Wer Lust auf einen Battlefield-Konkurrenten in Deutschland hat, der bekommt mit World War 3 einen Shooter, der in etwa Berlin ziemlich liebevoll umsetzt. Achten Sie mal auf die Polizeifahrzeuge, die den Originalen nachgebaut sind.

Okay, wie unfassbar atmosphärisch ist bitte dieses  World War 3  von Farm 51? Deutsche Leopard-2-Panzer verteidigen das Brandenburger Tor und liefern sich im Verbund mit amerikanischen Abrams eine heftige Panzerschlacht im Herzen Berlins. Die US-Botschaft brennt, davor ist ein Sikorsky-Helikopter abgestürzt, der ganze Pariser Platz ist nur so durchsiebt von Panzergeschossen. Die Chroma-Tasten auf unserem Razer Blade 2021 tanzen Tango, denn wir haben sie reaktiv gestellt - jedes Mal wenn ein Panzergeschoss neben uns einschlägt, fahren sie ihre Lichtwellen ab. Unglaublich immersiv. Amerikanische Stryker-Einheiten unterstützen, das KSK sichert Reichstag und Kanzleramt, überall parken Polizei-Autos in Blau-Weiß und von Osten nähern sich weitere T18 BMP Schützenpanzer der russischen Armee, während am Himmel US-Kampfjets und C17 Truppentransporter unseres NATO-Partners im Anflug sind.

Berlin ist schon sehr stimmungsvoll umgesetzt – inklusive häufiger Warnungen im TV und Radio, dass der Katastrophenfall ausgerufen wurde und sich alle Bürger in Schutzräume begeben sollen. Als KSK-Soldat verhauen wir in der Zeit die Russen.

Das spielt sich nicht nur griffig und taktisch, lässt uns etwa um die Ecke lehnen, via Voice-Chat mit unserem Squad strategisch vorgehen und ist sehr Teamplay-orientiert, weil das Killen an sich viel weniger Punkte bringt als voll auf Objective zu spielen, wobei wir immer zwei Punkte halten müssen - also zum Beispiel B1 und B2 um Punkte zu machen. World War 3 ist vor allem sehr atmosphärisch in seiner Closed Beta und hat viele Details, die uns in Battlefield 2042 häufig fehlen trotz eines Budgets über 100 Millionen US-Dollar und 1000 Entwicklern. Wo ein Kaleidoskop von DICE regelrecht wirkt, als hätte man vor der Schlacht in der südkoreanischen Metropole alles nochmal perfekt blitzblank geputzt, erinnert die Invasion auf der Berlin-Karte in World War 3 inszenatorisch viel eher an Kampagnen. Die Karte ist liebevoll ausstaffiert – mit authentischen Einsatzwagen der Berliner Polizei in Blau-Weiß, mit korrekter Lichtanlage, mit den richtigen Ambulanzen, die überall parken und dieses Gefühl vermitteln, dass die Behörden völlig unvorbereitet getroffen wurden.

Auf dem OLED-Display des Razer Blade 2021 fallen die vielen kleinen Details auf, mit denen uns World War 3 in seinen Bann zieht. Etwa dieser russische Helikopter, der wohl von einer Rakete getroffen ins Dach eines Einkaufszentrums gecrasht ist.

Überall schreit es aus den Lautsprechern: „Achtung, der Katastrophenfall wurde ausgerufen. Alle Anwohner der Bundesrepublik Deutschland werden gebeten, sich in die ausgewiesenen Schutzräume zu begeben. Einheiten der Polizei und Bundeswehr sind unterwegs. Alle Häfen, Flughäfen und Bahnhöfe wurden geschlossen und werden ausschließlich militärisch genutzt.“ Zugegeben: Polizei-Autos könnten eher zerschossen sein, russische BTRs etwa lassen zwar Autos bei Beschuss explodieren, es fehlt aber ein punktuelles Schadensmodell. Beschuss von Frontscheiben durch Sturmgewehre wird noch nicht korrekt berechnet, aber das sind Details, da kann Farm 51 später auch noch ran. Schnell fixen müssen sie allerdings die Sound-Bugs, denn mitunter werden Audiodateien nicht getriggert oder viel zu leise abgespielt – ausgerechnet Panzer können wir kaum hören, wenn wir in einem Haus rumlaufen, obwohl diese unheimlich laut sind, wenn ihre Ketten sich durch die Straßen arbeiten. Trotzdem funktioniert das für uns in der Closed Beta vor allem atmosphärisch bereits sehr gut: Wir laufen durch eine Berliner Straßenbahn, mit Original-Aufnahmen im Sinne von „Nächste Haltestelle: Berlin Tiergarten.“ Oder sehen Krankenwagen mit Blaulicht, die überall parken. Und Mercedes-Limousinen mit abgedunkelten Scheiben des MEK sowie Truppentransporter der Bundeswehr vom Typ UTF, die tatsächlich gerade erst in den Dienst gegangen sind unter den Linden, also auf der Straße, die vom Brandenburger Tor zum Reichstag und Kanzleramt führt.

Der Youtuber GameV hat ein schönes Vergleichsvideo hochgeladen, in dem er die atmosphärischen Unterschiede zwischen Battlefield 4 und World War 3 herausarbeitet.

Es gibt wirklich unglaublich viele Details, etwa Fernsehsendungen oder Radio-Durchsagen, wo in der Stadt feindliche Truppen durchgedrungen sind und wo die Bundeswehr sie zurückschlagen konnte. Metalldetektoren in Kaufhäusern piepen, wenn sie unsere Waffen registrieren – alles so winzige Details, die sonst kaum ein Shooter berücksichtigt. Ganz ehrlich, die Karten von World War 3 sind jetzt schon liebevoller designt als die von Battlefield 2042. Natürlich nicht mit der gleichen grafischen Pracht in 4K und dieser opulenten Zerstörungsengine eines Battlefield, wo wir auf Hourglass ganze Siedlungen mit dem Panzer zerstören können. Generell ist World War 3 nicht auf Zerstörung ausgelegt, Deckung lässt sich also nicht zerschießen oder wegsprengen. Die einen mögen es, weil es taktische Planbarkeit gibt, die anderen weniger. Überall stehen Busse und zivile Fahrzeuge, häufig mit Warnblinkanlage, so als seien die Fahrer schnell rausgesprungen und in Sicherheit gerannt. LKWs, Möbeltransporter, Taxis, private SUVs und Limousinen – alles steht hier herum wie in einer Großstadt eben. Gepanzerte Einsatzfahrzeuge des Berliner SEK sowie Fuchs-Truppentransporter der Bundeswehr stehen vor einem Hotel, in das eine Rakete eingeschlagen ist, an anderer Stelle ist ein Bus in ein Parkhaus eingebrochen, auf das wohl eine Bombe gefallen ist.

Okay, wow: Atmosphärisch schlägt World War 3 DICE und Battlefield 2042

Von der Detailliebe im Kartendesign ist World War 3 recht nahe an Battlefield 5, das auch diese wunderschön gestalteten Villen in Rotterdam hatte. Moskau hat ebenfalls diesen Prunk.

World War 3 bietet uns vieles, was wir uns auch in Battlefield 2042 gewünscht hätten. Das Gefühl, eine belebte Karte zu spielen, die sich authentisch anfühlt. Wir hätten gerne noch schickere visuelle Effekte, Rauch und Flammen wirken etwas noch etwas amateurhaft, wie auch der Youtuber GameV in seinem Vergleichsvideo zeigt, in dem er sich bemüht, Szenen aus BF 2042 in World War 3 nachzustellen. Aber Farm 51 hat bereits gezeigt, wo die Reise hingeht bis März 2022, wenn der Taktik-Shooter aus dem Early-Access gehen soll. Überall finden wir etwas zum Hinsehen: Feuerwehr-Leiterfahrzeuge mit aktiviertem Blaulicht parken vor einem Haus, aus dessen Fenstern Flammen schlagen – so als wären die Feuerwehrleute gerade erst eingetroffen und mussten fliehen, als russische Soldaten in die Straße eingedrungen sind. Das hat durchaus einen Ansatz von Authentizität: Bei einer militärischen Invasion der deutschen Hauptstadt würden erstmal Polizeikräfte und SEK das Zentrum verteidigen, im Verbund mit KSK-Kommandos der Bundeswehr, die per Helikopter eingeflogen werden.

Bis Panzer aus den Kasernen eintreffen, würde sicherlich eine Stunde vergehen, die Mobilisierung der ersten Division (30.000 Soldaten plus Panzer und anderes Gerät) ist auch nicht mit einem Anruf aus dem Verteidigungsministerium getan. Auch weil der Deutsche Bundestag erst den Einsatz der Bundeswehr im Inneren erlauben müsste – diese Autorität haben weder Verteidigungsminister noch Bundeskanzler, aber wir schweifen ab. Es ist ja nur ein Spiel. In World War 3 kämpfen wir mit deutschen, britischen, amerikanischen, polnischen und russischen Truppenverbänden, die jeweils auf authentisches Gerät setzen – Leopard 2 Kampfpanzer, Schützenpanzer Marke Puma und Marder, Fuchs-Transportpanzer etwa bei der Bundeswehr. Gerade in Sachen Vehikel und auch Fraktionen hat Battlefield 2042 noch etwas Content-Bedarf. Auf Seiten Russlands finden sich etwa eine Art schwer gepanzerter MRAP namens Thypoon, den die russischen Streitkräfte wirklich verwenden. T14-Kampfpanzer, T72, T15 BMP Schützenpanzer.

Spannend könnte das Spiel vor allem auch für Battlefield-Fans sein, die sich eher urbane Karten wünschen.

Die Amerikaner nutzen M1A3-Kampfpanzer wie im Irak und Afghanistan, Striker-Schützenpanzer, MRAPs, um Infanterie durch die Straßen zu bringen. Das gefällt uns, ehrlich gesagt, jetzt schon besser als ein Battlefield 2042, das eher auf abgefahrene Vehikel setzt, die wenig authentisch ist – so ein Hovercraft wäre in der Realität weder so schnell, noch so extrem stark gepanzert. Unterstützt werden diese Bodeneinheiten von etwa B2-Stealth-Bombern der US Air Force, die wir nicht selbst steuern, wohl aber Bombardements gezielt anfordern und dafür Abwurforte via Laser markieren können. Dabei wählen wir übrigens auch die Bombentypen, also etwa JDAMs, um Panzer zu knacken. Auch bei den Uniformen können wir in die Vollen gehen, etwa vom deutschen KSKS oder den Fallschirmjägern.

Farm 51 setzt auf eine authentische Atmosphäre in Berlin und im Kreml in Moskau

Besonders gut gefällt uns, wie viel Arbeit Farm 51 in eine Eins-zu-Eins-Digitalisierung von realen Einsatzfahrzeugen wie diesem Berliner RTW investiert hat. Das trägt stark zur Stimmung bei.

The Farm 51 setzt generell auf Authentizität: Waffen verziehen deutlich stärker als in einem Battlefield und fühlen sich mehr wie in Insurgency Sandstorm an. Und Medi-Packs sind zum Beispiel rote Rucksäcke mit gelben Reflektionsstreifen, wie sie wirklich von deutschen Sanitätern verwendet werden. Auch hat Ausrüstung wie im echten Leben eine erhebliche Auswirkung auf unsere Laufgeschwindigkeit: Wer mal mit so einer Kevlar-Weste rumgerannt ist, der weiß, dass man damit nicht gerade schnell unterwegs ist. Gleiches gilt für ein schweres Maschinengewehr – das deutsche MG 4 zum Beispiel wiegt gut acht Kilo. Es geht dem Team generell sehr stark darum, Städte möglichst authentisch wiederzugeben. Natürlich nehmen sie sich kreative Freiheiten, aber wenn wir uns die ersten drei Städte Berlin, Warschau und Moskau anschauen, dann sind die Polizeifahrzeuge Eins-zu-Eins aus der Realität genommen. Das haben bisher nur Simulationen so gut umgesetzt und hat uns durchaus überrascht. Also wirklich von den korrekten Automodellen über die Farben, Logos bis zu den Einsatzlichter.

Wir kämpfen zum Beispiel in einem Krankenhaus, das an die Charite in Berlin erinnert. Inklusive Wartebänken, Operationssälen, Intensivstation etc. All das hat ein Battlefield 2042 nicht – keiner der Innenräume in den Gebäuden wirkt so, als hätte dort mal jemand gearbeitet oder gewohnt, die sind meist relativ leer und steril. Hier in World War 3 hat das Krankenhaus auch eine Tiefgarage mit zerschossenen Autos, wo viele Fights stattfinden. Auch finden wir zum Beispiel in amerikanischen Chinooks Laptops, die strategische Karten zeigen – alles so Kleinigkeiten, die zeigen, dass sich jemand Gedanken über die Atmosphäre auf der Karte gemacht hat. Es ist schon spannend zu sehen, wie hier ein mittelgroßes Team mit 90 Mann mit deutlich geringerem Budget der Elite von DICE zeigt, wie man sehr viel liebevollere Karten mit dem Battlefield-Gedanke abliefern kann. Und nein, World War 3 sieht nicht ganz so gut aus wie Battlefield 2042, aber wirklich weit entfernt davon ist es in 4K mit maximalen Einstellungen auf einer Geforce RTX 3080 im Gespann mit einem Intel der 10ten Generation i7 10875H Prozessor und 32 GByte RAM auch nicht.

Grafisch ist World War 3 noch nicht ganz beim Bombast eines Battlefield 2042 angekommen, aber für ein Spiel von einem mittelgroßen Indie-Team mit 90 Entwicklern ist das schon sehr beachtlich. An BF 2042 arbeiteten schließlich 1000 Mann.

Die Karten sind bislang durch die Bank unglaublich liebevoll gemacht: Etwa die Vorhänge, Wandgemälde und teuren Teppiche im Kreml. Und all der Prunk, der den russischen Regierungspalast ausmacht, wo ja sogar die Stühle aus purem Gold sind. Uns gefällt besonders gut, dass der Kreml ein wirklich großes Areal ist, in dem wir kämpfen mit vier Stockwerken und vielen Räumen, die aufwändig mit Marmorsäulen ausstaffiert sind. So eine Map würden wir uns ja für das Weiße Haus in Washington wünschen, um Olympus Has Fallen nachzuspielen. Es wirkt so, als könnte Farm 51s „No-Man’s-Sky“-Strategie aufgehen: Das Team hatte etliche Probleme mit ihrem Early-Access im Jahr 2018, arbeitete dann mehrere Jahre wirklich hart an World War 3 und startet jetzt mit seinem neuen Publisher my.Games in eine neue Closed Beta, um mit der Community an diesem Titel zu arbeiten. My.games hat schon einige starke Spiele hervorgebracht, u.a. Warface von Crytek und Conqueror’s Blade.

Detailliertes Schadensmodell und aufwändige Ballistik, die auch Helme einbezieht

Battlefields Hit-Reg-System kennt nur eine Panzerung, die den ganzen Körper umfasst. In World War 3 ist es ein großer Unterschied, ob wir etwa den Kopf treffen, der vom Helm geschützt wird oder etwas weiter darunter.

Farm 51 hat laut eigenen Aussagen viel mit ehemaligen und aktiven Militärs zusammengearbeitet, so kam man auf einige interessante Detail-Ideen: Wir können etwa mit einem Scharfschützengewehr auf die Optik schießen und diese so zerstören, damit es für den Schützen im Panzer schwieriger ist zu zielen. Die Entwickler haben die Philosophie entwickelt: „Wenn es in der Realität möglich ist, sollte es auch in World War 3 machbar sein.“ Alles ist im Grunde eine Art Battlefield 4 in authentischen Städten mit einem dezentem Hardcore-Ansatz, ohne so puristisch zu sein wie etwa ein ArmA 3. Die Ballistik ist dem Team sehr wichtig, letztlich ist das alles ziemlich klassisch: Eine SMG ist eine SMG und nicht für Distanzen gemacht, eine AR ist eine AR und bringt bestimmte Vor- und Nachteile mit sich. Das Spiel führt uns gut dahin, dass wir zwischen Einzel- und Burst-Feuer wechseln, unter Optiken wechseln und generell sehr viel Zeit in die Optimierung unserer Ausrüstung investieren können: Variable Griffe, Gewinde, Schalldämpfer, Magazine. Es gibt Quick-Scopes, 4x, 8x, 12x. Moderne Hightech-Optiken inklusive Hitze-Scan, der auch durch Mauern durchgeht, aber eine gewisse Zeit braucht, um in den Zoom zu gehen – also eher auf Distanz geht, weniger auf die Kürze.

Wie in Battlefield 2042 muss man höher zielen, weil Kugeln auf Distanz abfallen und jede Waffe hat ein eigenes Schadensmodell – das ist übrigens sehr interessant gelöst. Bei unserem Ableben wird unser Körper als Silhouette angezeigt und wo die Kugel unsere Panzerung durchschlagen hat. Anschließend können wir überlegen, ob wir stärkere Panzerplatten mitnehmen wollen – SK 1 und Level 3, bis SK 4, wo die Weste dann Schutz vor Langwaffenmunition mit Vollmantel und Hartkern. World War 3 unterscheidet also stark zwischen Kurzwaffenmunition mit Weichkern, die dann so eine Weste gar nicht durchschlagen würde, wie in der Realität. Zwischen Teil- und Vollmantel-Munition. Gerade dieses Schadensmodell halten wir für eine sehr intelligente Neuerung. Wir können damit sehr gut unsere Schwächen einschätzen und überlegen, ob wir bereit sind, an Agilität und Geschwindigkeit zu sparen und dafür schwerere Keramik-Platten einer höheren Klasse in die Weste packt. Auch das ein Unterschied zwischen Battlefield und World War 3: Es gibt auch sehr viele verschiedene Schutzhelme, die unterschiedliche Munition abhalten können.

WW3 versteht sich eher als Taktik-Shooter mit Bodenfahrzeugen (Kampfpanzer, Schützenpanzer, Truppentransporter). Jets lassen sich nicht selbst fliegen, sondern nur deren Bombardement anfordern.

So einen Ballistikhelm trägt man ja nicht zum Spaß, sondern weil die Einheiten sich je nach Schutzklasse gegen Kopfschüsse schützen können, von Handfeuerwaffen bis zu Vollmantel-Geschossen aus Langwaffen. Der exzellente Schutz unserer Soldaten ist einer der Hauptgründe, warum die NATO so geringe Verluste in Afghanistan und dem Irak hatte – vor allem aus direkten Schussgefechten. Das ist etwas, was Battlefield tendenziell kaum einberechnet, Helme schützen dort wenig. In World War 3 feuern wir auf den Helm, beim ersten Treffer wird der Gegner kaum Schaden nehmen. Zielen wir hingegen weiter unten, also eher auf Gesichtshöhe kann auch der erste Treffer schon tödlich sein. Die Time-to-Kill ist dafür, dass hier Profi-Soldaten gegeneinander antreten eher zu gering, denn hier kämpft ja kein NATO-Soldat gegen einen Taliban, der oft ja nicht mal eine Kevlarweste hat, sondern gegen einen russischen Soldaten, der ihm tendenziell in der Ausrüstung relativ ebenbürtig ist. Aber nun, am Ende möchte Farm 51 schließlich auch einen Shooter abliefern, keine militärische Simulation. Insgesamt ist World War 3 aktuell ein sehr viel methodischeres, taktischeres Erlebnis. Wir können mit Panzern etwa nicht ganze Armeen abfrühstücken, weil Panzer nicht überall hin können, sondern auf den Hauptstraßen bleiben müssen – da es kein Zerstörungssystem gibt, können die nicht einfach durch eine Hauswand krachen, während auf dem Fernseher steht: „Warnung: Feindliche Streitkräfte sind in Berlin eingedrungen. Suchen Sie einen Schutzraum auf, Polizei und Einheiten der Bundeswehr sind unterwegs zu Ihnen.“ Keine Sorge, das KSK regelt.

Fazit der Closed Alpha

WW3 hat noch ein paar Kinderkrankheiten wie Server-Ausfälle oder Probleme beim Sound-Tracking, aber das Gesamtpaket macht schon jetzt sehr viel Spaß und ist für Battlefield-Fans definitiv einen Blick wert.

Server scheinen die Achillesferse von Shooter-Studios zu sein, so wie DICE auch hatte Farm 51 immer mal wieder Probleme mit Rubberbanding. Wenn die Technik aber einmal läuft, ist das hier ein Schatz: Selten sind wir über derart liebevoll ausstaffierte Karten wie Berlin und Moskau gelaufen, die vom Krankenhaus, über Supermärkte und Kaufhäuser bis zum Arbeitsamt in Berlin wirklich alles zeigen, was charakteristisch ist für die Stadt – schick können die Berliner ja nicht unbedingt, dafür reisen wir dann eher in den Kreml. Wird spannend sein, ob wir im Full-Release im März 2022 dann auch im Kanzleramt spielen können oder in der US-Botschaft – beide Gebäude wurden bereits auf Artworks gezeigt, sind aber aktuell noch nicht begehbar. Und wir würden uns ja auch Washington wünschen, das Weiße Haus als Map? Das wäre der Hammer. Das Gunplay fühlt sich gut an, das Spiel hat viele Ideen rund um seine Ballistik, jede Menge Möglichkeiten, Waffen anzupassen und umzubauen. Und es ist wirklich komplett auf Teamplay ausgelegt. Würde uns nicht wundern, wenn Battlefield-Spieler, die mit BF 2042 mehr ein sehr zackiges, sehr explosives, voll auf Battlefield-Moments im Minutentakt-Erlebnis bekommen, weniger ein taktisches, diesem World War 3 zumindest mal eine Chance geben.

Siehe auch:

Battlefield 2042 im Test: Epik neu definiert

Battlefield 2042: Wo ist die Kampagne, DICE?

Call of Duty Vanguard im Test