von Monstern angefallen, gepackt, niedergestreckt oder angenagt, was uns viel Leben kostet. Monster fordern das gesamte Team heraus und verlangen die Aufmerksamkeit aller, während sie gleichzeitig eine hervorragende Ablenkung darstellen, damit die Horde uns töten kann. Es ist eine Art smartes Stein-Schere-Papier-Prinzip und der KI-Direktor studiert uns, findet unsere Schwächen und aktiviert entsprechend seine Truppen wie ein General das tun würde. 

Richtig gut gefällt uns, dass Fatshark uns stets die Wahl lässt: Mit den dicken Wummen reinhalten? Lieber präzise arbeiten oder in den Nahkampf gehen, mit vielen unterschiedlichen Schwertern und Hämmern, die sich sehr unterschiedlich anfühlen.

Das ist spannend, denn dadurch spielt sich die gleiche Mission nie gleich, der Widerspielwert ist entsprechend enorm. Zumal wir mit jedem Stufenaufstieg jeweils aus einem von drei Upgrades wählen. In der von uns gespielten Mission mussten wir uns durch einen Teil der verwüsteten Hive-Stadt Tertium arbeiten. Wir begannen an der Oberfläche in einem Bereich, der wie ein Wohnviertel aussah, bevor wir uns den Weg in die darunter liegenden, engeren Wartungstunnel bahnten. Schließlich führte der Weg ins Kommandozentrum des Hive, wo zahlreiche Sicherheitssysteme hochgefahren werden wollen, während die Horden des Chaos aus allen Poren strömen…

Warhammer 40K Darktide erscheint am 30. November 2022 für PC, Xbox One, Xbox Series S und Xbox Series X. Ob der Zeit-Exklusivität erscheinen die Versionen für PS5 und PS5 später. 

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