Mit der Zotac Magnus One ECM73070C haben wir einen Mini-PC im Test, der mit einer RTX 3070 aufwarten kann.

Mit der Mini-PC-Serie Zotac Magnus One haben wir einen kompakten Mini-PC für Gamer im Test, der Spielekonsolen das Leben schwer machen könnte. Denn trotz der geringen Größe schafft es der Hersteller, jede Menge Rechenleistung hineinzupacken, die die Performance von aktuellen Next-Gen-Konsolen wie der Playstation 5 oder Xbox Series X bei weitem übertrifft.

Ausstattung und Funktionen: Voll gaming-tauglich

Dass es sich beim Test-Gerät Zotac Magnus One ECM73070C um einen starken Gaming-PC handelt, lässt sich auf den ersten Blick kaum erahnen. Mit Abmessungen von lediglich 265,5 x 126 x 249 Millimetern wirkt die Zbox eher wie ein Office-PC für weniger aufwendige Aufgaben. Doch der Schein trügt: Beim Prozessor setzt Zotac bei diesem Modell auf den Intel Core i7-10700 (8 Kerne, 16 Threads, bis zu 4,8 GHz Boost-Takt), die 3D-Berechnung übernimmt die auch einzeln erhältliche und vertikal verbaute Zotac Gaming Geforce RTX 3070 Twin Edge mit zwei Radiallüftern die semi-passiv arbeiten. Sprich die Lüfter schalten sich sogar komplett ab, wenn der Grafikchip eine gewisse Temperaturgrenze unterschreitet.

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Der Prozessor nimmt Platz auf einem Mainboard mit H470-Chipsatz. Da es sich um ein speziell auf diese Zbox-Serie zugeschnittenes Hauptplatinen-Format handelt, ist ein Austausch mit einem neueren/anderen Modell wohl eher ausgeschlossen.

© Friedrich Stiemer

Der Prozessor nimmt Platz auf einem Mainboard mit H470-Chipsatz. Da es sich um ein speziell auf diese Zbox-Serie zugeschnittenes Hauptplatinen-Format handelt, ist ein Austausch mit einem neueren/anderen Modell wohl eher ausgeschlossen. Die CPU-Kühlung übernimmt ein 80 Millimeter großer Luftkühler mit einem Kühlkörper aus Kupfer. Kleine, aber feine Details: Die Spannungswandler des Mainboards sind ebenfalls mit Passiv-Kühlkörpern ausgestattet, damit sie die Wärme besser ableiten. Das Mainboard und die Grafikkarte wiederum sitzen auf einer gemeinsamen Leiterplatine, womit die Angst vor schlechtsitzenden Riser-Kabeln für die vertikal sitzende Grafikkarte gar nicht erst aufkommt.

Die Ausstattung des Zotac Magnus One ECM73070C aus HWinfo.

Barebone ohne RAM und Datenspeicher

Da es sich um ein Barebone handelt, fehlen dem Zotac Magnus One ECM73070C ab Werk Arbeits- und Datenspeicher. Sie müssen also erst einmal entsprechenden RAM im kompakten SO-DIMM-Format (bekannt von Notebooks, maximal 64 GB DDR4-2933 verteilt auf zwei Riegel) sowie eine Festplatte einbauen, damit es auch wirklich losgehen kann. Platz ist für eine 2,5 Zoll große SATA-Festplatte, eine M.2-NVMe-SSD und auch Intels Optane-Speicher, die letzten beiden jeweils über PCIe x4 angebunden. In Sachen Datenübertragung lassen sich also auch hier moderne und flotte Standards nutzen.

Der Mini-PC bietet Bluetooth 5, ein WLAN-Modul vom Typ Killer Wifi 6 AX1650 (also WLAN-ax, inklusive zwei abschraubbare Antennen).

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Apropos flotte Standards: Der Mini-PC bietet Bluetooth 5, ein WLAN-Modul vom Typ Killer Wifi 6 AX1650 (also WLAN-ax, inklusive zwei abschraubbare Antennen) und zwei LAN-Buchsen, wovon eine die gängige Übertragung im Gigabit-Bereich beherrscht, während die andere wieder von Killer (E3000) kommt und stolze 2,5 Gigabit transferieren kann. Bei den Anschlüssen stehen viermal USB 3.1, dreimal USB 3.0, dreimal Displayport 1.4a, einmal HDMI 2.1 sowie einmal HDMI 1.4 zur Verfügung.

An der Rückseite gibt's zwei LAN-Buchsen, wovon eine die gängige Übertragung im Gigabit-Bereich beherrscht, während die andere wieder von Killer (E3000) kommt und stolze 2,5 Gigabit transferieren kann. Bei den Anschlüssen stehen viermal USB 3.1, dreimal USB 3.0, dreimal Displayport 1.4a, einmal HDMI 2.1 sowie einmal HDMI 1.4 zur Verfügung.

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Alu-Gehäuse erlaubt guten Airflow

Das Besondere beim Zotac Magnus One ECM73070C: CPU und GPU sind räumlich voneinander getrennt, sprich Zotac setzt auf ein Zweikammern-Design im Inneren des Gehäuses. Dadurch kommen sich die Zu- und Abluft der beiden leistungsstarken Komponenten nicht in die Quere – sehr gut! Im unteren Teil des Mini-PCs befindet sich das Netzteil, bei dem es sich um ein nicht näher beschriebenes Modell mit einer Bruttokapazität von 500 Watt handelt, das mit der hocheffizienten Zertifizierung 80-Plus-Platinum aufwarten kann.

Zotac setzt auf ein Zweikammern-Design im Inneren des Gehäuses. Dadurch kommen sich die Zu- und Abluft der beiden leistungsstarken Komponenten nicht in die Quere – sehr gut!

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Das Gehäuse selbst besteht aus Aluminium und lässt sich werkzeuglos öffnen. Das Oberteil und die beiden Seitenwände sind dank eines Wabendesigns luftdurchlässig, damit die Luft auch zu- und abströmen kann. Im Deckel sitzen zwei 85 Millimeter große Lüfter, die Luft aus dem Inneren nach außen leiten. Insgesamt finden wir die Haptik durchaus gelungen und edel, der Würfel kann sich auf dem Schreibtisch durchaus sehen lassen. RGB-Beleuchtung gibt’s zwar nicht, dafür aber einen Lichtring rund um den Power-Knopf an der Front. Und wenn wir schon an der Vorderseite sind: Dort befinden sich einmal USB-C, einmal USB 3.0 (Typ A), ein 3,5-Millimeter-Klinkenstecker sowie ein nützlicher 3-in-1-Speicherkartenleser (SD, SDHC und SDXC).

Im Deckel sitzen zwei 85 Millimeter große Lüfter, die Luft aus dem Inneren nach außen leiten.

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So zockt es sich mit dem Zotac Magnus One ECM73070C

Die Hardware des Zotac Magnus One ECM73070C dürfte eine ziemlich gute 3D-Leistung zu Tage fördern. Doch auch fürs aufwendigere Homeoffice oder gar Workstation-Belange eignet sich der Mini-PC durchaus. In unserem Hands-On-Test beschränken wir uns jedoch auf die reine Spieleleistung. Für unsere Tests haben wir den Rechner mit 16 GB DDR-2666 bestückt, der Arbeitsspeicher verteilt sich dabei auf zwei Riegel. Beim Systemlaufwerk handelt es sich um die Phison PS5012 mit 256 GB Kapazität, die via PCIe 3.0 x4 ans System angebunden sind.

An der Front befinden sich einmal USB-C, einmal USB 3.0 (Typ A), ein 3,5-Millimeter-Klinkenstecker sowie ein nützlicher 3-in-1-Speicherkartenleser (SD, SDHC und SDXC).

© Friedrich Stiemer

Getestet haben wir alle Spiele in Full-HD, also 1.920 x 1.080 Pixel, stets mit den maximalen Grafikdetails und der höchsten Kantenglättung und deaktiviertem DLSS. Die nachfolgenden Bildraten sind immer die Durchschnittswerte. Im fordernden Metro Exodus messen wir 94, in Shadow of the Tomb Raider 95 und im doch schon etwas älteren Witcher 3 sind es rund 125 Bilder pro Sekunde.

Die Hardware des Zotac Magnus One ECM73070C im Windows-Gerätemanager.

Leistungsaufnahme und Lüftergeräusche

Und wie steht es um die Leistungsaufnahme des Mini-PCs Zotac Magnus One ECM73070C? Beim Zocken von Witcher 3 klettert die Anzeige des Strommessgeräts auf maximal knapp 570 Watt. Das ist nicht gerade wenig, doch für die gezeigte Leistung und Auslastung keine Überraschung. Was uns während den Tests aber aufgefallen ist: Die Lüfter des Zotac Magnus One ECM73070C drehen so hörbar auf, dass es fast schon unangenehm wird. Das ist leider nicht verwunderlich, da die hohe Leistung auch viel Abwärme produziert, die bei den beengten Platzverhältnissen nicht gerade förderlich ist. Während unserer Tests messen wir bei der CPU maximal 86 und bei der GPU 80 Grad Celsius. Letztere bleibt also relativ kühl, was beweist, dass das Zweikammern-System gut aufgeht. Eine Drosslung der Leistung zum Selbstschutz der Chips hat zu keinem Zeitpunkt stattgefunden.

Der Lieferumfang der Zotac Magnus One ECM73070C.

© Zotac