Technik-Experten: Noch fehlt es vielen nach eigener Aussage am nötigen Knowhow für den erfolgreichen Umgang mit neuen Technologien

Sind Technik-Experten für den erfolgreichen Umgang mit zunehmend komplexen technischen Umgebungen und aufstrebenden Technologien von heute gewappnet? Verfügen sie über das notwendige Knowhow und Training, um selbstbewusst mit technischer Innovation umzugehen?

Im IT-Trends-Report 2019 Skills for Tech Pros of Tomorrow (Das Knowhow der Technik-Experten von morgen) wurden bestehende und neue Technologien untersucht, um herauszufinden: Wie schneiden Technik-Experten ab und was denken sie über die Zukunft?

Die Ergebnisse für Deutschland beruhen auf einer im Dezember 2018 durchgeführten Umfrage, an der 156 Technik-Experten, Manager und Führungskräfte aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen des öffentlichen und privaten Sektors teilgenommen haben.

Neben vielen weiteren wichtigen Erkenntnissen offenbarte die Umfrage Folgendes:

Die Mehrheit der Technik-Experten ist sich nicht absolut sicher, ob sie über alle nötigen Kompetenzen zu verfügt, um ihre Umgebungen in der nahen Zukunft zu managen - besonders im Hinblick auf neue Technologien.

  • 76 Prozent aller Befragten gaben an, sich nicht „absolut sicher“ zu sein, alle nötigen Fähigkeiten zu besitzen, um ihre IT-Umgebungen in den nächsten drei bis fünf Jahren erfolgreich zu verwalten – und das, obwohl 98 Prozent in den letzten 12 Monaten am Erwerb einer Fähigkeit gearbeitet haben.

  • Bei der Implementierung und Verwaltung bestimmter Technologien bereiten neue Technologien vielen Kopfzerbrechen – dies ist zum Teil darauf zurückzuführen, wie diese Schlagzeilen machenden Technologien Führungskräften vermittelt werden. Die folgenden drei Technologien werden am häufigsten als diejenigen genannt, denen Technik-Experten mit ihren aktuellen Fähigkeiten noch nicht gewachsen seien:

  1. Quantencomputer (47 Prozent)

  2. Blockchain (44 Prozent)

  3. Künstliche Intelligenz (42 Prozent)

Im kommenden Jahr sollten Technik-Experten die Entwicklung neuer Fähigkeiten strategisch angehen und notwendige Schulungen danach priorisieren, welche Anforderungen der tägliche Betrieb und ihre IT-Umgebungen stellen und welche Qualifikationen ihre Karriere vorantreiben können.

Technik-Experten werden weiterhin ihre Fähigkeiten im täglichen Betrieb im Hinblick auf Bereiche wie Data Science ausbauen.

  • In den letzten 12 Monaten priorisierten Technik-Experten Fähigkeiten in den Bereichen System- und Infrastrukturmanagement (57 Prozent), Netzwerkmanagement (47 Prozent) und Bereitstellung/Management hybrider IT (41 Prozent).

  • Die beiden wichtigsten Fähigkeiten, die Technik-Experten in den nächsten drei bis fünf Jahren auszuweiten planen, sind Sicherheitsmanagement (54 Prozent) sowie Bereitstellung, Überwachung und Management hybrider IT (47 Prozent).

  • Data Science und Analytik sowie System- und Infrastrukturmanagement runden die drei wichtigsten Fähigkeiten ab, die Technikexperten in den nächsten drei bis fünf Jahren entwickeln möchten. Der Wunsch nach zusätzlichen Fähigkeiten im Bereich Data Science weist auch darauf hin, dass sich Technik-Experten auf neue Technologien wie Künstliche Intelligenz vorbereiten.

Fast alle Befragten richten ihren Blick in naher Zukunft zumindest teilweise auf Data Science. Zwar ist dies wichtig, um ein Gespür für Technologien aus dem Bereich Data Science zu bekommen, aber es sollte nicht das Ziel sein, dass Technik-Experten von heute zu Data Scientists werden. Ihre Fähigkeiten sollten ausreichen, dass sie Data Science einschätzen können – immerhin wirken immer mehr Anbieter an branchenweiten Standards mit.

Technik-Experten sollten im Zuge ihrer Bewusstseinsbildung hinsichtlich der Data Science-Prinzipien Zeit darin investieren, sich mit den wichtigsten Grundlagen der Datenanalyse vertraut zu machen.

Technikexperten nennen die Cloud und/oder hybride IT, das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und die Automatisierung und/oder Orchestrierung als wichtigste Technologien für die Karriereentwicklung, die helfen, höhere Ziele wie Innovation zu erreichen.

  • Die Technik-Experten geben an, dass die wichtigsten Technologien für ihre Karriereentwicklung (nach Gewichtung) auf einer Linie mit den wichtigsten drei Technologien für die Transformation von Unternehmen in den nächsten drei bis fünf Jahren sind:

  1. Cloud und/oder hybride IT (71 Prozent)

  2. Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) (44 Prozent)

  3. Automatisierung und/oder Orchestrierung (51 Prozent)

  4. Punkt 4 und 5 auf der Liste sind KI und softwaredefinierte Netzwerke, Speicher und/oder Rechenzentren, was vermuten lässt, dass Technik-Experten über die Auswirkungen neuer Technologien auf ihre Karriere nachdenken.

  • Als Karriere-Entwicklungsziele in den nächsten drei bis fünf Jahren priorisieren Technik-Experten folgende Punkte (nach Gewichtung):

  1. Technologische Innovation (56 Prozent)

  2. Strategische Planung (55 Prozent)

  3. IT-Sicherheitsprotokolle und/oder -prozesse (38 Prozent)

  4. Auch Management-/Führungskompetenzen (People Management) und Projektmanagement gehören zu den fünf wichtigsten Karriereentwicklungszielen für die nächsten drei bis fünf Jahre.

Obgleich es zutreffend sein mag, dass viele Technik-Experten mehr „Arbeit“ mithilfe der Befehlszeile erledigen und begründeterweise daran zweifeln dürfen, wesentliche Änderungen über Powerpoint erreichen zu können, ist tatsächlich das Gegenteil der Fall: Technik-Experten, die die Sprache der Geschäftswelt erlernen, können ihre Technologieentscheidungen erfolgreich beeinflussen und ihre Lebensläufe aufwerten. Sie sollten sich darum bemühen, bessere Möglichkeiten zu finden, um zu verstehen, was in der Geschäftswelt wichtig ist – typischerweise Umsatzsteigerung, Kostensenkung und Risikoreduzierung – und inwiefern sich Technologie positiv auf diese drei Leistungsindikatoren auswirken kann.

Technik-Experten haben den Wunsch, die Karriere-Entwicklung wöchentlich voranzutreiben, aber Faktoren wie Zeit und Kosten hindern sie daran.

  • Mehr als 7 von 10 Technik-Experten (78 Prozent) geben an, dass sich ihre täglichen IT-Aufgaben in die Zeit ausdehnen, die für die Karriere-Entwicklung angedacht war. 17 Prozent sagen, dies sei immer der Fall.

  • Zeit und Verfügbarkeit (59 Prozent) sowie Kosten (21 Prozent) werden von Technik-Experten als die größten Hindernisse dafür genannt, so häufig, wie sie es gerne würden, an IT-Schulungen und Karriereprogrammen teilzunehmen.

  • Die Schulungen beziehen Technik-Experten vorrangig aus folgenden Quellen:

  1. Anbieterschulungen (28 Prozent)

  2. Branchenveranstaltungen/Messen (21 Prozent)

  3. Online-Communities/Foren (19 Prozent)

  • Das ideale IT-Schulungsformat wäre den IT-Experten zufolge jedoch (nach Gewichtung):

  1. Präsenz-Workshop/Benutzerkonferenz (ganztägig)

  2. Webinar

  3. Onlinekurs im Selbststudium

Um die Möglichkeiten, die sich durch neue Technologien auftun, wirklich zu nutzen – und letztlich auch in fünf Jahren noch wettbewerbsfähig zu sein – müssen Technik-Experten eine Geisteshaltung des lebenslangen Lernens einnehmen und neuen Fähigkeiten und der Karriere-Entwicklung mit einem disziplinierteren, proaktiveren Ansatz begegnen.

Ein Tipp, um dies zu erreichen: Klein anfangen und sich zunächst ein machbares, realistisches Zeitfenster setzen und diese Zeit dann in die persönliche Entwicklung investieren.

Schlussgedanken

Die Fähigkeiten-Entwicklung von Technik-Experten ist ein kollaboratives und wichtiges Unterfangen, da neue Technologien nicht nur in den Mainstream gelangen (und somit verstärkt implementiert werden), sondern auch persönliche Karriereziele wesentlich beeinflussen.

Wichtig zu bedenken ist auch, dass in diesen Bereichen nicht nur mehr Schulungen erforderlich sind, sondern auch stark nachgefragt werden. Die Herausforderung für Technik-Experten besteht darin, sich durch die Dringlichkeit von alltäglichen Aufgaben nicht daran hindern zu lassen, an Lernveranstaltungen teilzunehmen, die ihnen am vielversprechendsten erscheinen, beispielsweise Ganztagskurse, Schulungen im Selbststudium oder Webinare.

Die Ergebnisse der Solarwinds-Umfrage 2019 zeigen das hohe Bedürfnis, Technik-Experten im Hinblick auf ihr Knowhow und ihre Karriere-Entwicklung zu unterstützen. Hauptziel ist es, sowohl Technik-Experten als auch Führungskräften dabei zu helfen, ineffektive Technologie von heute zum Besseren zu wenden, während gleichzeitig künftigen Geschäftsmöglichkeiten der Weg geebnet wird.

Dies kann nur erreicht werden, wenn sowohl die Geschäftsführung als auch die Führungskräfte mit an Bord sind. Daher wird es für Technik-Experten immer wichtiger, die Sprache der Geschäftswelt zu erlernen und abteilungsübergreifend zusammenzuarbeiten, Schulungen in neuen Technologien zu priorisieren, hochqualifizierte Kenntnisse im Bereich Data Science zu erwerben und einen Plan für ihre berufliche Entwicklung aufzustellen.

Das Jahr 2019 bietet Technik-Experten mehr als je zuvor die Möglichkeit, die wichtige Verbindungsstelle zwischen Kompetenzentwicklung, Unternehmenstransformation und Karriere-Entwicklung profitabel nutzbar zu machen.

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