Tintendrucker und Tinten-Multifunktionsgeräte sind meist viele Jahre im Einsatz. Der langfristige Gebrauch hinterlässt unweigerlich Spuren: Die Mechanik leidet, es treten nervige Fehlermeldungen zu vollen Tintenauffangbehältern auf oder die Druckköpfe sind so stark verstopft, dass kaum noch ein Buchstabe auf dem Blatt zu entziffern ist, oder einzelne Farben fehlen sogar komplett. In jedem Fall ist klar, dass ein gravierendes Problem mit dem Ausgabegerät vorliegt. Trotzdem müssen Sie nicht sofort über einen Austausch nachdenken. Mit den richtigen Handgriffen und Maßnahmen lassen sich diese Blockaden lösen und den Drucker wieder in Schuss bringen.

Verklemmten Patronenschlitten wieder lösen 

Problem: Wenn Sie den Drucker anschalten, hören Sie ein klackendes Geräusch. Aus dem Inneren des Geräts klingt es, als ob der Patronenschlitten gegen einen Widerstand stößt. Nach einer Weile erscheinen im Display Meldungen wie „Stau am Schlitten“ oder „Patronenwagen blockiert“.

Lösung: Druckerschlitten sind in der Regel leicht gebaut. Gerade bei Modellen, in die sich Patronen mit integrierten Druckköpfen einbauen lassen, reicht ein unsanfter Schubser aus, um den Patronenwagen zu verklemmen. Auch Fremdkörper wie Büroklammern oder Papierstücke bringen den Schlitten aus dem Takt.

Bewegt sich der Druckerschlitten nicht, kommt ein Fremdkörper, eine Verkantung oder auch die Verschmutzung des Kodierstreifens als Ursache in Frage. In diesen Fällen können Sie sich selbst helfen.

Um die Blockade zu beheben, schalten Sie den Drucker an und öffnen die Abdeckung zum Druckerschlitten. Wenn der Drucker versucht, den Schlitten aus der Parkposition zu heben, helfen Sie mit einem gefühlvollen Ziehen nach. In der Regel sollte sich der Schlitten in die Mitte bewegen lassen. Unterbrechen Sie nun die Stromzufuhr, indem Sie den Netzstecker aus dem Gehäuse ziehen. Fahren Sie den Druckschlitten auf die Position, bei der sich die Patronen aus dem Schlitten nehmen lassen. Prüfen Sie die Patronen auf abgebrochene Plastikteilchen. Leuchten Sie auch mit einer Taschenlampe ins Innere und suchen Sie weitere Fremdkörper. Entfernen Sie diese mit einer Pinzette. Schieben Sie dann den leeren Schlitten hin und her. Lassen Sie ihn auch in der Parkposition einrasten und ziehen Sie ihn wieder in die Mitte. Ein Motorenproblem schließen Sie aus, indem Sie den Schlitten ohne Patronen hin- und herfahren lassen. Dazu stecken Sie einfach den Stromstecker wieder ins Gehäuse und lassen die Abdeckung geöffnet. 

Checken Sie zusätzlich den Kodierstreifen. Er läuft über der Laufschiene und sorgt dafür, dass sich der Patronenwagen korrekt orientiert. Ist er verschmutzt, kann auch er die Druckerschlitten-Fehlermeldung auslösen. Bevor Sie ihn mit einem fusselfreien und feuchten Tuch säubern, ziehen Sie wieder den Stromstecker aus dem Drucker. Sind etwaige Tintenreste vom Kodierstreifen entfernt, wischen Sie vorsichtig mit einem trockenen Tuch nach.

Ist alles erledigt, setzen Sie die Patronen wieder ein, verbinden den Drucker mit der Stromzufuhr und führen am besten eine Druckkopfausrichtung durch.

Lesetipp: Hardware-Trends 2020 - Die besten Drucker

Tintenauffangbehälter fast voll – das können Sie tun 

Erscheint bei einem Canon-Pixma-Drucker die Fehlermeldung, dass der Tintenauffangbehälter fast voll ist, lässt sich der Zähler über die Tasten am Bedienpanel oft zurücksetzen. Der Tausch des Tintenschwamms lässt sich so eine Weile umgehen.

© Canon

Problem: Ihr Druckauftrag bricht mit der Fehlermeldung „Auffangbehälter der überschüssigen Tinte ist fast voll“ ab. Der Drucker verweigert daraufhin den Dienst.

Lösung: Beim Tintenauffang handelt es sich um Schwämmchen, die die Tinte aufnehmen, die der Drucker bei Reinigungsprozessen verwendet. Besonders die Pixma-Reihe von Canon ist für die zahleichen Reinigungsvorgänge bekannt. Hinterlegt ist ein Zählwerk, das die Anzahl der Düsenreinigungen festhält. Im Normalfall ist der Tintenauffang großzügig bemessen. Trotzdem ist es möglich, die maximal hinterlegte Anzahl vorzeitig zu erreichen. Das bedeutet aber nicht, dass die Schwämmchen keine Tinte mehr aufnehmen können.

Als kurzzeitige Lösung wollen Sie zuerst einmal den blockierten Druckauftrag ausführen lassen. In der Regel drücken Sie dazu einfach entweder die Taste „OK“ oder „Resume“. Allerdings kann die Fehlermeldung bereits beim nächsten Druckauftrag erneut auftreten. Spätestens aber, wenn Sie das Gerät nach einem Ausschalten in Betrieb nehmen, erscheint sie wieder und verursacht einen Druckerstopp. Deshalb lohnt sich das Zurücksetzen des Zählerstands.

Dazu müssen Sie den Service-Mode Ihres Druckers aktivieren. In der Regel ist dafür eine bestimmte Tastenkombination und -folge nötig. Bei vielen Canon-Modellen kommen Sie in den Wartungsmodus, indem Sie am ausgeschalteten Gerät gleichzeitig die Tasten „On“ und „Resume“ für fünf Sekunden gedrückt halten. Daraufhin lassen Sie die „Resume“-Taste los und drücken sie zwei- oder fünfmal kurz hintereinander, bevor Sie auch die „On“-Taste loslassen. Sie erkennen den Wartungsmodus daran, dass das Display nicht funktioniert und vorher die Betriebs-LED von Grün auf Orange und zurück zu Grün wechselt.

Um nun den Zähler für den Tintenauffangbehälter zurückzusetzen, drücken Sie zuerst viermal auf „Resume“ und dann einmal auf „On“. Der Drucker sollte danach eine Seite ausgeben, die angibt, dass der Zähler auf Null gestellt ist – etwa mit „D=000“. Um den Wartungsmodus zu beenden, schalten Sie den Drucker einfach ab, indem Sie die „On“-Taste erneut drücken. Ist die Fehlermeldung bei der nächsten Inbetriebnahme verschwunden, ist der Zähler erfolgreich zurückgesetzt.

Bei manchen Canon-Modellen klappt das Zurücksetzen des Tintenauffang- Zählers nur mit dem Programm „Service Tool V3400“. Es ist jedoch ein unautorisiertes Hilfsmittel und daher nicht ganz risikolos.

Bei manchen Canon-Pixma-Druckermodellen lässt sich der Zähler des Tintenauffangbehälters nicht per Tastenkombination zurücksetzen. Manche Anwender verwenden daher die Software „ Service Tool V3400 “. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein offizielles Canon-Programm. Der Einsatz ist daher nicht ganz risikolos. Wenn Sie es direkt aus dem Internet herunterladen, checken Sie es vorsichtshalber auf Viren oder Trojaner. Das Programm erkennt viele Pixma-Modelle aus den Serien IP, MP, MX und MG. Damit das Tool funktioniert, muss der Drucker per USB mit einem Rechner verbunden sein und sich im Wartungsmodus befinden. Die Funktion zum Zurücksetzen des Zählers finden Sie unter „Ink Absorber Counter“.

Druckbildmängel bei Tintengeräten beheben

Ein schlechtes Druckbild kommt oft vom Einsatz von Fremdtinten. Sie lösen das Problem, indem Sie in einen Satz Originaltinten investieren, ihn einsetzen und mehrere Düsenreinigungsläufe durchführen.

Problem: Sie haben Ihren Tintenstrahldrucker schon einige Jahre im Betrieb. Plötzlich ist das Druckbild schlecht. Auf dem Papier sind Flecken, Texte sind nicht lesbar, Farben fehlen teilweise oder ganz. Sie haben schon mehrere Reinigungsvorgänge in unterschiedlicher Intensität vorgenommen. Allerdings bringen sie keine Verbesserung.

Lösung: In den meisten Fällen liegen solche gravierenden Druckbildmängel an den Tinten – genauer an Patronen, die nicht vom Druckerhersteller stammen, sprich: Fremdtinten von Drittanbietern. Die schlechten Ergebnisse treten auch dann auf, wenn Sie stets auf die Produkte eines bestimmten Herstellers gesetzt haben und jahrelang keine Probleme damit hatten.

Der Grund: Fremdtinten sind immer ein gewisses Wagnis, da sie nicht direkt auf Ihr Druckermodell abgestimmt sind. Wichtiger noch: Die Chargen können sich stark unterscheiden. Der Drucker kann zwar eine Weile gut damit zurechtkommen. Doch irgendwann verstopfen die Düsen und fallen aus. Trotzdem müssen Sie keinen neuen Drucker besorgen, um das Problem in den Griff zu bekommen. Denn meist löst es sich mit einem Satz Originaltinten. Haben Sie beispielsweise einen HP Officejet Pro 8610 , benötigen Sie einen Patronensatz der Serie HP 950/951 für rund 100 Euro. Nehmen Sie die Drittanbietertinten aus dem Drucker, und ersetzen Sie sie mit den Herstellerpatronen. Machen Sie danach einen Testausdruck. Prüfen Sie ihn, bevor Sie das Düsenreinigungsprogramm starten. Denn hier wird in jedem Fall viel Tinte durch die Düsen geschossen. Liegt das Druckproblem nicht an allen Farben, können Sie Tinte einsparen, indem Sie nur die Düsen einer Farbe oder der Schwarztinte reinigen lassen. Sie werden etwas Geduld benötigen und mehrere Reinigungsvorgänge durchführen müssen, bis das Druckbild wieder sauber ist.

Siehe auch: Die besten Multifunktions-Drucker bis 100 Euro im Test

Totalausfall des Druckkopfs verhindern 

Eingetrocknete Tintenrückstände lassen sich vom Druckkopf lösen, indem Sie ihn in eine Schüssel mit etwas destilliertem Wasser stellen und eine Weile warten – am besten über Nacht.

Problem: Liegt Ihr Druckerproblem nicht an Billigtinten, sondern sehr wahrscheinlich am jahrelangen Gebrauch, müssen Sie handwerklich eingreifen. Denn bei starken Verschmutzungen des Kopfes helfen die automatischen Reinigungsprogramme des Druckers nicht mehr.

Lösung 1: Bei vielen Tintenstrahldruckern von Canon und HP stecken die Einzelpatronen in Druckköpfen, die sich aus dem Drucker nehmen lassen. Zum Reinigen des Druckkopfs entnehmen Sie zuerst die Tintenpatronen. Legen Sie diese auf ein Papierküchentuch und ziehen Sie sich Einweghandschuhe an, um Ihre Finger vor Tintenspritzern zu schützen. Um zu verhindern, dass die Tinte an den Öffnungen antrocknet, verkleben Sie die Patronenöffnungen jeweils mit einem Klebeband. Bei vielen Tintenstrahlmodellen sind die Druckköpfe mit einem Hebel fixiert. Heben Sie diesen an und entnehmen Sie den Kopf.

Legen Sie den Druckkopf in einen Behälter mit einem flachen Boden. Füllen Sie etwas destilliertes Wasser oder medizinischen Alkohol ein. Achten Sie darauf, dass der Flüssigkeitsstand unterhalb der Kontakte auf der grünen Miniplatine bleibt. Geben Sie auch etwas Flüssigkeit auf die Patronenzugänge, um eingetrocknete Tinte auch hier zu lösen. Lassen Sie den Druckkopf über Nacht in diesem Bad stehen. Die Flüssigkeit wird mit der Zeit sehr dunkel, da sich die Tintenpartikel darin auflösen. Nehmen Sie den Druckkopf aus dem Bad und legen Sie ihn auf das Papierküchentuch, damit er trocknen kann. Geben Sie ihm dafür genug Zeit. Danach setzen Sie ihn wieder in den Drucker und fixieren ihn mit dem Hebel. Ziehen Sie nun die Klebestreifen von den Patronen ab und setzen diese wieder in den Druckkopf. Schließen Sie den Gehäusedeckel. Führen Sie eine Druckkopfreinigung über das Druckermenü am Gerät oder über den Treiber durch. Nach einigen Probedrucken sollte der Tintenauftrag wie gewohnt funktionieren.

Intensivreinigung des Tintenstrahldruckkopfs: Um die Tintenkanäle durchspülen zu können, müssen Sie das Bauteil lösen, an dem die Düsen sitzen. Danach halten Sie den Druckkopf unter heißes Wasser.

Lösung 2: In manchen Fällen ist die Verschmutzung der Düsen so hartnäckig, dass ein Bad allein keine Abhilfe schafft. Dann müssen Sie den Druckkopf auseinanderbauen, um die Tintenkanäle reinigen zu können. Wieder entnehmen und verkleben Sie die Patronen. Lösen Sie anschließend den Druckkopf vorschriftsmäßig aus der Verankerung. Positionieren Sie ihn so auf dem Papierküchentuch, dass die Druckdüsen zu Ihnen gerichtet sind.

Um an die Tintenkanäle zu kommen, müssen Sie etwa bei Canon-Druckköpfen das weiße Bauteil entfernen, an dem die Düsen angebracht sind. Es ist mit zwei Schrauben am Druckkopfkörper fixiert. Lösen Sie diese, und klappen Sie vorsichtig das gesamte Bauteil nach oben. Gehen Sie nicht zu schnell vor, sonst können Tintenreste herausspritzen und Ihre Kleidung verunreinigen. Wickeln Sie das nun gelöste Bauteil in Frischhaltefolie, um die Elektronik zu schützen. Nun halten Sie den Druckkopf so lange unter fließendes heißes Wasser, bis das Wasser klar ist. Es lässt sich nicht vermeiden, dass auch die Elektronik nass wird. In unserem Test hat sie allerdings nicht gelitten. Legen Sie den Druckkopf wieder auf ein Tuch, entfernen Sie die Frischhaltefolie und lassen Sie den Druckkopf trocknen. Danach schrauben Sie das Bauteil wieder an die Druckkopfvorrichtung und setzen den Druckkopf wieder in das Gehäuse. Verriegeln Sie ihn, und setzen Sie die Patronen ein. Durch eine Düsenreinigung füllt sich der Druckkopf mit Tinte und funktioniert wieder reibungslos.

Lösung 3: Bei Tintenstrahldruckern von Brother oder Epson sind die Druckköpfe fest im Gehäuse eingebaut und lassen sich nicht herausnehmen. Um den Kopf trotzdem zu erreichen, müssen Sie ihn aus der Parkposition bringen. Dazu starten Sie einen Druckjob und ziehen das Netzkabel aus dem Stecker, sobald sich der Kopf in Bewegung setzt. Öffnen Sie nun den Gehäusedeckel und entnehmen Sie die Patronen. Ziehen Sie ein Papiertuch unter den Druckkopf. Bewegen Sie den Kopf langsam hin und her, damit Sie das Tuch möglichst genau positionieren können. Füllen Sie eine Spritze mit Flüssigkeit und stecken Sie ein Stück Plastikschlauch auf die Spitze der Spritze. Das andere Ende stülpen Sie über den Dorn, auf dem üblicherweise die Patrone sitzt. Drücken Sie die Flüssigkeit langsam durch den Schlauch in den Tintengang. Wiederholen Sie die Prozedur für jede Farbe. Wechseln Sie das Papiertuch regelmäßig, damit es die Flüssigkeit auffangen kann. Sind alle Tintengänge gereinigt, entfernen Sie das Tuch unter dem Druckkopf und setzen Sie die Patronen wieder ein. Ist der Drucker wieder am Stromnetz, starten Sie die Düsen- oder Druckkopfreinigung. Haben sich alle Tintenreste entfernen lassen, druckt das Gerät wieder sauber. Eventuell müssen Sie den Vorgang wiederholen.