VW Passat Test: Discover Pro, Active Info Display (oben in der Mitte), Car-Net

Discover Pro heißt das leistungsfähigste Infotainment- und Navigationssystem, das Volkswagen für den VW Passat anbietet. Über die Car-Net-Dienste kann man auf dem Discover Pro verschiedene Internet-Angebote empfangen, unter anderem Echtzeitverkehrsinformationen von TomTom. Und mit dem Active Info Display hat der Fahrer einen zusätzlichen Bildschirm direkt vor sich im Armaturenbrett.

Hinweis 24. Juli 2015 : In unserem Testwagen war noch kein Head-Up-Display verbaut . Dieses konnten wir somit nicht testen.

Unterschiede zum bisherigen Discover Pro

Der grundsätzliche Aufbau des Discover Pro (2. Generation) ähnelt stark dem des Discover Pro im Golf GTD. Denn die GTI- und GTD-Versionen des Golf waren die ersten Volkswagen-Modelle mit den Car-Net-Diensten aus dem Internet. Neu hinzugekommen gegenüber dem Golf GTD in unserem damaligen Test ist aber zum Beispiel der Support für Mirrorlink, wie wir es bereits aus dem VW Polo kennen - das Ganze läuft unter dem Oberbegriff App-Connect, den Volkswagen auf der CES in Las Vegas vorgestellt hat.

Unser Testwagen.

© VW

Mit Mirrorlink lässt sich der Bildschirm eines Android-Smartphone auf das Discover Pro spiegeln. In diesem Modus werden dann aber nur bestimmte, ausgewählte Apps angezeigt. Die Darstellung des Smartphones-Bildschirms und der Apps wird dabei für die Benutzung im Auto optimiert.

Ein weiterer Unterschied zum Discover Pro aus dem GTD: Der Passat besitzt einen beeindruckenden zweiten Bildschirm namens „Active Info Display“ im Cockpit direkt vor dem Fahrer - hier orientiert sich VW am Audi TT.

Von der ebenfalls in Las Vegas auf der CES 2015 vorgestellten Gestensteuerung ist im Passat dagegen noch nichts zu finden. Dieses Bedienkonzept ist für die Automobil-Branche neu und wird erst langsam erschlossen, zum Beispiel mit dem ab Herbst verkauften 7er BMW.

VW zeigt Gestensteuerung und App Connect

Testbasis

Unser Testwagen war ein Passat Variant 1,4 Liter 110 KW (150 PS) TSI ACT 7-Gang-DSG mit Discover Pro, Active Info Display und Car-Net. Der Listenpreis für den Passat liegt bei knapp über 52.000 Euro.

Preis: Im Premium-Segment angesiedelt

Wie schon beim Golf GTD und dessen Kombination aus Discover Pro und Car-Net für 3000 Euro langt VW auch beim Passat für das Infotainmentsystem heftig hin. Das Navigationssystem "Discover Pro" lässt sich VW mit 2180 Euro bezahlen; für das Active Info Display im Cockpit des Armaturenbretts direkt vor dem Fahrer werden noch einmal 500 Euro fällig.

DAB+-Radio-Sender

Das Connectivity-Paket kostet 175 Euro zusätzlich, der digitale Radioempfang DAB+ noch einmal 235 Euro. Die Sprachbedienung ist bei Discover Pro bereits im Preis enthalten (einzeln kostet die Sprachbedienung 215 Euro). Das Multifunktions-Lederlenkrad schlägt mit 155 Euro zu Buche.

Karussellansicht mit Car-Net.

Gratis-PC-WELT-Newsletter Auto & Technik abonnieren

Im Preis von „Discover Pro“ ist das Car-Net-Dienstepaket „Guide & Inform Plus“ für 12 Monate enthalten. Anschließend müssen Sie dafür bezahlen. Die Verlängerung für ein Jahr kostet 79 Euro. Für drei weitere Jahre muss der Nutzer 135 Euro bezahlen.

Test: Internet und Navigation im rasenden Öl-Brenner

App-Connect kostet noch einmal 205 Euro extra. Die für den Internetempfang nötige Mobiltelefon-Schnittstelle Premium kostet 475 Euro und für das optionale Soundsystem "DYNAUDIO Confidence” müssen noch einmal 1300 Euro berappt werden. Somit sind wir bei 5225 Euro für das Infotainmentsystem, wobei man sich die 1300 Euro für das Soundsystem vielleicht sparen kann, weil beim Discover Pro standardmäßig schon acht Lautsprecher dabei sind. Diese dürften vielen Autofahrern genügen. Womit wir bei 3925 Euro für das komplette Infotainmentsystem ohne das zusätzliche Sound-System liegen.

Discover Pro inkl. Sprachsteuerung und Car-Net: 2180 Euro Active Info Display: 500 Euro  Connectivity-Paket: 175 Euro DAB+: 235 Euro Multifunktions-Lederlenkrad: 155 Euro Car-Net-Verlängerung für ein Jahr: 79 Euro. Für 3 Jahre: 135 Euro App-Connect: 205 Euro Mobiltelefon-Schnittstelle Premium: 475 Euro Soundsystem "DYNAUDIO Confidence”: 1300 Euro  Gesamt: 3925 Euro (mit Extra-Sound-System: 5225 Euro) 

Hardware I: 8-Zoll-Farb-Touchscreen, CD-Laufwerk und DAB+

Wie schon im Golf GTD verbaut Volkswagen auch im Passat einen großen Touchscreen im Armaturenbrett über der Mittelkonsole. Dieser 8-Zoll-Farb-Touchscreen ist der Kernbestandteil des Infotainment-Navigationssystems "Discover Pro" (20,3 cm Bildschirm-Diagonale). Der Touchscreen lässt sich grundsätzlich gut ablesen, bei direkter Sonneneinstrahlung verschlechtert sich die Lesbarkeit aber deutlich. Der Bildschirm reagiert flott auf Fingereingaben und erkennt diese auch korrekt. Für die Soundausgabe sind standardmäßig beim Discover Pro acht Lautsprecher vorhanden, in unserem Testwagen gibt es sogar zehn Lautsprecher dank des optionalen Soundsystems "DYNAUDIO Confidence”.

Galerie: Alle Auto-Tests der PC-WELT auf einen Blick

Dazu kommen ein AM-/FM-&DAB+-Radio und ein CD-/DVD-Laufwerk, das VW wie auch beim Golf GTD und Audi bei den Connect-Modellen im Handschuhfach verbaut. Dort verkleinert es natürlich den verfügbaren Platz.

Den grundsätzlichen Aufbau des Touchscreens haben wir seinerzeit beim Golf GTD ausführlich beschrieben, deshalb hier nur in aller Kürze: Links und rechts des Touchscreens sind Menütasten für Radio, Telefon, Sprachsteuerung (gibt es auch per Lenkradtaste), Navigation, Verkehrslageinformationen (gut, dass es dafür eine eigene Taste gibt), Bordcomputer mit Verbrauchsanzeige und die Menü-Taste, mit der Sie den Startbildschirm mit der Karussellansicht aller Funktionen aufrufen. Über die Karussellansicht gibt es zum Beispiel die Car-Net-Dienste und auch Mirrorlink.

Das Discover Pro und rechts daneben das Handschuhfach mit dem CD-Laufwerk und dem SIM-Kartenslot.

Unterhalb des Displays befindet sich der Annäherungssensor. Er erkennt, wenn sich eine Hand dem Bildschirm nähert und fährt dann am unteren Bildschirmrand eine Menüleiste mit Befehlen/Optionen für das aktuell gewählte Menü aus. Das ist sehr praktisch.

Discover Media im VW Polo im Test

Links vom Bildschirm unterhalb der Menütasten befindet sich der Ein-/Ausschalter mit dem Lautstärkeregler und rechts unten vom Bildschirm ein weiterer Dreh-Drückknopf, mit dem man zum Beispiel in die Karte ein- und auszoomen oder Menüpunkte auswählen kann.

Hardware II: Anschlussfreudig

Eine Festplatte ist ebenfalls verbaut, außerdem befinden sich im Handschuhfach unterhalb des CD-/DVD-Laufwerks auch die Slots für die SIM-Karte und zwei SD-Karten-Slots. AUX-In- und USB-Schnittstellen sind ebenfalls vorhanden und zwar am hinteren Ende der Mittelkonsole unter der Armablage. Neben der zur Discover Pro gehörenden Sprachsteuerung ist auch das Multifunktions-Lederlenkrad ein wichtiges Ausstattungsmerkmal: Es stellt für Telefonie, Multifunktionsdisplay/Bordcomputer, Radio/CD/Audio-Streaming, Lautstärke, Sprachsteuerung und für das ACC bequeme Lenkradtasten bereit.

Einen WLAN-Hotspot kann Discover Pro ebenfalls bereit stellen. Darüber können Tablets oder Notebooks ins Internet gehen.

Das Active Info Display direkt vor dem Fahrer zeigt auch eine Navigationskarte an, die sich noch vergrößern lässt.

Hardware III: Multifunktionsanzeige "Premium" mit dem Active Info Display

Ein zweiter Bildschirm im Cockpit vor dem Fahrer ist bei modernen Autos nichts Ungewöhnliches. Allerdings handelt es sich dabei in der Regel um kleine Mini-Displays mit dem optischen Charme einer Spiele-Konsole aus den 1980ern. Ganz anders ist dagegen das zweite Display, die so genannte Multifunktionsanzeige "Premium" mit dem Active Info Display, im Passat gestrickt: Es handelt sich dabei um das aus dem Audi TT bekannte nicht-Touch-fähige 12,3-Zoll-Farbdisplay (31 cm Bildschirmdiagonale), in dem unter anderem die Navigationskarte eingeblendet werden kann.

Das Active Info Display.

Anders als im Audi TT gibt es aber noch einen zweiten Bildschirm, nämlich den 8-Zoll-Touchscreen, in der Mitte des Armaturenbrettes. Insofern bietet der VW Passat in Sachen Bildschirmausstattung mehr als der Audi TT.

Active Info Display, dieses Mal ohne Karte.

Gratis-PC-WELT-Newsletter Auto & Technik abonnieren

In einem Punkt hinkt das Active Info Display seinem Gegenstück im Audi TT aber hinterher: Für die Navigation steht nur die gewohnte stilisierte Kartenansicht zur Verfügung, nicht die aus dem Audi TT bekannte Google-Earth-Ansicht. Letztere gibt es aber durchaus auch im Passat, nur an anderer Stelle. Dazu später mehr.

CD-/DVD-Laufwerk im Handschuhfach und darunter der SIM-Kartenslot.

Die Multifunktionsanzeige Premium wird über die Lenkradtasten bedient. Neben der ins Auge stechenden Navigations-Karte bietet das Active Info Display auch diverse andere Informationen wie beispielsweise Reichweite, Radiosender, Reifenluftdruck und einen Überblick über die Fahrerassistenzsysteme. Links und rechts von dem Active Info Display befinden sich der Drehzahlmesser und der Tachometer. Die Navigations-Karte im Active Info Display lässt sich genauso wie im Audi TT vergrößern und zwar per Druck auf die OK-Taste rechts im Lenkrad. Das Active Info Display ist mehr oder weniger blendfrei untergebracht und lässt sich immer gut ablesen.

Navigationskarte des Active Info Displays fiel aus

Kurz vor Testende fiel für einige Stunden die Kartenansicht im Active Info Display aus: Die Navigationskarte lieferte nur noch einen grau-schwarzen Hintergrund. Die übrigen Funktionen des Active Info Display funktionierten zwar noch, allerdings teilweise verlangsamt. Nach einem Tag Ruhe meldet sich die Karte wieder zurück zum Dienst.

Discover Media im VW Polo im Test

Konkurrenzumfeld: Premium- und Volumen-Klasse

Beim Vergleich des Discover Pro mit ähnlichen Infotainmentsystemen anderer Automobil-Hersteller muss man einen Spagat machen. Denn preislich und vom Funktionsumfang liegt Discover Pro auf dem Niveau von Audi Connect, BMW ConnectedDrive, Mercedes-Benz Comand-Online oder dem Lexus-System. Doch eigentlich spricht Volkswagen als Volumen-Hersteller die Zielgruppe an, die sich auch für InCar-Lösungen von Ford , Opel , Toyota oder Mazda interessiert, die wiederum jedoch viel günstiger sind.

Touchscreen im Auto - Vorteile und Nachteile

Vergleich: Discover Pro vs. Systeme der Premium-Hersteller

Legt man rund 4000 Euro für das Discover Pro mit Car-Net, Active Info Display, DAB+ und weiteren Extras ohne das Soundsystem DYNAUDIO Confidence zugrunde, dann liegt man sogar über dem Preis von Audi Connect, BMW ConnectedDrive oder Comand-Online (zum Vergleich siehe auch die in diesem Testbericht eingebauten Bildergalerien und Test-Videos der konkurrierenden Systeme).

Allerdings bieten diese drei genannten Systeme keine zwei so hochwertigen Bildschirme wie Discover Pro (bei Audi wird sich das mit den nächsten Modell-Neuvorstellungen ändern, weil dann das Audi Virtual Cockpit das MMI-Display ergänzt). Andererseits fehlt beim VW-System aber der Controller auf der Mittelkonsole, der bei Audi, BMW und Mercedes sowie Lexus eine bequeme Bedienung des Infotainmentsystems ermöglicht.

Bei der Qualität der Sprachsteuerung, der flüssigen Bedienung und dem großen Funktionsumfang sowie den hochwertigen Echtzeitverkehrsinformationen ähneln sich die Systeme von Audi, BMW, Mercedes-Benz und VW sehr. Wobei sich die Nutzung der Internet-Dienste im VW dank separatem SIM-Karten-Slot deutlich einfacher gestaltet als im umständlichen Comand-Online von Mercedes-Benz, das insbesondere mit älteren Smartphones mitunter überhaupt nicht zurecht kommt, wenn es um die Nutzung von Internet-Diensten geht.

So bleiben das Fehlen des Controllers auf der Mittelkonsole und das Vorhandensein von zwei großen Bildschirmen die wesentlichen Unterscheidungsmerkmale zwischen Discover Pro von VW und den Systemen der Premium-Hersteller. Qualitativ und preislich ist das Discover Pro durchaus ein Premium-System.

Vergleich: Discover Pro vs. Systeme der Volumenhersteller

Der hohe Preis dürfte aber viele Auto-Käufer abschrecken. Denn Infotainmentsysteme von Opel, Mazda oder Toyota kosten deutlich weniger. Insbesondere das MZD Connect im Mazda 3 bietet für rund 600 Euro ab der Ausstattungslinie Center-Line einen guten Funktionsumfang mit sehr guter Bedienbarkeit.

Bei den Vergleichen mit den meisten Infotainmentsystemen der Volumenhersteller muss aber beachtet werden, dass

1.) diese oft über keine CD- und so gut wie nie über DVD-Laufwerke verfügen,

2.) deren Bildschirme oft nur träge und ungenau auf Fingereingaben reagieren

3.) deren Spracherkennung mitunter besonders langsam reagiert oder eine schlechte Erkennungsquote aufweist.

4.) Zudem fehlen bei den meisten Volumen-Herstellersystemen exakte Online-Verkehrslageinformationen.

5.) Vor allem aber lässt das 8 Zoll große Discover Pro mit dem 12,3 Zoll großem Active Info Display alle Bildschirme der Konkurrenzen alt aussehen. Nicht nur, weil es sich um zwei Bildschirme handelt, sondern weil der Hauptbildschirm im VW mit 8 Zoll größer als die Bildschirme bei fast allen Konkurrenmodellen ausfällt.

Diese Vorteile, die das Discover Pro gegenüber den typischen Infotainmentsystemen der Volumenhersteller bietet, muss man fairerweise bei der Beurteilung des Preis-Leistungsverhältnisses berücksichtigen. Damit erscheint das Discover Pro schon nicht mehr so teuer.

Koppelung mit dem Smartphone: Unkompliziert

Die Verbindung zwischen Smartphone und Discover Pro erfolgt per Bluetooth. Über die Bluetooth-Verbindung kann man telefonieren und Musik vom Smartphone auf das Discover Pro streamen.

Im Test klappt das reibungslos sowohl mit einem ganz aktuellen HTC One M9, als auch mit einem schon etwas älteren Nexus 4 und teilweise sogar mit einem betagten HTC Desire - bei dem Desire funktioniert aber nur das Audio-Streaming zuuverlässig. Die Telefonie über das Desire klappt dagegen plötzlich nicht mehr, das Discover Pro erkennt das Desire nicht mehr.

Grundsätzlich ist es auch möglich, über das via Bluetooth gekoppelte Smartphone die Car-Net-Dienste für das Discover Pro zu empfangen. Doch dann wird es kompliziert, weil dafür ein Smartphone mit „remote SIM Access Profile" (rSAP) nötig ist. Das hat sich in der Vergangenheit bei vielen Tests als Stolperstein erwiesen, beispielsweise bei Comand Online von Mercedes-Benz.

Galerie: Discover Pro, Active Info Display, Car-Net im VW Passat Bild für Bild:

Car-Net mit zweiter SIM-Karte nutzen

Viel eleganter ist es, wenn Sie stattdessen eine zweite SIM-Karte in den SIM-Karten-Slot im Handschuhfach einlegen und darüber die Car-Net-Dienste nutzen. Das klappt im Test auf Anhieb. Wenn Sie die PIN über das Disketten-Icon auf dem Eingabe-Bildschirm speichern, müssen Sie sie nie mehr neu eingeben.

Ärgerlich: Nach jedem Neustart der Car-Net-Dienste erscheint ein Warn-Bildschirm, der den Fahrer darauf hinweist, dass er sich durch die Car-Net-Dienste nicht vom Verkehrsgeschehen ablenken lassen darf. Diesen laut VW gesetzlich vorgeschriebenen Bildschirm muss man wegklicken. Das stört nicht nur sehr, sondern ist kontraproduktiv, weil es ja den Fahrer ablenkt, wenn er bereits losgefahren ist. Dieser Warn-Bildschirm erscheint aber glücklicherweise nur beim Menü-Punkt Car-Net, nicht aber für die Echtzeitverkehrsinformationen und die Google-Earth-Ansicht in der Navigation.

Das Smartphone kann im Auto über die 12-Volt-Steckdose aufgeladen werden. Eine Möglichkeit zur induktiven Aufladung gibt es nicht.

Discover Pro und Car-Net im VW Golf im Test

Sprachsteuerung: Wir verstehen uns

Gute, leistungsfähige und hochpreisige Infotainmentsysteme unterscheiden sich von den weniger leistungsfähigen Systemen unter anderem bei der Sprachsteuerung. Das Discover Pro macht hier keine Ausnahme und bietet eine erfreulich unkomplizierte Sprachbedienung.

Diese Sprachbefehle stehen aktuell unter diesem Menü-Punkt zur Auswahl.

Für Navigation, Telefonie, Radio und Media stehen Sprachbefehle im Rahmen der Sprachsteuerung von Volkswagen zur Verfügung. Sie können die Sprachbedienung über die Voice-Taste links neben dem Touchscreen oder über die entsprechende Lenkradtaste einschalten.

Im Test können wir per Sprachbefehl problemlos zwischen unterschiedlichen Menüs wie Navigation, Radio und Telefonie wechseln. Es lässt sich der gewünschte Radiosender per Sprachbefehl aufrufen, eine Telefonnummer aufsprechen und direkt anrufen und ein Navigationsziel eingeben. Sogar die Verkehrslagemeldungen lassen sich innerhalb des Navigationsmenüs mit einem einzigen Sprachbefehl einblenden: „Traffic“. Das alles klappt sehr zuverlässig.

Die Sprachbedienung ist also unter dem Gesichtspunkt Verkehrssicherheit eindeutig das Mittel der Wahl bei der Bedienung des Discover Pro.

Einziges Manko: In die Gegenrichtung ist Discover Pro nicht ganz so sprachgewandt, das Infotainmentsystem liest also fast nichts vor, sondern wir müssen alles auf dem Bildschirm ablesen: Zum Beispiel den Nachrichtenticker, die Wetterlage oder die Verkehrslageeinträge, um nur drei Beispiele zu nennen. SMS dagegen liest Discover Pro vor, was eine spürbare Erleichterung darstellt.

Telefonie und Freisprecheinrichtung: Besser als der Durchschnitt

Wie bereits erwähnt lassen sich völlig unterschiedliche Smartphones mit dem Discover Pro auf Anhieb verbinden. Und über alle Geräte können wir einwandfrei telefonieren. Die Telefonbücher werden bei allen Geräten – nach unserer ausdrücklichen Zustimmung – auf das Discover Pro hochgeladen und stehen dann für Telefonate zur Verfügung.

SMS-Übersicht.

Auch die Direkteingabe von Telefonnummern funktionierte problemlos. Entweder per Ziffernblock auf der virtuellen Tastatur des Touchscreens oder – besser – per Spracheingabe.

SMS vom Passat aus schreiben.

Besonders lobenswert: SMS können auf dem Fahrzeug-Touchscreen gelesen und sogar geschrieben werden. Das klappte in den bisherigen Auto-Tests nur selten. Für die schnelle Antwort während der Fahrt stellt das Discover Pro Textbausteine für Standardantworten bereit.

Es lassen sich mehrere Telefone gleichzeitig koppeln.

Besonders hilfreich und ein Beitrag zu höherer Verkehrssicherheit: SMS kann man sich sogar vorlesen lassen! In die Gegenrichtung funktioniert das jedoch nicht, man kann den Text einer SMS also nicht aufsprechen.

Ein Foto wird vom USB-Stick angezeigt.

Radio, Musik, CD, DVD, Audio-Streaming

Gut: Trotz Touchscreen und Bluetooth-Audio-Streaming vom Smartphone verbaut Volkswagen im Passat nach wie vor ein Laufwerk, das sogar DVDs abspielen kann. Für ein klassisches Familien-Auto wie den Passat ein unverzichtbares Feature für lange Urlaubsfahrten mit Kindern auf den Rücksitzen, die mit ihren Hörbüchern bespaßt werden wollen. Und Filme von DVD lassen sich ebenfalls genießen.

Diese Quellen sind für Media möglich.

Musik, Fotos und Videos können wir auch von USB-Stick problemlos abspielen. Auch das Audio-Streaming vom Smartphone funktioniert auf Anhieb.

Dank DAB+ gibt es Zusatzinformationen zu den Senderbeiträgen.

Beim Radio steht auch DAB+ zur Verfügung. Inklusive diverser Zusatzinformationen zu den einzelnen Sendern und den gespielten Liedern. Beliebte Radio-Sender lassen sich ruckzuck auf einer Favoritentasten speichern.

Ein Lied wird vom Smartphone via Bluetooth-Streaming abgespielt.

In Sachen Entertainment zeigt sich Discover Pro also auf der Höhe der Zeit. Nur Webradio fehlt, sofern man nicht Mirrorlink nutzt.

Auch Videos lassen sich vom USB-Stick abspielen.

Navigation mit exakten Verkehrslage-Informationen

Die Bedienung der Navigation ist selbsterklärend und klappt sowohl per Fingereingabe als auch per Sprachbefehl einwandfrei. Sie können aus der Liste der bereits einmal angesteuerten Navigationsziele auswählen und auch eine Heimatadresse festlegen. Typische Navi-Funktionen wie Spurassistent, Abbiegeassistent oder Tag-Nacht-Umschaltung funktionieren einwandfrei.

Normale Navigationskartenansicht auf dem Discover Pro ohne Google Earth-Darstellung.

Die Navigation (deren Karten und Online-Echtzeitverkehrsinformationen von TomTom kommen) klappt im Regelfall ohne Probleme und sehr zuverlässig, die Sprachansagen kommen in genau der richtigen Menge und waren eindeutig. Auch der Fahrspurenassistent arbeitet zuverlässig und lotst uns auch auf dem Mittleren Ring in München im Feierabendverkehr und im dichten Verkehr über die richtige Spur. Bei einem Unfall-bedingten Stau auf dem Mittleren Ring navigiert uns das Discover Pro automatisch durch die Innenstadt optimal zum Ziel.

Die Verkehrslageinformationen beruhen nur auf dem ungenauen TMC, so lange Car-Net nicht aktiviert ist. Zudem zeigt das Discover Pro die Verkehrslagedaten zunächst immer generell und nicht auf die gewählte Route beschränkt an - umständlich.

Die exakten Verkehrslageinformationen von TomTom gehören zu den Highlights der Navigation. Mit einer kleinen Einschränkung: Ohne Internetverbindung stehen nämlich nur Verkehrslagedaten auf der Basis von TMC zur Verfügung. Diese sind notorisch ungenau. Doch sobald man die Car-Net-Dienste aktiviert (wenn die PIN für die SIM-Karte im Handschuhfach-Slot abgespeichert ist, stehen die Verkehrslageinformationen und die Google-Earth-Ansicht automatisch wenige Sekunden nach Fahrzeugstart zur Verfügung), ändert sich der Genauigkeitsgrad der Verkehrslagedaten dank TomTom dramatisch. Sobald die Echtzeit-Online-Verkehrsinformationen von TomTom in die Routenberechnung einfließen, stimmt sogar die ANkunftszeit, die Discover Pro voraussagt, meist auf die Minute genau.

Eine Verkehrslagemeldung im Detail.

Den Verkehrsfluss zeigt Discover Pro farbig auf der Navigationskarte im Touchscreen an. Ist der Verkehr zähfließend, dann ist die Bahn orange schraffiert. Rot bedeutet Stau.

Google Earth-Ansicht auf dem Discover Pro.

Die Verkehrslageinformationen, die Discover Pro unter dem Menü-Punkt „Traffic“ zur Verfügung stellt, können Sie auch per Sprachbefehl „Traffic“ aufrufen - vorbildlich.

Navigieren mit Google Earth.

Umständlich dagegen: Die Verkehrslageinformationen werden standardmäßig nicht speziell für die gewählte Route angezeigt, sondern Discover Pro listet alle empfangenen Verkehrslageinformationen auf. Erst wenn der Fahrer von „Alle“ auf „Route“ umschaltet, bekommt man nur noch die relevanten Traffic-Informationen zu sehen. Das ist nicht nur unnötig und nervig, sondern der Fahrer wird durch das Umschalten während der Fahrt auch noch vom Verkehrsgeschehen abgelenkt. VW erklärte uns dazu: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann der Nutzer den Life-Traffic ein- oder ausschalten. Die Detaillierung 'Traffic along the route' ist aktuell nicht implementiert." Das sollte VW schleunigst ändern.

Hier scheiterte TomTom: Die Navigation wollte uns über eine längst abgerissene Brücke lotsen.

Beim Routing erlaubt sich das Navi aber doch einmal einen bösen Schnitzer. Als wir vom IDG-Verlagsgebäude in der Lyonel-Feinigerstraße in München losfahren wollen, lotste uns Discover Pro über ein Brücke, die die Domagkstraße über die A9 führt. Diese Brücke ist für Autos aber bereits seit dem 11. Mai gesperrt und seit dem 23. Mai abgerissen. Trotzdem wollte uns Discover Pro noch am 26. Juni über diese Brücke lotsen.

TomTom kannte die gesperrte Brücke durchaus, wie ein Screenshot beweist. Doch diese Information wurde nicht an das Discover Pro übertragen..

Kurios: Das Webtool TomTom Live Traffic zeigt die Sperrung dagegen korrekt an. Aber das Discover Pro weiß nichts von dieser bereits seit Wochen bestehenden Sperrung – trotz Online-Echtzeitverkehrsinformationen von Car-Net. Das kostenlose Google Maps Navigation hingegen kennt die Sperrung und lotst mit dem Smartphone um die Sperrung herum.

TomTom als Dienstleister für die Navigation im Discover Pro lieferte folgende Erklärung:

"TomTom bekommt die Informationen der Behörden über die sogenannte Landesmeldestelle. Wenn eine Information zu Sperrungen vom Landesbauamt in digital lesbarer Form vorliegt, kann sie codiert und bereitgestellt werden. Diese Daten werden dann genutzt und verarbeitet.

Bei Baustellen und Sperrungen sind diese Informationen aber oft von fragwürdiger Qualität, da es Unschärfen geben kann mit dem Beginn der Baustelle/Sperrung und ebenso mit der Beendigung der selbigen. Ebenso sind oft die Ausdehnungen räumlich unscharf. Beispiele sind vielfältig. Statistisch gesehen ‚fassen wir ca. 70% aller erhaltenen Meldungen an‘ und korrigieren sie mittels Probe-Messungen. Sperrungen entpuppen sich als unzutreffend, wenn regelmäßig Fahrzeuge durch sie hindurchfahren. Und bei Baustellen kann man gut die Geschwindigkeitsreduktion durch Speedlimit messen und so den Beginn und das Ende einer Baustelle (auf Autobahnen einfach) messen.

Wenn eine Brücke abgerissen ist, fahren da keine Autos mehr und wir messen entsprechend nichts mehr. Selbiges gilt für eine echte Sperrung. Kein Verkehrsfluss, keine Messung – ab einem statistischen Entscheidungspunkt heißt das dann – Sperrung.

Wenn die Brücke abgerissen ist, dann muss das in der Karte nachgepflegt werden. Das wird also in einem Kartenrelease upgedatet. Und die stellt der Kartenprovider regelmäßig zur Verfügung." Soweit TomTom.

Wirklich überzeugen kann diese Erklärung aber nicht. Denn TomTom wusste ja durchaus von dieser Sperrung, wie der Screenshot von TomTom Live Traffic beweist. Es müsste doch möglich sein, diese Informationen via Car-Net an die VW-Fahrzeuge auszuliefern.

Rechte Lenkradtasten, Active Info Display und Discover Pro.

Doppelte Navigationskarte

Die Navigationskarte wird zweifach dargestellt: Einmal im Cockpit auf dem Active Info Display direkt vor dem Fahrer und einmal auf dem Discover Pro – nur bei Letzterem gibt es aber bei aktiviertem Car-Net auch die faszinierende Google-Earth-Ansicht, wie man sie auch aus dem Audi TT kennt. Wenn Sie dieses Feature wählen, dann sollte das Datenvolumen Ihres Mobilfunkvertrags ausreichend großzügig dimensioniert sein.

Nur die Karte aus dem Touchscreen kann man per Finger verschieben beziehungsweise ein- und auszoomen (wofür allerdings der rechte Drehknopf neben dem Bildschirm exakter arbeitet). Der Bildschirm reagierte dabei schnell und ohne Ruckeln auf unsere Fingereingaben. POI-Icons auf der Karte lassen sich antippen, woraufhin man sich sofort dorthin navigieren lassen kann.

Google Earth und Street View dank Car-Net

Dank der Google-Earth-Ansicht sehen Sie während der Fahrt vieles, was bisher Ihren Augen verborgen geblieben ist. Vor allem aber helfen Ihnen Google Earth und Street View bei der schnellen Orientierung an einem fremden Ort. Es handelt sich dabei also nicht nur um Spaß-Gimmicks, sondern um sinnvolle Hilfen.

Hier ist Street View möglich.

Die Navigationsansicht auf dem Active Info Display bietet dagegen nur eine klassische Navigationskarte.

Die POI-Suche ist dank Google Lokale Suche ebenfalls beeindruckend leistungsfähig. Erheblich schwächer präsentiert sich dagegen die POI-Suche in der Navigationsfunktion, wenn kein Car-Net zur Verfügung steht.

Google Street View

Übrigens: Das Kartenmaterial sowie die Online-Echtzeitverkehrsinformationen kommen zwar von TomTom – Volkswagen hatte also seine diesbezügliche Ankündigung auf der CES 2015 in Las Vegas zügig umgesetzt, den bisherigen Lieferanten Inrix durch TomTom zu ersetzen. Doch die Daten für die Parkplatzsuche und die Tankstellensuche bezieht VW nach wie vor von Inrix. Aber auch diese beiden Dienste können Sie nur nutzen, wenn eine Verbindung zu Car-Net besteht.

Fahrerassistenzsysteme

Auf die Fahrerassistenzsysteme gehen wir im Rahmen dieses Tests nicht näher ein. Es sei nur erwähnt, dass sowohl das ACC als auch der Spurhalte-Assistent gut funktionieren und den Fahrer nicht nerven. Die Empfindlichkeit des ACC lässt sich nicht nur bequem über eine Lenkradtaste separat einstellen, sondern auch im Rahmen der Fahrmodi beeinflussen.

Navigation mit Tempo-Limitanzeige.

Bei der Navigation kommen auch die Verkehrszeichenerkennung beziehungsweise die Tempolimit-Erkennung zum Tragen, die über die hinter dem Innenspiegel an der Windschutzscheibe verbaute Kamera erfolgen und in der Regel zutreffende Ergebnisse liefern.

Der Notbrems-Assistent, den Volkswagen ebenfalls verbaut, funktioniert zuverlässig: Nähert man sich schnell einem Stau-Ende und bremst man nicht, dann ertönt ein Warnton und im Cockpit-Display vor dem Fahrer erscheint die rote Silhouette eines PKWs. Spätestens jetzt sollte man beherzt in die Eisen steigen. Tut man das nicht, so sollte der Passat selbstständig eine Notbremsung einleiten – das haben wir aber nicht mehr getestet...

Auf der nächsten Seite stellen wir Ihnen die Internet-Dienste und Smartphone-Schnittstellen vor. Und Sie lesen dort unser Fazit .

Karussellansicht mit Mirrorlink ausgewählt.