Treiber-Check bei Windows 11

Das Windows-11-Upgrade ist reibungslos gelaufen. Wenn es danach allerdings Probleme mit dem WLAN-Modul, der Webcam, der Soundkarte oder auch dem angeschlossenen USB-Drucker gibt, ist häufig ein veralteter oder fehlerhafter Hardwaretreiber schuld. Denn besonders nach großen Windows-Aktualisierungen ändert sich ebenfalls das Zusammenspiel der Hardware mit dem Betriebssystem. Darauf reagieren die Hersteller von Komponenten und Peripheriegeräten mit Treiber-Updates, um derartige PC-Probleme schnell zu beheben.

Wie sich die Bordmittel von Windows 11 am besten einsetzen lassen, um Treiberproblemen auf die Spur zu kommen, zeigen wir Ihnen in diesem Ratgeber. Microsoft hat beispielsweise am altbekannten Geräte-Manager geschraubt und ihn speziell für die Treiberanalyse verbessert. 

Geräte-Manager: Erste Anlaufstelle, bessere Ansicht

Windows 11 verfeinert im Geräte-Manager die Ansicht von Treibern. Hier können Sie sich drei unterschiedliche Listen anzeigen lassen: Geräte nach Treiber, Treiber nach Typ und Treiber nach Gerät.

Auch nach dem Upgrade des Betriebssystems auf Windows 11 bleibt der Geräte-Manager die erste Anlaufstelle bei einem Treiberfehler. Rufen Sie diesen mit Adminrechten auf. Sollte ein Problem bestehen, erkennen Sie es wie gehabt an einem gelben Dreieck mit einem schwarzen Ausrufezeichen vor der Komponente. Das Symbol zeigt an, dass das Betriebssystem das betreffende Gerät zwar erkannt hat, den Treiber aber nicht laden oder finden kann. Mit einem Fehlersymbol ist auch der Eintrag „Unbekanntes Gerät“ versehen. Dieser bedeutet, dass der Chipsatz oder der Prozessor ein neues Gerät an einem verwalteten Anschluss erkennen – beispielsweise an einem PCI- oder einem USB-Port. Windows kann jedoch der übermittelten Hardware- ID keinen Treiber zuordnen.

Dank einer Verbesserung im Geräte-Manager von Windows 11 ist die Chance auf mehr Informationen zu Treibern gestiegen. Diese Neuerung bezieht sich auf den Reiter „Ansicht“ und war schon für das letzte Herbst-Update von Windows 10 (21H2) angekündigt. Unter Windows 11 bietet die Geräte-Manager-Ansicht nun mehrere Optionen: Unter „Geräte nach Treiber“ finden Sie zu jedem Treiber auch die Geräte, die ihn nutzen. Klicken Sie auf „Treiber nach Typ“, ordnet sich die Ansicht nach den Gerätefunktionen – etwa Bluetooth – inklusive der jeweils hierfür eingesetzten Treiber. Bei „Treiber nach Gerät“ können Sie die Komponente und alle für ihren Betrieb verwendeten Treiber sehen.

Mithilfe der genaueren Treiberansicht von Windows 11 verschaffen Sie sich schnell einen Überblick über die Geräte wie auch die dafür eingesetzten Treiber. Dies bewahrt Sie vor Hardwareproblemen, denn bevor Sie einen Treiber löschen, können Sie prüfen, ob er eventuell von mehreren Komponenten benötigt wird.

Fit für Windows 11: Die Hardware-Voraussetzungen

Laufwerk C: Neue Treiberinstallation im Geräte-Manager

Für die manuelle Treiberinstallation über den Geräte-Manager wählt Windows 11 nun das Laufwerk C aus. Das Diskettenlaufwerk A, das bisher als Startpunkt fungierte, hat damit ausgedient – ein zeitgemäßer Wechsel.

Microsoft hat beim Geräte-Manager von Windows 11 nicht nur die Ansicht verbessert, sondern auch das manuelle Installieren von Treibern. Letzteres kommt immer dann infrage, wenn Sie sich eine aktuelle Treiberversion direkt von der Webseite des Herstellers auf den PC heruntergeladen haben. Bisher wählte das Betriebssystem stets das Laufwerk A, das für Disketten vorgesehen ist, als Ausgangspunkt aus, um Treiber manuell zu installieren. Mit Windows 11 ab dem Build 22000 nimmt das Betriebssystem nunmehr stattdessen das Laufwerk C als Startpunkt, auf dem sich in den meisten Fällen die Systempartition befindet.

Der Laufwerkswechsel macht das Navigieren zum gespeicherten Treiberpaket nicht nur leichter, C ist auch wesentlich zeitgemäßer. Denn damit entfällt überdies die nervige Nachfrage nach dem inzwischen längst überholten Diskettenlaufwerk.

Zur manuellen Treiberinstallation kommen Sie mithilfe eines Rechtsklicks auf die betreffende Komponente, für die Sie das Treiberpaket auf dem PC gespeichert haben. Wählen Sie aus dem Kontextmenü „Eigenschaften“ und danach den Reiter „Treiber“ aus. Klicken Sie auf „Treiber aktualisieren“ und daraufhin im neuen Fenster auf „Auf meinem Computer nach Treibern suchen“. Unter „An diesem Ort nach Treibern suchen“ sehen Sie, dass Windows 11 standardmäßig auf „C“ die Suche beginnt. Über die Schaltfläche „Durchsuchen“ navigieren Sie zum Speicherort für das Treiberpaket auf Ihrem Rechner. Zur Installation folgen Sie den weiteren Anweisungen.

Schneller geht es, wenn Sie die betreffende Komponente anklicken und als Nächstes im Reiter „Aktion“ die Option „Treiber hinzufügen“ auswählen. Denn so gelangen Sie direkt zur manuellen Treiberinstallation.

Nach dem Upgrade: Treiber-Check per Windows-Update

Über den Bereich „Optionale Updates“ liefert Microsoft auch Treiberaktualisierungen für PC-Komponenten aus. Eine Treiberinstallation lohnt sich nach dem Windows- 11-Upgrade, wenn eine Komponente Ärger macht.

Das Upgrade Ihres Rechners von Windows 10 auf Windows 11 verändert auch das Zusammenspiel des Betriebssystems mit den Komponenten. Aus diesem Grund stellen Hardwarehersteller Microsoft angepasste Treiberfassungen zur Verfügung, die in der Folge über die Windows-Update-Funktion abrufbar sind. Sie finden diese meistens in dem Bereich „Optionale Updates“, den Sie in den Windows-Einstellungen über „Windows Update –› Erweiterte Optionen –› Weitere Optionen“ aufrufen. Besonders direkt nach dem Betriebssystem-Upgrade lohnt sich eine mehrmalige Prüfung, ob Updates für Ihre Komponenten vorliegen.

Ist das der Fall, sehen Sie die Aktualisierungen in einer Liste aufgeführt. Sollte sich ein Komponententreiber darunter befinden, der Ihnen sowieso Ärger macht, installieren Sie das Treiber-Update sofort. Denn so stellen Sie sicher, dass zumindest Basisfunktionen wieder arbeiten und Ihre Komponente stabil mit dem Betriebssystem zusammenarbeitet. Hierzu setzen Sie bitte ein Häkchen vor die jeweilige Komponente und starten den Update-Vorgang per Klick auf „Herunterladen und installieren“. In der Regel schließen Sie die Aktualisierung mit einem Windows-Neustart ab.

Wenn es aber kein akutes Problem mit der im Windows-Update aufgeführten Komponente gibt, müssen Sie nicht sogleich handeln. Vielmehr überprüfen Sie die Treiberversion, indem Sie diese mit der Fassung vergleichen, die im Geräte-Manager oder direkt im Treiberprogramm angegeben ist. So vermeiden Sie, dass Sie sich einen älteren Treiber auf das System laden, der eventuell nicht alle Funktionen bietet. 

Updates von Windows und Hersteller kombinieren

Treiberpakete vom Hersteller lassen sich oftmals über bequeme Installationsroutinen auf das System bringen. Welche Bereiche die Treiber umfassen, ist übersichtlich dargestellt – hier: AMDs CPU-Update.

Der Leistungsverlust von AMD-Ryzen-Prozessoren nach dem Upgrade auf Windows 11 schlug bereits kurze Zeit nach der Verfügbarkeit der neuen Betriebssystemversion im vergangenen Herbst hohe Wellen. Benchmark-Tests ergaben, dass die Kernzuweisung und der Umgang mit der CPU-Cache-Hierarchie die Einbußen verursachten. Laut Angaben von AMD häuften sich die Probleme bei CPUs mit acht und mehr Kernen. Denn fälschlicherweise adressierte Windows 11 bei Last nicht den schnellsten, sondern einen der langsameren Cores. An diesem Beispiel lässt sich zeigen, dass sich Treiberprobleme nach einem Upgrade auch mit einer Kombination aus Windows-Update und Herstelleraktualisierung lösen lassen. Denn erste Abhilfe kommt in Form der Windows-Updates KB5006746 sowie KB5007215, die sich aber lediglich als teilweise erfolgreich herausstellen. Nur kurze Zeit später reagiert CPU-Hersteller AMD mit der Bereitstellung von Treiberpaketen für die betroffenen Ryzen-Prozessoren.

Wie bei anderen Komponenten finden sich diese Aktualisierungen auf den Support-Webseiten des Herstellers. Um das richtige Paket zu finden, sollten Sie Ihre Komponente – beispielsweise die AMD-Ryzen-CPU – genau kennen. Meistens sind die Hersteller mit einer vordefinierten Produktauswahl behilflich. Prüfen Sie zusätzlich die Version des vorhandenen Treibers, um sicherzugehen, dass das angebotene Paket eine höhere Versionsnummer trägt. Danach laden Sie es auf den Rechner. Vielfach enthalten Treiberpakete einen Installer-Assistenten, der Sie durch den Update-Vorgang begleitet. 

Schlagen Updates fehl, liegt das häufig am aktivierten Virenscanner oder an der Firewall-Software, die Sie für die Zeit der Treiberinstallation besser abschalten sollten. Auch das Deinstallieren von alten Treiberversionen vor dem Update kann helfen, wenn der Aktualisierungsvorgang nicht durchlaufen sollte. Verwenden Sie dazu die Windows-eigenen Funktionen unter „Apps & Features“ und suchen Sie in der Liste nach passsenden Komponententreibern. Über das Anklicken der drei Punkte rechts in der jeweiligen Zeile starten Sie den Deinstallationsvorgang. Damit Sie vollen Zugriff haben, sollten Sie mit Administrator-Rechten am System angemeldet sein.

Tipp: Windows 11 auf älteren PCs installierbar – mit Einschränkung

Neuer Treiber bei Geräteausfall unter Windows 11

Manche Druckermodelle – etwa von Brother – verweigern nach dem Windows-11-Upgrade den Dienst, wenn sie per USB am PC angeschlossen sind. Ein Schnittstellenwechsel und/oder eine Treiberneuinstallation schaffen hier Abhilfe.

Schlimmer als Leistungseinbußen ist es, wenn Geräte wie Drucker nach einem System-Upgrade auf Windows 11 nicht mehr funktionieren. Ein Beispiel: Im Zusammenhang mit Brother-Druckern melden Anwender, dass einige Printer-Modelle nach dem Windows-11-Upgrade zwar im Geräte-Manager vorhanden sind, allerdings nicht auf Druckaufträge reagieren, wenn sie per USB mit dem Rechner verbunden sind.

Teils lässt sich ein derartiges Problem über einen Schnittstellenwechsel entweder auf einen anderen freien USB-Port oder auf eine WLAN-Verbindung lösen. Erfolgversprechender ist jedoch eine Treiberneuinstallation. Dazu lösen Sie zunächst einmal die USB-Druckerverbindung und entfernen die vorhandenen Druckertreiber vom System. Bei einem Multifunktionsgerät betrifft das auch den Scannertreiber. Prüfen Sie im Geräte-Manager, ob wirklich sämtliche Einträge zum Gerät verschwunden sind.

Suchen Sie nun auf der Herstellerwebseite nach dem vollständigen Treiberpaket für Ihr Modell, das im Fall von Multifunktionsgeräten neben Drucker- auch Scannertreiber einschließt. Nach dem Download auf Ihren Computer sowie dem Entpacken des Gesamtpaketes starten Sie das Installationstool und folgen den Anweisungen. Achten Sie darauf, dass Sie bei einer USB-Verbindung den Drucker erst mit dem Rechner verbinden, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Führen Sie die Installation bis zum Ende durch. Oft endet sie mit einer Aktualisierungsoption für die Druckerfirmware, die Sie ausführen. Ist alles aktualisiert, sollte der Drucker auch unter Windows 11 reibungslos funktionieren.

Nicht immer zuverlässig: Support-Tools vom PC-Hersteller

Oft lassen sich Treiber-Updates auch mittels Support-Tool vom PC-Hersteller durchführen. Das ist jedoch nur dann eine bequeme Update-Methode, wenn Sie die vorgeschlagenen Treiberversionen genau überprüft haben.

Viele Hersteller von PCs und Mobilrechnern bieten für den Geräte-Check ein Support-Tool an, das die Prüfung automatisch durchführt. Hier laufen auch Routinen, die die Treiber auf ihre Aktualität hin untersuchen. Allerdings können Sie sich nicht blind darauf verlassen, dass es sich bei der vom Tool vorgeschlagenen Treiberversion auch um die neueste Fassung handelt. Am besten vergleichen Sie die Versionsnummer im Tool mit der Fassung, die im Geräte-Manager angegeben ist. Wenn Ihnen das Programm eine aktuellere Treiberversion vorschlägt, ist das Aufspielen einfach. Hierzu bestätigen Sie den Treiber mittels Häkchen und klicken auf „Installieren“.