Jede halbwegs namhafte Firma lässt es sich nicht nehmen, Gaming-Mäuse und mechanische Tastaturen für Spieler auf den Markt zu werfen. Nun sind die Gaming-Headsets dran – und es sind viele. Tests von Gaming-Headsets gibt es im Netz etliche - doch ihnen fehlt in der Regel der direkte Vergleich mit anderen Headsets aus der Preisklasse. Dabei wollen die meisten doch nur wissen: "Ich habe den Betrag X, welches Gaming-Headset ist das Beste für diese Summe?". Wir haben die Antwort für Sie, denn wir haben eine Vielzahl an Gaming-Headsets im direkten Vergleich! Update vom Dezember 2019: Neu im Vergleichstest sind das Razer Kraken Ultimate, Steelseries Arctis 1 Wireless, Cooler Master MH751, Astro A40 TR X-Edition und Roccat Noz. Das Sharkoon Skiller SGH3 ist unser neuer Preis-Leistungs-Sieger und das Asus ROG Strix Fusion 700 erhält den PC-WELT-Award "Top-Design".

Doch bevor Sie sich diesen Vergleichstest durchlesen, möchten wir auf folgendes hinweisen: Die Empfindung eines Klangbildes ist eine sehr subjektive Sache, bei dem es sehr auf die einzelne Person ankommt. Deshalb kann es durchaus passieren, dass Ihnen unsere Modelle in Sachen Audiowiedergabe nicht gänzlich zusagen. Deshalb unser Tipp: Probieren Sie das gewünschte Gaming-Headset vor dem Kauf aus. Beispielsweise bei Freunden, auf Messen oder im Elektromarkt.

Die richtige Passform fürs Gaming-Headset

Bei den meisten Headsets für Gamer handelt es sich um sogenannte Over-Ear-Modelle, die die Ohren also komplett umschließen. Auf diese Weise erfolgt nicht nur eine gute Abschirmung von Geräuschen der Außenwelt, sondern das Gewicht der Kopfhörer kann sich aufgrund der größeren Auflagefläche besser verteilen. Das Ergebnis ist ein meist angenehmerer Sitz.

Velours-Überzüge für die Polster sorgen für weniger heiße Ohren, schotten Sie dafür aber nicht ganz so gut von Umgebungsgeräuschen ab wie (Kunst-)Lederüberzüge. Bei letzteren kommen Sie dafür in der Regel schneller ins Schwitzen. On-Ear-Headsets sitzen eher auf dem Ohr, isolieren etwas weniger gut als Over-Ear-Versionen und führen vor allem bei Brillenträgern zu Druckschmerzen.

Bei Surround-Sound lassen sich auch die einzelnen Kanäle einstellen.

Raumklang: Virtuell oder "echt"?

Raumklang erlaubt es, Gegner in Spielen räumlich zu orten, um entsprechend reagieren zu können und bietet eine stärkere Immersion ins Spielgeschehen, also das "Mittendrin-Gefühl". Einige Hersteller haben Modelle mit "echtem Surround-Sound" im Portfolio, da sie gleich mehrere, kleinere Audiotreiber innerhalb einer einzelnen Ohrmuschel verbauen. Doch in der Regel fehlt diesen kleinen Lautsprechern die Kraft für eine ordentliche Wiedergabe. Des Weiteren kann gar kein korrekter Raumklang entstehen, wenn die Treiber nur wenige Zentimeter voneinander entfernt sind. Virtueller Raumklang klingt also meistens echter, da er durch die Modulation unterschiedlicher Frequenzen entsteht, die unser Gehirn auch entsprechend verarbeiten und zuordnen kann.

Anschluss: USB oder Klinke?

Einige Gaming-Headsets lassen sich nur via USB an den PC anschließen, da sie über eine eigene, digitale Klangverarbeitung verfügen (DSP, Digital Sound Processing) und auf diese Weise den bestmöglichen Sound bieten möchten. Verfügen Sie lediglich über eine herkömmliche Onboard-Sound-Lösung, dann ist das nicht immer verkehrt. Das bietet sich zum Beispiel auch an, wenn Sie ein Lautstprecher-Set am Computer angesteckt haben - so können sie einfach zwischen den Quellen wechseln.

Mit Hilfe von Adaptern lassen sich Klinken-Headsets auch via USB an den PC anschließen.

© Logitech

Wenn Sie die Kopfhörer aber auch an der Spielekonsole oder am Smartphone nutzen möchten, dann ist der Anschluss via USB nicht oder nur eingeschränkt möglich. Achten Sie in diesem Fall auf einen Anschluss via Klinke (3,5 Millimeter). Das sollten Sie auch, wenn in Ihrem Rechner eine hochwertige Soundverarbeitung wie ein USB-Audiointerface oder eine Soundkarte zum Einsatz kommen.

Worauf Sie beim Gaming-Headset-Kauf noch achten sollten

Neben dem Tragekomfort, der Klang-Technik und den Anschlüssen sollten Sie auf eine robuste respektive hochwertige Verarbeitung achten. Häufig belastete Bauteile wie die Haltegabeln oder das Kopfband sind idealerweise aus Aluminium oder einem anderen, massiven Material. Des Weiteren sind Kabelfernbedienungen oder Bedienelemente an den Ohrmuscheln ein Zusatzkomfort, um schnell das Mikrofon stummzuschalten oder die Lautstärke zu regeln. Ein geflochtenes (gesleevtes) Anschlusskabel ist außerdem noch haltbarer als reine Kunststoffkabel.

Eine Kabelfernbedienung bietet grundlegende Steuerelemente an.

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Das sind die besten Gaming-Headsets des Vergleichs-Tests:

TEST-SIEGER: Corsair Virtuoso RGB Wireless SE

Test-Sieger: Corsair Virtuoso RGB Wireless SE

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Zum ausführlichen Test: Corsair Virtuoso RGB Wireless SE

Mit dem Steelseries Arctis Pro bekommen Sie nicht nur ein sehr bequemes Gaming-Headset, das sich für lange Zocker-Sessions eignet, sondern auch einen sehr stimmigen Sound, der nicht nur in Spielen überzeugt. Neben dem sehr ausgewogenen und angenehmen Klangbild bietet uns das Steelseries Arctis Pro eine klare Sprachübertragung ohne lästige Hintergrundgeräusche. Ein sinnvolles Extra ist die Funktion Chat-Mix-Dial, denn durch das situative Mischen der beiden Tonspuren erhalten wir ein stets ideales Ergebnis. Der aktuelle Straßenpreis von rund 152 Euro ist hoch, für das Gebotene aber durchaus akzeptabel.

PREIS-LEISTUNGS-SIEGER: Sharkoon Skiller SGH3

PREIS-LEISTUNGS-SIEGER: Sharkoon Skiller SGH3

© Sharkoon

Das Sharkoon Skiller SGH3 passt sich über das Zugband  automatisch den verschiedensten Kopfformen an und sitzt dank der dicken Polster auch recht angenehm. Positiver Nebeneffekt ist, dass störende Außengeräusche recht gut abgeschirmt werden. Die Besonderheit hier ist die Möglichkeit, das Headset einfach nur analog über Klinke zu betreiben, womit sich das SGH3 auch flexibel am Gamepad der Spielekonsole oder am Tablet betreiben lässt. Oder Sie nutzen eine mitgelieferte USB-Soundkarte am Kabel. Die verarbeitet den Klang dann nochmal digital und über die Fernbedienung lassen sich auch verschiedene Profile fürs Filmeschauen oder Musikhören aktivieren, oder auch virtuellen Raumklang.

Das Mikrofon lässt sich komplett abnehmen. Die Nebengeräuschunterdrückung funktioniert ziemlich gut und die Sprachqualität ist nicht übel. Außerdem finden wir, dass die Verarbeitung richtig gut ist, auch wenn die Fernbedienungen ziemlich klobig sind und der Klang etwas präzisere Höhen bieten könnte. Aber zum Preis von aktuell knapp 50 Euro ist die gezeigte Leistung und der Funktionsumfang echt ein Brett – wofür es von uns auch den PC-WELT-Award „Preis-Leistungs-Sieger“ gibt.

ATTRAKTIVER PREIS: Sharkoon Skiller SGH1

ATTRAKTIVER PREIS: Sharkoon Skiller SGH1

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Zum ausführlichen Test: Sharkoon Skiller SGH1

Das Sharkoon Skiller SGH1 kommt mit vielen Extras zu Ihnen nach Hause und bietet Ihnen somit die Möglichkeit, es auf Ihre Wünsche anzupassen. So können Sie entscheiden ob Sie ein Mikro benötigen, welche Ohrpolster Sie angenehmer finden und an welchem Gerät Sie das SGH1 einsetzen möchten. Doch leider finden wir, dass der Hersteller bei allem Drum und Dran die Hauptaufgabe aus den Augen verloren hat: Der Klang bleibt leider etwas auf der Strecke. So vermissen wir eindeutige Höhen und einen klareren Bass für einen stimmigen Sound. Das Headset ist für nur noch 11 Euro im Handel erhältlich und ist damit sehr günstig! Wer jedoch mehr Wert auf den Sound und auf die Verarbeitung legt, der sollte ein wenig tiefer in die Tasche greifen.

TOP-DESIGN: Asus ROG Strix Fusion 700

TOP DESIGN: Asus ROG Strix Fusion 700

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Zum ausführlichen Test: Asus ROG Strix Fusion 700

Dank der neuen Bluetooth-Funktion können wir mit dem Asus ROG Strix Fusion 700 jetzt auch Anrufe über unser Smartphone annehmen. Doch sonst hat sich der Neuling im Vergleich zum Vorgängermodell Asus ROG Strix Fusion 500 kaum verändert und auch die edle Optik bleibt gleich. Nur der Preis steigert sich enorm, weshalb das Asus ROG Strix Fusion 700 bei schlappen 250 Euro liegt.

INNOVATIVE TECHNIK: Razer Nari Ultimate

INNOVATIVE TECHNIK: Razer Nari Ultimate

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Zum ausführlichen Test: Razer Nari Ultimate

Das Razer Nari Ultimate beeindruckt mit vielen Techniken, Funktionen und Ausstattungsmerkmalen, die unmittelbaren Einfluss auf das Spielerlebnis haben. Die Hypersense-Technik funktioniert meistens recht gut im Einklang mit dem Gesehenen, aber leider nicht immer. Und auf Dauer die Vibrationen aktiviert zu lassen können wir uns nicht vorstellen. Ansonsten funktioniert die Drahtlosanbindung ohne hörbare Latenz oder Fehler, der Tragekomfort ist auch nach Stunden noch angenehm und der flexible Einsatz als analoges Headset oder an der PS4 sind positiv hervorzuheben.

Nur vom Klang ab Werk sind wir nur mäßig angetan, denn Razer stellt den Bass stets zu sehr in den Vordergrund, worunter die Mitten und Höhen leiden. Auch die unterschiedlichen Klangprofile ändern da kaum etwas dran. Der Nutzer selbst muss hier ordentlich nachbessern. Der Preis von aktuell rund 170 Euro ist angesichts der Funktionsvielfalt gerade noch akzeptabel.

So haben wir die Gaming-Headsets getestet

Der Test aller Gaming-Headsets erfolgt immer mit den gleichen Spielen, Anwendungen und Multimedia-Inhalten: Die Modelle müssen sich alle in Far Cry 5, Battlefield 1 und Kingdom Come: Deliverance, in einer Chat-Unterhaltung via TeamSpeak und Skype sowie im bekannten Song "Hotel California" von den Eagles beweisen.

Getestet wurden die Headsets mit einem analogen 3,5-Millimeter-Klnikenanschluss mit dem weit verbreiteten Onboard-Soundchip "Realtek High Definition Audio" ohne digitale Klangvebesserungen oder Anpassungen unsererseits. Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich auch, dass sich alle Gaming-Headsets auch noch in Sachen Ton manuell feintunen lassen und somit auch ein besseres Ergebnis abliefern können. Der Anschluss der USB-Headsets erfolgte stets über USB 2.0.