In Dragon Age 4 geht die Reise nach Tevinter. Eine magische Welt mit schwebenden Schlössern und ganzen Städten dürfte uns hier als Spielwelt überraschen, die eher an Harry Potter erinnert denn das kühle Inquisition.

Majestätisch spielt die Musik auf, fliegende Bauwerke wie in Harry Potter drängen sich in den Vordergrund. Tevinter wirkt wie ein Wunderland der Magie in den ersten Szenen von Dragon Age 4. Eine klare Abkehr von Dragon Age Inquisition und dessen Landen Orlais und Ferelden, die stark religiös geprägt sind. Wo Zauberer als Hexer denunziert und verfolgt werden. Die Kirche und ihre Templer sind eher konservativ und bestehen auf Zucht und Ordnung, Kreativität und Technologie ist hier ungern gesehen. Tevinter hingegen ist ein von Magiern geführtes Imperium, ein Hort der kreativen Energie, des Schaffens- und Erfindergeistes. Welches zwar oft in der Reihe erwähnt, aber noch nie Schauplatz des Spiels war. Man schätzt hier das gute Leben und frönt der Dekadenz, schließlich ist Tevinter unermesslich reich.

In dem neu veröffentlichten Buch " BioWare: Stories and Secrets of 25 Years of Game Development “ wurde bereits verraten, dass Dragon Age 4 (was derzeit noch kein finaler Name ist, Gerüchteweise könnte es „Dragon Age 4: The Dread Wolf Rises heißen), uns in das Land der Blutmagie, des Prunks und der Prahlerei entführen wird. Bioware hat das jetzt auch offiziell bestätigt. Einen Ort, der uns den glorreichen Dorian Pavus und Cremisius Aclassi von Inquisition und Fenris aus Dragon Age 2 beschert hat. In dem Buch gibt es mehrere Concept-Arts, die die Antiva City und die verschiedenen Crow-Attentäter zeigen, auf die in der gesamten Dragon-Age-Trilogie Bezug genommen wurde. Ebenfalls in dem Roman thematisiert ist die Mourn Watch, eine Gruppe, die neben verschiedenen Seiten, die Nevarra und Lords of Fortune nördlich von Tevinter in Rivain widerspiegeln. Hieran sieht man bereits, wie viele Lande wir wohl bereisen werden. Auch die Zwergentunnel im Osten, The Deep Roads, zeigen sich in diesem Buch bereits als Artwork. Ein unglaublich spannendes Szenario für den Nachfolger einer der beliebtesten Rollenspiel-Reihen unserer Zeit.

Wir spielen wohl u.a. einen Spion, der Geheimnisse auskramt, Städte und Armeen sabotiert, sich in die höheren Kreise einschleicht und Intrigen schmiegt. Wird die Story von Dragon Age 4 etwa ein bisschen wie Game of Thrones?

Es ist Zeit für einen neuen Helden. Keine magische Hand, keine Jahrhunderte alte Prophezeiung. Diese Art von Person, die du nie kommen sehen wirst …“

… verrat uns schon der letzte große Trailer von den The Game Awards. Und auch Bioware selbst deutete mehrmals an, dass man eine Geschichte erzählen wolle, in der der Held kein Magie-begabtes Wesen ist. „Was passiert, wenn du keine Macht hast?“, fragte etwa der Creative Director in einem seiner letzten Videos. Und der Ausspruch „Eine Person, die du nie kommen sehen wirst“ mit Zoom auf eine vermummte Gestalt mit Lederkutte? Schreit ja förmlich nach einem Spion oder Agenten. Davon schrieb auch Jason Schreier bereits vor einigen Jahren in seiner ersten Kotaku-Story über Dragon Age 4. Schreier gilt als einer der bestinformierten Journalisten der Gamesbranche, der Mega-Insider, der Freunde in jedem Studio hat. Ein Investigativjournalist, der es sich zur Aufgabe gemacht, hat Missstände in der Branche aufzudecken und bei seinen Recherchen zur Entwicklungshölle Anthem auf ein paar Geheiminformationen zu anderen Projekten gestoßen ist – so wie Project Morrison, dem nächsten Dragon Age.

Ein Wiedersehen mit unserem alten Buddy Varric Tethras

Als Erzähler des Trailers dient Varric Thetras, ein in der Dragon-Age-Welt durchaus berühmt, berüchtigter Zwergen-Spion. Scheint, als würden wir ihn wiedersehen im vierten Teil.

Schreier enthüllte bereits 2019, dass es sich in Dragon Age 4 um einen Spion drehen soll, der Tevinter infiltriert. Wie passend, dass das Voice-Over des neuesten Trailers von unserem Buddy Varric stammt – ebenfalls einem Spion. Er ist der jüngste Sohn der Familie Tethras, während sein älterer Bruder als Familienoberhaupt fungiert. Äußerlich wird er als der müßige jüngere Bruder gesehen, der seine Zeit in Tavernen verbringt und wilde Geschichten erzählt, während die Leute ihm Met servieren. Seine eigentliche Aufgabe ist es aber, ein Spionagenetzwerk mit Kontakten aufzubauen, um verschiedene Probleme für seine Familie zu lösen, die ein machtvoller Teil der Händlergilde der Zwerge ist. Schließlich ist in der Taverne jeder gleich betrunken und Betrunkene lügen eher selten. Die Familie Tethras war einst Teil der Adelskaste in Orzammar, bis Varrics Vater bei der Fälschung erwischt wurde. Die Schande und Gefahr für die Familie war so groß, dass der Zwergen-Haushalt keine andere Wahl hatte, als an die Oberfläche zu gehen.

Die Rüstung eines grauen Wächters schiebt sich ins Bild. Können wir die Elite-Einheit vielleicht als Warrior spielen? Oder ist der Orden gar ein wichtiger Teil der Geschichte….

Varric diente uns bereits in Dragon Age 2 sowie Inquisition als Begleiter und wir werden ihn wohl in Dragon Age 4 wieder treffen. Unterweist er uns vielleicht sogar in der Kunst des Schleichens und der Spionage? Einige Shots erinnern von ihrer Atmosphäre und Lässigkeit an Thief, jene Diebesreihe, die 2014 ein Reboot erfuhr. Etwa wie der Protagonist mit goldenem Wein-Kelch auf den Dächern der Stadt weilt mit Blick auf das imposante Schloss. Spiele mit Diebes-Setting sind ja generell eher rar gesät, insofern könnte das hier sehr interessant werden. Insbesondere sollte sich Bioware die ein oder andere Mechanik aus Thief abschauen, welches sehr stark auf Stealth setzte und etwa das Löschen von Fackeln durch speziell präparierte Wasserpfeile ermöglichte. Auch wäre es interessant, könnten wir unseren Charakter so skillen, dass er möglichst charismatisch daherkommt und sich in feinen Kreisen einschmeicheln kann – eine Information, die nicht mit dem Schwert erlangt wurde, ist eine bessere Information, schließlich hinterlässt man keine Spuren. Fans der Bücher dürfen sich darüber hinaus auf ein erstes Aufeinandertreffen mit den mythischen Mortalitasi freuen. Eine Gruppierung, die von dem Tevinterschen Magier Vitus Fabria gegründet wurde.

Wird ein Mortalitasi unser Begleiter in Dragon Age 4?

Die Mortalitasi gehören zum reichen Haus der Nevarran-Magier, die in der Magie der Toten-Auferstehung bewandert sind. Und es sieht stark danach aus, dass wir diese spielen werden.

Die Mortalitasi sind eine Gruppe von Nevarran-Magiern, die nicht nur für sich genommen unglaublich mächtig sind, sondern auch in Nevarra eine bedeutende politische Macht ausüben. Diese Linie, die oft als "Todesmagier" bezeichnet wird und von königlichem Blut ist, wird in dieser Region sehr geschätzt, obwohl der Rest von Thedas die Magie, die Toten wieder auferstehen zu lassen, als durchaus gefährlich einstuft. Die Mortalitasi sind für die Mumifizierung der Elite der Nevarraner verantwortlich und ihre Praktiken basieren auf dem Glauben, dass die Seele, wenn sie in die Fade übergeht, einen Geist beeinflusst, der bereits dort lebt. Um diese Verschiebung zu unterstützen und um ihnen einen Zweck für die Welt jenseits der Sterblichen zu geben, bringen die Mortalitasi den vertriebenen Geist in unsere Welt und legen ihn in den Körper eines Toten. Der oben erwähnte Mumifizierungsprozess ist auch hier von zentraler Bedeutung, mit der Philosophie, dass mumifizierte Wesen der sicherste Ort sind, um einen verblassenden Geist zu bewahren.

Wir können es kaum abwarten, diese fliegenden Städte zu erkunden. Und wie wird das funktionieren? Über magische Fahrstühle? Können wir selbst fliegen? Wird spannend.

Wer sich den letzten Trailer zu Dragon Age 4 noch einmal genauer Frame für Frame anschaut, der sieht Aufnahmen von Skeletten und Figuren mit einem brennenden Schädel in voller Rüstung. Das weist daraufhin, dass wir einen Mortalitasi-Magier als Companion bekommen und auch Drachen wieder eine größere Rolle spielen könnten. Im Comic "The Silent Grove" kommt jener Drachenkopf, den wir im Trailer sehen ebenfalls vor. Dort reißt eine Figur mit leuchtendem Helm einem gefallenen Drachen das Auge heraus. Drachen werden in Tevinter und Nevarra verehrt, diese Kreaturen spielen eine große Rolle in der Magie, die diese berühmte Linie umgibt. Man könnte sich gut vorstellen, dass sich die Geschichte um diesen Drachen dreht und den Konflikt, möglicherweise gar Krieg, der sich darum entspinnt. Es könnte gar ein Mortalitasi sein, der hier gerade die Gebeine eines Drachen mumifiziert, schließlich sehen wir wie dort mit medizinischem Werkzeug gearbeitet wird. In Inquisition nutzte eins eine zentrale Figur die Kraft eines Drachen, um sich Unsterblichkeit zu sichern. Und wir sahen, wie sich Flementh gar in einen verwandelt hat.

Das Game of Thrones der Dragon-Age-Welt, es scheint eröffnet…

Auch die Qunari-Krieger lassen sich wohl spielen. Hier sehen wir einen besonderen magischen Bogen, der von einer Art Natur verbundenen Aura umspielt zu werden scheint.

Erstes Fazit:

Nach der Schmach von Anthem muss sich Bioware rehabilitieren: Die Mass Effect Legendary Edition soll jetzt im Mai den Appetit auf eine der epischsten Sci-Fi-Reihen der Spielekultur und natürlich Mass Effect 5 wecken soll. Und auch was wir bislang von Dragon Age 4 gesehen haben, macht Lust auf mehr. Natürlich muss man immer erst abwarten, ob Bioware liefert, aber das Potenzial für eine Story rund um Spione in Tevinter ist riesig: Werden wir Personen betrunken machen in der Taverne, um ihnen Informationen zu entlocken? Intrigen spinnen wie in Game of Thrones? Spione sollten ja vor allem ihre Charisma-Punkte leveln, nicht erst seit James Bond. Auch das Szenario wirkt interessant: Die Welt erinnert an Harry Potter, mit ihren fliegenden Schlössern, opulentem Prunk und all diesen adligen Zauberer-Familien, die sich nicht grün sind und sich nur allzu gerne gegenseitig eins auswischen. Ein Paradies für einen Agenten. Leider wird es aber wohl noch ziemlich lange dauern: EA hat Dragon Age 4 für das Geschäftsjahr 2022 angekündigt – dieses beginnt am 01. April 2022.

Siehe auch:  Baldur’s Gate 3: Der Herr der Ringe als Rollenspiel-Monster