Die zweite Version des Teufel Cage (2020) im PC-WELT-Test: Hat Teufel aus den Fehlern gelernt?

Das mittlerweile zweite Teufel Cage bietet eine integrierte USB-Soundkarte, lässt sich an vielen verschiedenen Plattformen einsetzen und ist robust gebaut. Und auch wenn es vor allem optisch viele Parallelen zum Vorgänger gibt, hat Teufel doch vieles verbessert und verändert.

TEST-FAZIT: Teufel Cage (2020)

Die zweite Version des Teufel Cage schafft es abermals, einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Uns gefallen das robuste und hochwertige Design, der großartig umgesetzte Raumklang und der generell nicht zu aufdringlich abgestimmte Sound: Gegner lassen sich dank des einstellbaren Surround-Sounds gut orten, Filme klingen deutlich räumlicher. Aber auch für Musik ist das Gaming-Headset geeignet.

Kritik gibt es für den Einsatz von veraltetem Micro-USB, für die nur durchschnittliche Mikrofonqualität und das leichte Grundrauschen im USB-Betrieb. Dennoch ist das Gaming-Headset seine unverbindliche Preisempfehlung von 169,99 Euro wert und Teufel hat bewiesen, dass sie auf das Feedback der Fachpresse und Community hören.

Pro:
+ hochwertiges, robustes Design
+ hoher Tragekomfort
+ toller Surround-Sound (nur per USB am PC)
+ an verschiedenen Plattformen nutzbar

Contra:
- leises Grundrauschen im USB-Betrieb

Das Teufel Cage (2020) erhält den PC-WELT-Award "Top-Design".

Die besten Gaming-Headsets im Test

Teufel Cage (2020): Robustes Design und hochwertige Materialien

Ähnlich wie die Vorgänger sind die neuen Teufel Cage recht wuchtig aufgebaut: So befinden sich die beiden Ohrmuscheln in einer Aufhängung aus relativ dickem Aluminium, das eine Neigung der Ohrhörer nach oben zulässt – seitwärts aber nicht. Besonders positiv ist die Möglichkeit, die Kopfhörer platzsparend zusammenzuklappen. Im Kopfbügel kommt Federstahl zu Einsatz, der für einen guten Anpressdruck sorgt. Selbstverständlich ist eine stufenweise Verstellung des Bügels möglich, damit sich das Gerät für verschiedenste Kopfgrößen eignet.

Das Teufel Cage ist zwar recht wuchtig, aber edel verarbeitet und ein echter Hingucker.

© Teufel

Die Polster bestehen aus sehr weichem Memory-Schaumstoff, die mit Kunstleder überzogen sind. In Kombination mit dem hohen Anpressdruck ergibt sich ein strammer, aber immer noch angenehmer Tragekomfort. Und das trotz eines Gewichts von 340 Gramm! Zusätzlich erfolgt eine gute Abschirmung von Außengeräuschen. Damit man an den Ohren aber nicht zu schnell ins Schwitzen kommt, integriert Teufel Lüftungsöffnungen in die Außenseiten der Ohrmuscheln – und zwar in Form von Meshgittern um die (auf Wunsch und nur per USB) rot beleuchteten Teufel-Logos herum. In der Praxis macht sich das auch positiv bemerkbar, da wir trotz des Kunstlederüberzugs nicht so schnell ins Schwitzen kommen. Gut mitgedacht!

Ausstattung und Technik

Für den Klang sorgen zwei 40 Millimeter große Mylar-Treiber mit Neodym-Magneten: Bei Mylar handelt es sich um einen Kunststoff (PET), der recht immun gegenüber Feuchtigkeit ist und sich dank der einfachen Formbarkeit kostengünstig verarbeiten lässt. Diese und weitere einzigartigen Eigenschaften führen dazu, dass Mylar häufig in kleinen Treibern zum Einsatz kommt, die nur wenig Strom benötigen. Die höchste Präzision bei der Audiowiedergabe wird dem Material aber nicht nachgesagt.

Der Tragekomfort ist dank der Materialien und Aufhängung sehr hoch.

© Teufel

Die restlichen Daten enthalten keine Überraschungen: Der Frequenzgang beläuft sich von 20 bis 20.000 Hertz, die Impedanz auf 32 Ohm. Deshalb eignet sich das Headset auch für den Einsatz an Mobilgeräten, die höhere Impedanzen nur schwer befeuern können. Und da sind wir auch schon beim Thema, denn Teufel liefert ein Miniklinken-Kabel mit, damit ihr das Gaming-Headset auch unterwegs am Smartphone oder Tablet nutzen könnt – im Gegenzug müssen Sie aber auf die Beleuchtung der Teufel-Logos verzichten. Via Klinke ist auch der Betrieb an einer Xbox möglich, ebenfalls ohne Beleuchtung.

Das Teufel Cage lässt sich aber auch per USB an der Playstation 4 nutzen, aber dann nur mit Stereo-Klang, dafür aber mit Beleuchtung. Dass Teufel aber im Jahr 2020 immer noch auf veraltetes Micro-USB anstelle von modernem USB-C setzt können wir nicht nachvollziehen. Apropos: Im USB-Betrieb stellen wir ein Grundrauschen in den Kopfhörern fest, was aber nur bei der Wiedergabe von besonders leisen Klängen negativ auffällt.

Leider setzt Teufel beim USB-Anschluss immer noch auf veraltetes Micro-USB.

© Teufel

Teufel Audio Center bietet jede Menge Optionen

Das voll Potenzial entfaltet das Gaming-Headset am PC, denn dann leuchten nicht nur die Teufel-Logos, sondern auch der 7.1-Raumklang lässt sich aktivieren und über die Gratis-Software „Teufel Audio Center“ tunen. So lässt sich die virtueller Raumgröße wählen und ob der Raumklang eher aufs Gaming, oder auf Filme optimiert werden soll. Auch Stereoquellen lassen sich mit „Xear Surround Max“ auf Raumklang hin trimmen, was in der Praxis aber nicht wirklich gut klingt.

Das volle Potenzial entfaltet das Teufel Cage erst am PC und in Kombination mit der Software.

Doch das ist nicht alles, denn das Programm bietet weit mehr Optionen. So lässt sich eine „Game-Chat-Balance“ aktivieren, um die Tonspur von Chat-Programmen oder vom Spiel zu erhöhen. Hinzu kommen Techniken wie „Xedar Dynamic Bass“ für mehr Tiefe und „Xear Audio Brilliant“ für mehr Präzision. Für etwas Abwechslung sorgt „Xear Magic Voice“, das die Stimme des Headset-Trägers zu einer Ente, Gargoyle, Mann oder Frau ändert. „Xear Environmental Noise Cancelling“ soll hingegen störende Nebengeräusche herausfiltern, damit Gamer in lauteren Umgebungen besser gehört werden. Das klappte im Test recht gut, nur klang die Stimme dann ziemlich blechern.

Das Teufel Audio Center bietet einige Funktionen für einen individuellen Klang.

„Smart Button“ und Mikrofon

Die restlichen Funktionen des Teufel Audio Center umfassen verschiedene Equalizer für verschiedene Genres und die Einstellung der Kopfhörer- und Mikrofon-Sample-Rate sowie Bitrate – sehr nützlich für verschiedene Quellen. An der rechten Ohrmuschel verbaut Teufel neben einem hochwertigen, gerasterten Lautstärkedrehrad eine sogenannte „Multifunktionstaste“, die sich in der Software mit verschiedenen, vordefinierten Optionen belegen lässt. Nutzer können sich beispielsweise dafür entscheiden, die Surround-Sound-Virtualisierung ein- und auszuschalten oder die Equalizer durch zu wechseln.

Das Mikrofon lässt sich komplett abnehmen, außerdem ist es im Vergleich zur ersten Version weiter unten angebracht.

© Teufel

Das Mikrofon des Teufel Cage ist komplett abnehmbar und wurde auch ordentlich überarbeitet. So erfolgt der Anschluss des Mikrofonarms nicht nur weiter unten, sondern auch die Mikrofonkapsel selbst wurde mit einer neuen Version mit angepasster Richtcharakteristik für bessere Aufnahmen ausgetauscht. Trotz allem ist die Sprachqualität aber nur durchschnittlich – weder besonders gut, noch besonders schlecht.

An der Seite befinden sich um die rot beleuchteten (nur über USB) Teufel-Logos und die Lüftungsöffnungen mit Meshgitter.

© Teufel

Der Klang in der Praxis

Die Teufel Cage klingen gut: Beim Zocken im Stereomodus liegt der Fokus natürlich klar auf den Mitten, aber die Höhen werden nicht vernachlässigt. Der Bass ist für unseren Geschmack fast schon zurückhaltend, aber mit den Software-Einstellungen lässt sich das ja regeln. Insgesamt wirkt das Klangbild recht bodenständig, was eine angenehme Abwechslung zur Bass-getriebenen Konkurrenz ist. Der zuschaltbare Surround-Modus steht zwar ausschließlich am PC zur Verfügung, macht dort aber eine super Figur, da sich Gegner optimal verorten lassen. Diese Virtualisierung gehört also definitiv zu den besseren Lösungen auf dem Markt. Insgesamt sind wir zufrieden mit dem Klang, auch wenn er nicht vom Schlag eines deutlich teureren Beyerdynamic MMX 300 (2. Generation) ist.