Quasi jedes Betriebssystem unterstützt Samba zum einfachen Austausch von Dateien.

Viele Anwender speichern Daten auf einer NAS, damit sie von verschiedenen Geräten im Heimnetz darauf zugreifen können. Oft hält der NAS-Hersteller Tools und Apps für verschiedene Betriebssysteme bereit, die den Datenaustausch zwischen PC, Notebook, Mac, Smartphone und Tablets sowie dem NAS erheblich erleichtern.

Doch nicht in jedem Heimnetz arbeitet ein NAS-System – und manchmal wollen Sie Dateien einfach auf dem direkten, schnellen und sicheren Weg zwischen zwei Netzwerk-Geräten Clients austauschen, ohne den Umweg über ein NAS, einen USB-Stick oder einen externen Cloudspeicher zu nehmen. Wir zeigen, wie Sie alle Geräte im Heimnetz geschützt miteinander sprechen lassen – völlig unabhängig vom Betriebssystem.

SMB als gemeinsames Datenaustauschprotokoll

Damit Geräte mit verschiedenen Betriebssystemen Daten austauschen können, müssen sie eine gemeinsame Sprache verstehen – in diesem Fall ein Netzwerkübertragungsprotokoll wie SMB (Small Message Block Protokoll). Zwar haben die einzelnen Betriebssysteme teils bessere Alternativen an Bord. Doch der Vorteil von SMB ist, dass es sich unter allen wichtigen Systemen sofort nutzen oder mit einem Klick nachinstallieren lässt.

SMB arbeitet nach dem Server-Client-Prinzip: Ein System arbeitet als SMB-Server, da auf ihm die zu teilenden Daten gespeichert sind. Der Server stellt sie als Freigabe bereit. Auf die Inhalte dieser SMB-Freigabe greifen dann andere Geräte im Netzwerk zu, die SMB-Clients. Dazu müssen sie sich mit passenden Anmeldeinformationen gegenüber dem SMB-Server ausweisen. Üblicherweise richten Sie deshalb auf dem Server ein entsprechendes Benutzerkonto für den Freigabezugriff ein. Das ist sicherer, als sogenannte Gast- oder Anonymous-Konten zu nutzen, die bei vielen Geräten standardmäßig für den SMB-Zugriff eingerichtet sind. Derartige SMB-Freigaben ohne Zugriffsschutz stellen ein Sicherheitsrisiko dar, da jeder beliebige Client im Netzwerk – auch Malware – diese Freigabeordner nutzen kann, um sich zu verbreiten und weiteren Schaden anzurichten.

Die Sicherheit bei SMB-Freigaben erhöhen Sie außerdem, indem Sie die veraltete und mit diversen Sicherheitslücken behaftete Protokollversion SMBv1 vermeiden. Unter Windows und Mac-OS ist sie bereits standardmäßig deaktiviert. Doch in manchen NAS-Geräten und insbesondere in fast allen Routern mit NAS-USB-Anschluss ist SMBv1 nach wie vor aktiviert – mit Ausnahme der Fritzbox-Router von AVM.

Siehe auch: Wie schnell ist Ihr Netzwerk wirklich?

SMB-Freigabe unter Windows einrichten

Im Windows Explorer wählen Sie im Kontextmenü des freizugebenden Ordners „Zugriff gewähren –› Bestimmte Personen …“ und geben diesen Ordner für den SMB-Zugriff über das eigene (oder weitere) Benutzerkonto frei.

Eine Freigabe auf einem Windows-Rechner müssen Sie mit einem bereits auf diesem System angelegten Benutzerkonto verknüpfen. Wer sich von einem SMB-Client im Heimnetz an dieser Windows-Freigabe anmelden und auf deren Inhalte zugreifen möchte, benötigt die Zugangsdaten (Benutzername und Passwort) dieses Windows-Benutzerkontos.

Wenn Sie auf Ihrem Rechner eine Freigabe unter Windows anlegen, nutzt das System Ihre Zugriffsdaten automatisch für das Freigabe-Konto. Mit Ihren Windows-Konto daten können Sie von einem anderen SMB-Client auf die freigegebenen Daten auf dem Windows-Rechner zugreifen.

Um eine Freigabe in Windows einzurichten, wählen Sie im Explorer den freizugebenden Ordner per Rechtsklick aus und gehen im Kontextmenü auf „Zugriff gewähren auf –› Bestimmte Personen…“. Im folgenden Fenster sollten Sie als berechtigter Nutzer eingetragen sein. Über das Drop-down-Menü können Sie Nutzer hinzufügen oder ein neues Benutzerkonto unter Windows erstellen. Achtung: Die Bezeichnung „Jeder“ bezieht sich auf alle Benutzerkonten, die auf diesem Windows-PC bereits vorhanden sind. Bei Benutzern, die keine Administratoren sind, können Sie zwischen einer Leseund einer Schreibberechtigung wählen. Eine Freigabe für beliebige Benutzer ohne Zugangsdaten, also eine anonyme Anmeldung, wird von Windows aus Sicherheitsgründen nicht mehr unterstützt.

Nach einem Klick auf die Schaltfläche „Freigabe“ erhalten Sie mit „Der Ordner wurde freigegeben“ die Bestätigung. Außerdem sehen Sie den Verzeichnispfad, über den die Freigabe im Netzwerk von einem anderen Windows-Rechner aus aufgerufen werden kann, nämlich „\\<Hostname Ihres PCs>\<Name des Freigabeordners>“.

SMB-Freigabe unter Ubuntu-Linux einrichten

Für die SMB-Freigabe unter Ubuntu Linux müssen Sie zunächst das Software-Paket Samba über einen Klick auf „Freigabedienst einrichten“ installieren.

Stellvertretend für die zahlreichen Linux-Distributionen beschreiben wir im Folgenden, wie Sie eine SMB-Freigabe unter Ubuntu und dem Gnome-Desktop einrichten.

Melden Sie sich zunächst mit einem Admin-Konto im System an. Öffnen Sie per Klick auf das Ordner-Icon „Dateien“ in der Aktivitätenleiste den Linux-Dateiexplorer, der auch unter dem Namen „Nautilus“ bekannt ist. Hier können Sie zum Beispiel einen persönlichen Ordner oder den Ordner eines anderen Laufwerks über „+ Andere Orte“ für den Zugriff im Netzwerk freigeben. Gehen Sie per Rechtsklick auf den Ordner und wählen Sie „Freigabe im lokalen Netzwerk“. Das Fenster „Ordner freigeben“ öffnet sich, und sobald Sie zum ersten Mal einen Haken vor „Diesen Ordner freigeben“ setzen, sehen Sie einen Hinweis, dass die Dateifreigabe aktuell noch nicht eingerichtet ist.

Klicken Sie dann auf „Freigabedienst einrichten“ und installieren Sie wie vorgeschlagen das Paket „samba“. Haben Sie das erledigt, lässt sich das „Ordner freigeben“- Fenster bearbeiten. Setzen Sie bei Bedarf noch einen Haken vor „Anderen erlauben, Dateien… zu löschen“, und gehen Sie dann auf „Freigabe erstellen“.

Außerdem müssen Sie noch ein Benutzer- Passwort für Ihren Admin- Nutzer in der Samba- Benutzerverwaltung anlegen.

Wie bei Windows funktioniert auch der Zugriff auf die SMB-Freigabe des Linux-Rechners aus dem Heimnetz mit den Anmeldedaten des Linux-Benutzerkontos. Allerdings müssen Sie dafür noch eine zusätzliche Einstellung vornehmen, denn der soeben installierte Samba-Server verwendet unter Linux eine eigene Zugangsverwaltung. Zwar übernimmt er den Benutzernamen des Admin-Kontos, über das Sie gerade Samba installiert haben, automatisch. Doch das Passwort müssen Sie noch vergeben. Um es möglichst einfach zu halten, sollten Sie hier zunächst das Passwort Ihres Admin-Benutzerkontos verwenden. Gehen Sie dazu per Rechtsklick auf den Ubuntu-Desktop und wählen „Im Terminal öffnen“. Geben Sie dort folgendes Kommando ein:

sudo smbpasswd -a <Ihr Admin-Benutzername> 

Anschließend tippen Sie dreimal hintereinander dasselbe, zum Admin-Konto gehörige Passwort ein: einmal für den Sudo-Befehl und zweimal für die Zuweisung des Passworts zum angegebenen Benutzernamen in der Samba-Benutzerverwaltung.

Danach können Sie über die Zugangsdaten Ihres Admin-Benutzerkontos auf die SMB-Freigabe zugreifen. Weiterführende Infos, um beispielsweise andere Benutzerkonten mit der Linux-Freigabe zu verknüpfen, liefert dieser Artikel .

SMB-Freigabe unter Mac-OS einrichten

Auch auf einem Mac-OS-Rechner können Sie Ordner via SMB für andere Netzwerkteilnehmer freigeben. Dazu klicken Sie auf den Apfel oben in der Kopfleiste des Mac, wechseln in die „Systemeinstellungen“ und wählen dort die Option „Freigaben“. Im folgenden Fenster setzen Sie – falls noch nicht geschehen – in der linken Spalte einen Haken vor „Dateifreigabe“. In der mittleren Spalte unter „Geteilte Ordner“ können Sie neben Ihrem eigenen öffentlichen Ordner noch weitere Ordner über das „+“-Symbol hinzufügen und diese ebenfalls für den Zugriff im Netzwerk freigeben. Rechts daneben unter „Benutzer“ geben Sie an, welcher Benutzer mit welcher Berechtigung auf einen Freigabeordner zugreifen darf.

Öffnen Sie außerdem die Schaltfläche „Optionen …“ und prüfen Sie, ob hier auch tatsächlich der erste Haken zur Aktivierung des SMB-Protokolls gesetzt ist. Außerdem sollten im unteren Bereich alle Ordner aktiviert sein, die Sie per SMB im Netzwerk freigeben möchten. Bestätigen Sie Ihre Einstellungsänderungen. Eine sehr ausführliche Anleitung zur Einrichtung von Freigaben unter Mac-OS stellt Apple hier bereit .

Lesetipp: Netzwerk-Tuning in Windows 11 - so klappt's

Zugriff vom Windows-PC auf SMB-Freigaben

Im Softperfect Network Scanner für Windows wählen Sie Ihren Netzwerkadapter, führen den Heimnetz-Scan durch und öffnen im Anschluss die angezeigten SMB-Freigaben („+“-Symbol) per Doppelklick im Explorer.

Der Zugriff auf SMB-Freigaben von einem Windows-PC aus erfolgt üblicherweise im Explorer im Bereich „Netzwerk“ . Oft dauert es aber sehr lange, bis dort eine neu eingerichtete Freigabe auftaucht. Schneller geht es mit dem Tool „ Softperfect Network Scanner “, das alle verfügbaren Freigaben im Heimnetz nach einem Netzwerk-Scan sofort anzeigt. Um einen Scan durchzuführen, klicken Sie in der Kopfleiste des Tools zunächst auf das kleine, grüne „IP“-Symbol, so dass sich das Fenster „Auto Detect“ öffnet. Hier wählen Sie dann unter „IPv4“ per Doppelklick den mit dem Heimnetz verbundenen Netzwerkadapter Ihres Windows-PCs aus. Zurück im Hauptfenster klicken Sie auf die Schaltfläche „Start Scan“.

Das Tool listet Ihnen danach alle Geräte im Heimnetz auf. Ein Gerät mit verfügbaren SMB-Freigaben zeigt ein vorangestelltes „+“-Symbol. Nach einem Klick darauf erhalten Sie Zugriff auf den oder die Freigabeordner des Geräts. Auch hier müssen Sie aber zuerst die Zugangsdaten eingeben, um zur Freigabe zu gelangen.

Achtung: Unsichere SMBv1-Freigaben zeigt der Network Scanner nur an, wenn Sie SMBv1 nachträglich unter Windows freigeschaltet haben. 

Zugriff von Android und Linux auf SMB-Freigaben

Wer von seinem Android-Smartphone oder -Tablet auf SMB-Freigaben zugreifen möchte, nutzt die komfortable Gratis-App „Cx Datei Explorer“. Sie kann Ihr Netzwerk automatisch nach Freigaben durchsuchen und anschließend die Verbindung herstellen. Wählen Sie im Hauptfenster der App unten den Bereich „Netzwerk“ aus, gehen Sie auf das blaue Kreis-Icons mit dem „+“, anschließend auf „Remote“ und schließlich „Lokales Netzwerk“.

Hier führt die App alle Freigaben im Heimnetz auf, und Sie können die Verbindung zum gewünschten Gerät herstellen, nachdem Sie die korrekten SMB-Zugangsdaten eingegeben haben.

Für den SMB-Zugriff von Ubuntu aus müssen Sie die SMB-Server-Adresse im Filemanager „Dateien“ unter „+Andere Orte“ eintragen.

Für den SMB-Zugriff von einem Ubuntu-Rechner aus benötigen Sie die lokale IP-Adresse des SMB-Servers, auf dessen Freigabe Sie zugreifen möchten. Diese IP-Adresse ermitteln Sie von einem anderen Rechner aus am einfachsten über das Webmenü Ihres WLAN-Routers. Dort sollte das Gerät, das als SMB-Server dient, in der Liste der verbundenen Geräte – bei einer Fritzbox zum Beispiel unter „Heimnetz –› Mesh“ – samt lokaler IP-Adresse auftauchen.

Für den Zugriff verwenden Sie unter Ubuntu-Linux das Filemanager-Tool „Dateien“, das Sie über die Aktivitäten-Leiste öffnen. Klicken Sie in dessen Menüleiste links unten auf „+ Andere Orte“. Nun erscheint im rechten unteren Fensterrand ein Feld, in das Sie die IP-Adresse des NAS, des Windows- PCs oder des MacOS-Rechners eintragen, der die SMB-Freigabe im Heimnetz bereitstellt. Die Eingabe sieht so aus: 

smb://<IP-Adresse des SMB-Servers>/<Name des Freigabe-Ordners>

Wenn also die SMB-Freigabe auf einem Rechner mit der lokalen IP-Adresse 192.168.178.30 liegt und der Freigabeordner „Media“ heißt, lautet die Eingabe: 

smb://192.168.178.30/Media 

Im Anschluss öffnet sich das Fenster „Anmeldung erforderlich“. Hier setzen Sie die Option bei „Verbinden als“ auf „Registrierter Benutzer“ und geben die korrekten Zugangsdaten ein. Wenn Sie möchten, können Sie ganz unten im Fenster die Passwortoption auf „Nie vergessen“ setzen. Klicken Sie anschließend auf „Verbinden“ – und Sie können auf die Freigabe zugreifen.

Zugriff von Mac-OS und iOS auf SMB-Freigaben

Für Apple-Geräte gibt es keinen hilfreichen Netzwerkscanner, mit dem sich vom Mac-OS-Rechner oder per iPhone nach SMB-Freigaben im Heimnetz suchen lässt. Denn Apple verbietet allen seinen Anwendungen grundsätzlich, andere MAC-Adressen im Netzwerk auszulesen und anzuzeigen. Deshalb sind Netzwerkdiagnose- oder Scannertools auf Apple-Geräten relativ sinnlos. Wenn Sie also die IP-Adresse eines SMB-Freigabegeräts benötigen, um darauf von einem Apple-Gerät aus zugreifen zu können, so müssen Sie auch hier in der Geräteliste Ihres Routers oder direkt in den Netzwerkeinstellungen des SMB-Servers nachsehen. Denn diese IP-Adresse des SMB-Servers benötigen Sie, um mit Apple-Bordmitteln wie der App „Dateien“ unter iOS oder dem Systemtool „Finder“ unter Mac-OS auf SMB-Freigaben zugreifen zu können. Wählen Sie dazu im Mac-OS Finder „Gehe zu –› Mit Server verbinden“ und tragen Sie in das Feld „Serveradresse“ Folgendes ein: 

smb://<IP-Adresse>/<Name des Freigabeordners>

Nach einem Klick auf „Verbinden“ geben Sie dann noch die korrekten SMB-Zugangsdaten als registrierter Benutzer ein.