Wir erklären nicht nur, wie ihr CoD: Warzone optimieren könnt, sondern auch, welche Tricks es für Windows 10 seit dem Oktober-Update gibt.

Schritt 1: Windows 10 updaten

Das Oktober-Update von Windows 10 brachte viele Optimierungen für Gaming, u.a. wurde durch den Game-Mode das zeitgleiche Installieren von Updates oder Treibern deaktiviert, wodurch ihr leicht Probleme mit Lag erhalten könnt. Einfach weil eure Internetleitung mit Updates beschäftigt ist, statt sich voll und ganz auf Call of Duty: Warzone zu fokussieren. Auch wurde mit dem Update die Streuung der Framerate, also der Bildwiederholrate, in Spielen verringert, was automatisch zu höheren FPS führt.

Schritt 2: Geforce Experience updaten

Nvidia arbeitet sehr eng mit allen Studios zusammen und insbesondere für große Titel wie Call of Duty: Warzone wird häufig an Performance-Updates gearbeitet. Einfach die Geforce Experience laden, auf Update klicken, der Rest funktioniert von alleine.

(@AMD-Experte: Ich schätze es ergibt Sinn, wenn ihr die System-Einstellungen für AMD abgleicht. Da ich davon gerade keine aktuelle Karte da habe, bezieht sich mein Artikel exklusiv auf Nvidia)

Schritt 3: Nvidia System-Einstellungen optimieren

Unten rechts findet ihr die Systemleiste, dort u.a. Nvidia. Hier einmal rechts klicken, Nvidia-Systemsteuerung auswählen und auf 3D-Einstellungen verwalten gehen. Dort solltet ihr bitte genau darauf achten, dass ihr alles so einstellt, wie hier vorgeben:

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

Funktion

Einstellung

Scharfstellen der Bilder

Schärfeeinstellung aus

Anisotrope Filterung

Anwendungsgesteuert

Antialising - FXAA

Aus

Anitalising - Gammakorrektur

Ein

Antialising - Modus

Anwendungsgesteuert

Antialising - Transparenz

Aus

CUDA - GPUs

Alle

Dreifach-Puffer

Aus

Dynamische Verstärkung

Ein

Energieverwaltungsmodus

Optimale Leistung

Hintergrundanwendung Max. Bildfrequenz

Aus

Shader Cache

Ein

Texturfilterung - Anisotrope Abtastoptimierung

Ein

Texturfilterung - Negative LOD-Bias

Erlauben

Texturfilterung - Qualität

Hohe Performance

Texturfilterung - Trilineare Optimierung

Ein

Threaded-Optimierung

Auto

Umgebungsverdeckung

Aus

Vertikale Synchronisierung

Einstellung für 3D-Anwendungen verwenden

Virtual Reality - Supersampling mit variablen

Aus

So brutal und effizient arbeiten Scalper: Warum aktuell keine Grafikkarten, CPUs und PS5s für reguläre Preise zu kaufen sind

Schritt 4: Optimierung der Grafik-Settings in Windows 10

Dafür geben wir in der Searchbar „Grafiksettings“ ein und schauen, dass “Hardware-beschleunigte GPU-Programmierung“ aktiviert ist. Diese Funktion kam erst mit dem Oktober-Update und erlaubt der GPU, den Speicher zu verwalten, anstatt diese Aufgabe an das Betriebssystem, also Windows 10 selbst, zu delegieren.

Windows 10 hat mit dem Oktober-Update viele Optimierungen für Games eingefügt. Hier lernt ihr, wie ihr das Maximum an Performance rausholt.

Anschließend schauen wir uns die Grafikleistungseinstellungen an, die sich direkt darunter befinden. Diese lassen sich je App und Spiel optimieren, hier lassen sich viele FPS rausholen, weil wir hier festlegen, ob unser PC Batterie sparen oder auf volle Leistung gehen soll. Das ist insbesondere für Nutzer von Gaming-Laptops interessant, standardmäßig ist Windows 10 im Batteriebetrieb auf Energiesparen optimiert respektive die Balance aus Performance und Akku, nicht auf maximale Leistung. Genau die brauchen wir aber für ein Grafik-intensives Spiel wie Call of Duty: Warzone mit all seinen Partikeleffekten, seiner riesiger Welt und hohen Spieleranzahl.

Hier wählt ihr eine App aus respektive sucht nach ModernWarfare.exe, fügt so Call of Duty Warzone hinzu und wählt aus drei Modi:

  1. Windows entscheiden lassen

  2. Energiesparen

  3. Hohe Performance

Wir entscheiden uns für die hohe Performance.

Schritt 5: So holen wir das Maximum aus dem Battlenet-Launcher

Wir gehen hier auf Einstellungen, navigieren zu Spieleeinstellungen und wählen Call of Duty: Modern Warfare aus. Solltet ihr Probleme mit Abstürzen oder Stuttering haben, also häufiger auftretendem Lag, könnt ihr hier einen Profi-Trick verwenden, der uns von einem CoD-Entwickler verraten wurde.

Es gibt viele Grafikeinstellungen, die atmosphärisch toll sind, aber viel FPS kosten – etwa, wenn HDR-Sonne sich auf dem Stahl einer MP5 spiegelt, dann braucht das viel Performance.

Es gibt dort eine Schaltfläche, die nennt sich “Additional Command Line“. Hier könnt hier -D3D11 eingeben. Damit wird ein Systemcheck der App durchgeführt, der in der Regel alle Probleme behebt. Sobald ihr keine Abstürze, Startprobleme o.ä. habt, empfehlen wir, diese Kommando-Eingabe wieder zu deaktivieren.

Schritt 6: Euer Speicherplatz wird knapp? Die einzelnen Module von CoD lassen sich jetzt deinstallieren

Einer der Hauptgründe für einen langsamen PC ist eine übervolle Festplatte. Sollte das bei euch der Fall sein, macht einen Rechtsklick auf Call of Duty: MW und geht auf Optionen, dort auf „Ändere Installation“. Dort werden alle vier Module gelistet. Solltet ihr bereits die Kampagne durchgespielt haben und diese aktuell nicht brauchen, könnt ihr sie hier deinstallieren. Auf diese Weise ist es uns in internen Tests gelungen, die Installationsgröße von 231 GByte auf 168 GB zu schrumpfen. Warzone nimmt zwar der meisten Platz ein, es gibt aber viel Sparpotential bei den anderen Modulen:

Kampagne: 34,5 GByte
Multiplayer: 42 GByte
Spec Ops: 37,8 GByte

Schritt 7: Auf interne oder externe SSD upgraden

Wer viel spielt und installiert, der wird relativ schnell an die Grenzen seiner Festplatte stoßen. Solltet ihr auf einem PC unterwegs sein, bietet sich eine interne SSD an. Wer auf einem Gaming-Laptop spielt, dem empfehlen wir eine pfeilschnelle NVMe-SSD. Wir nutzten für diesen Test an unserem Razer Blade Pro beispielsweise die WD_Black Call of Duty Black Ops Cold War Special Edition P50. NVMe-SSDs haben den Vorteil, dass sie rasend schnell sind, diese hier liefert dank USB 3.2 und SuperSpeed USB 20-Gb/s-Schnitte Geschwindigkeiten von 2000 MByte/s. Voraussetzung ist dafür natürlich eine USB-C-Schnittstelle. Können wir sehr empfehlen, gerade für PC-Spieler, die vielleicht keine Lust haben, eine interne SSD nachzurüsten oder die Flexibilität genießen möchten, zwischen PC und Laptop wechseln zu können. Interne SSDs sind zwar noch immer schneller, die SN850 von WD_Black etwa bringt 7000 MByte/Sekunde auf den Tacho, haben aber eben nicht dieselbe Flexibilität. Generell lässt sich sagen: Wer Performance will, der kommt im Jahr 2021 nicht um ein SSD-Upgrade herum.

Die NvME-Technologie macht externe SSD-Festplatten erstmals fast genauso schnell wie eine interne. Gerade für Notebook-Gamer empfehlen wir eine NvME. Call-of-Duty-Fans finden mit der WD Black sogar eine, die speziell mit CoD gebrandet ist.

Schritt 8: Maus und Tastatur optimieren

Klingt selbstverständlich, machen aber nur wenige: Wenn ihr in der Windows-10-Suchleiste nach “Tastatur“ sucht, findet ihr unter dem Menüpunkte “Geschwindigkeit“ zwei Einstellungen:

Verzögerung: Schieberegler voll aufdrehen nach rechts, dort sollte dann “Kurz“ stehen.

Wiederholrate: Schieberegler voll aufdrehen, dort sollte dann „Schnell“ stehen. Das erhöht die Geschwindigkeit, wie responsiv eure Tastatur agiert und kann schon die Millisekunde Vorteil bringen, die zwischen Sieg und Niederlage im Duell entscheidet.

Analog machen wir das gleiche mit der Maus: Maus in der Suchleiste eingeben, dann auf “Weitere Mausoptionen“, “Zeigeroptionen“ und schaut, dass unter “Bewegung“ der Reiter „Zeigebeschleunigung verbessern deaktiviert wird – das macht die Maus langsamer, weil die Sensorik immer wieder abfragt, ob sie gerade präzise genug ist. Das ist unnötig, wenn ihr ohnehin eine hochwertige Gaming-Maus benutzt.

Zudem empfehlen wir, die Zeigergeschwindigkeit auf 6 von 10 hochzudrehen. Damit kann eure Maus ihre hohe DPI-Zahl optimal nutzen, ohne dass die Bewegungen zu schnell und ungenau werden. Profis spielen oft auf 10, Normal-Spieler würden wir aber eher den Bereich zwischen 5 und 7 empfehlen, da muss jeder ein bisschen experimentieren, was optimal für euch ist.

Schritt 9: Maus-Handling innerhalb von Call of Duty optimieren

Moderne Mäuse brauchen keine Software-Unterstützung mehr. Die sollte man ausschalten, weil die Software in der Regel nur auf Angleichungen basiert, die zu Verzögerungen sorgen kann.

Die meisten glauben, dass niedrige FPS-Werte alleine mit der Power der Grafikkarte zu tun haben, dem ist aber nicht so. Standardmäßig wird Hardware-Beschleunigung sehr intensiv für etwa Mäuse aktiviert, was sinnvoll ist für Office-Nager. Aber nicht für die Renn-Mäuse von Logitech, Razer, Roccat und Konsorten. Aktuelle Maus-Hardware wird eher ausgebremst von allen Eingriffen, die von Windows 10 oder dem Spiel selbst vorgenommen werden, weil die Maus quasi gezwungen wird, ihre eigenen Werte mit dem Spiel abzugleichen. Wir würden für eine möglichst direktes Eingabegefühl empfehlen, folgende drei Reiter zu deaktivieren:

Maus-Beschleunigung: auf 0,0 setzen
Maus-Filterung: 0,00
Mausglättung: Deaktiviert

Schritt 10: Grafik-Einstellungen in Call of Duty optimieren

Hier wird’s tricky, weil ihr recht viel experimentieren müsst. Ein sehr wichtiger Punkt ist “Sichtfeld“, besser bekannt als Field-of-View. Dieser legt die Höhe und Breite des Sichtfelds fest. Ein sehr hoher Wert gibt euch zwar mehr Übersicht und kann Vorteile bringen, etwa weil ihr Flankenangriffe potentiell früher erkennt. Lässt aber die Framerate sinken. Unserer Erfahrung nach ist 110 ein guter Mittelwert, wobei es hier sehr auf eure Grafikkarte ankommt.

Weiter geht’s mit dem Reiter „Grafik“, hier könnte man die Framerate limitieren, etwa wenn der PC unter Hitzeproblemen leidet. Solange euer System aber gut gekühlt ist, gibt es dafür keinen Grund. Wir würden diesen Reiter auf „Unlimitiert“ ändern.

Schritt 11: Spezielle Nvidia-Features können die FPS massiv verbessern

Nvidia Reflex Low Latency:

Es handelt sich dabei um ein Paket, welches diverse Tools enthält, das Latenzzeiten misst und automatisch optimiert. Die Reduzierung der Systemlatenz ist gerade in Call of Duty: Warzone immens wichtig, weil es bedeutet, dass der PC und euer Display schneller auf Maus- und Tastatureingaben reagiert und wir so schlicht präziser schießen können.

Die Latenz kann entscheidend sein, gerade in Duell-Situationen, die es in Call of Duty: Warzone sehr oft gibt. Schließlich kämpfen wir auf der größten Karte der Spielegeschichte.

Wie funktioniert das im Kern: Durch die direkte Integration in das Spiel richtet der Reflex Low Latency-Modus die Spiele-Engine so aus, dass das Rendering just-in-time erfolgt, wodurch die Warteschlange für das GPU-Rendering wegfällt und der CPU-Rückstau reduziert wird. Dies führt zu Latenzreduzierungen, die über die üblichen reinen Treibertechniken hinausgehen, wie dem NVIDIA-Ultra-Low-Latency-Modus.

Gibt es Unterschiede zwischen aktuellen und älteren Grafikkarten?

Nvidia Reflex Low Latency wird bis auf die GTX 900er-Reihe aus dem Jahr 2014 unterstützt. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass eure GPU das kann, es sei denn, sie ist älter als sieben Jahre. Besitzer dieser älteren Grafikkartengeneration können den Boost-Modus aktivieren.

Diese Funktion setzt die Energiesparfunktionen des Grafikprozessors außer Kraft, damit die GPU-Taktung auch bei starker CPU-Belastung hoch bleiben kann. Selbst bei CPU-gebundenen Spielen führen längere Rendering-Zeiten zu zusätzlicher Latenz. Das Hochhalten der Taktfrequenz kann deutlich mehr Strom verbrauchen, aber auch die Latenzzeit etwas verringern, wenn die GPU deutlich unterausgelastet ist und die CPU die endgültigen Rendering-Aufgaben in großen Chargen abarbeitet.

Atmosphärische Details wie rauchende Reifen, krachende, voluminöse Explosionen oder volumetrischer Rauch sehen toll aus, kosten aber viel FPS, gerade mit einem schwächeren System.

Schritt 12: Klassische Grafik-Einstellungen optimieren

Tabelle zur Seite scrollen für mehr Informationen.

Anzeigemodus

Vollbild

Bildwiederholfrequenz

Solltet ihr an den Wert eures Displays anpassen. Wir nutzen etwa ein 120-Hz-Display im Razer Blade Pro, entsprechend ist der Wert 120

Renderauflösung

90

Bildformat

Automatisch

V-Sync

Deaktiviert. V-Sync ist wichtig für Singleplayertitel, weil es Tearing unterbindet und für ein harmonischeres Bild sorgt. Solche massiven Systemeingriffe wirken sich aber in der Regel negativ auf eure FPS in Multiplayer-Shootern aus.

Texturauflösung

Normal. Das ist eine gute Balance zwischen Grafikpracht und Performance. Wer noch mehr FPS will, kann auf niedrig runterschalten, dann sehen aber etwa Umgebungstexturen nicht mehr so schick aus.

Anisoptropischer Texturfilter

Normal

Partikelqualität

Hoch. Insbesondere wenn ihr streamen wollt, ist die Partikelqualität sehr wichtig für die Wucht, die Call of Duty entfesselt. Spieler mit älteren Grafikarten können hier runtergehen, müssen aber mit signifikant weniger schönen Rauch- und Explosionseffekten rechnen.

Einschusslöcher und Sprays

Aktiviert. Braucht keine FPS, ist aber atmosphärisch sehr stark umgesetzt

Tesselation

Alle. Tesselation ist wichtig für den FPS-Wert, weil es der GPU erlaubt, zum Beispiel ein Haus in der Ferne mit niedriger Pixelstruktur zu berechnen und den Schärfe sowie Qualitätsgrad höher zu drehen, je näher wir kommen.