Valorant kommt bei der PC-Welt-Community richtig gut an, Zeit für uns mit einem ersten Heroe-Guide nachzulegen.

Die Skeptiker sagen: Valorant kann gar nicht funktionieren, weil die Shooter-Gemeinde klassisches Counter-Strike will: roh, auf das Minimum reduziert – keine Komfort-Features, keine strategischen Ultimates, eingeschränkter taktischer Spielraum und voller Fokus auf das Ziel – die Fähigkeit, schneller und präziser zu treffen als der Gegner.

Und dann gibt es eine ganze Reihe an Gamern, die Lust auf Valorant haben, schließlich kommt es von Riot Games. Das League-of-Legends-Studio hat einen guten Track-Record, wenn wir über Community-Betreuung und Updates reden. Wo Valve sehr sporadisch mal an CS werkelt, sucht Riot aktiv den Austausch mit seinen Fans und investiert sehr viel stärker in seine Spiele und eSports-Ligen als der Konzern aus Seattle. Riot hat mit Riot Direct etwa eine eigene Infrastruktur von Serverzentren in den USA und Europa aufgebaut und Verträge mit Internet-Providern geschlossen. So sollen 70 Prozent aller Spieler einen Ping von 35ms erwarten dürfen.

Um die korrekte Registrierung von Schussbahnen und Hits zu garantieren, arbeitet man mit 128-Tick-Servern – Standard sind 64-Tick-Server. In Valorant tauschen Server und individueller PC jedes Spielers also doppelt so oft Positionsdaten aus. Auch ist Riot bekannt für faire Bezahlsysteme – League of Legends hat eine gute Balance, keine Pay2Win-Mechaniken und verkauft werden dort nur Kosmetika – ein schick bespraytes Sturmgewehr mit dem Logo des Lieblings-eSports-Clans? Da hätte wohl kaum einer etwas dagegen. Auch in Counter-Strike: Global Offensive haben wir uns ja schnell an die Skins gewöhnt, die durchaus ein bisschen Farbe und Kreativität ins Spiel bringen.

Sie haben unsere Weltpremiere zu Valorant noch nicht gelesen? Gerne jetzt nachholen .

Kreativität, genau das ist der Punkt, warum Valorant richtig groß werden kann: Valorant nutzt Ultimates, die man eher in einem Overwatch vermuten würde, setzt diese aber sehr dezent ein: Wo wir in Overwatch permanent durchpushen und Ultimates raushauen, als wäre es Diablo 4, gilt es in Valorant, Punkte zu sammeln und strategisch zu überlegen: Spiele ich mein Ultimate jetzt aus, etwa, um mich zur Bombe zu teleportieren, schließlich ist das komplette Team down, es liegt also an uns als Last Man Standing. Wir können unsere Kameraden schneller machen mit einem Speed-Orb, was uns den überraschenden Rush auf feindliche Positionen ermöglicht. Es gibt spezielle Karten, in denen Teleport-Tore aufgebaut sind – das gibt einen komplett neuen taktischen Layer, weil immer dann, wenn wir so ein Tor betreten, das feindliche Team alarmiert wird. Wir können also anfaken, um mal CS-Jargon zu verwenden. 

Rein vom Look & Feel her ist Valorant so clean wie CS:GO und verzichtet anders als etwa ein Overwatch auf überbordende Grafikeffekte. Die Levels sind schön designt, auch die Lichtstimmung kommt gut rüber, aber es ist schon sehr auf eSports getrimmt.

© Riot Games

Valorant übernimmt viel von Counter-Strike, was Spielgeschwindigkeit, Schussgefühl, Trefferfeedback und sogar zahlreiche Mechaniken angeht. Wir kaufen vor jeder Runde Waffen und Equipment, genau wie in CS:GO und vorher CS 1.6. Aber Riot Games ist nicht so konservativ wie Valve, sondern traut sich, viele spannende Features einzubauen, die eher aus dem Koop-Gedanken geboren wurden: Wir errichten einen Energieschild, welcher es unmöglich macht, uns direkt zu treffen – es ist kein Schutzschild, sondern vielmehr eine Art mobiler Mauer, die die Sicht einschränkt. Feuern wir aber einen Sensor-Pfeil durch diese elektrisch geladene Wand, können wir Feinde als Skelette markieren und aktiv angreifen. Das hat einen schönen Call-of-Duty-Touch, der sich bislang harmonisch ins Spieldesign einfügt.

Die Waffen im Überblick

Alle Waffen in der ersten Analyse: Da fast alle PC-Welt-Leser CS:Go kennen, haben wir nach Pendants zu den bereits gezeigten Waffen gefahndet.

© Riot Games

Valorant arbeitet mit einem sehr detaillierten Kill-Report, aus dem sich direkt ablesen lässt, wie viele Körpertreffer Sie erlitten und wie viel Schaden Sie verursacht haben. Der Report wird in Beine, Oberkörper und Kopf visuell unterteilt sowie in Outgoing (von Ihnen abgefeuerte Kugeln) und Incoming (kassierte Treffer). So sehen Sie beispielsweise, dass Sie selbst vier Mal den Oberkörper getroffen haben, selbst sieben Kugeln im Bauch haben und deshalb verloren haben. Eine interessante Information auch für das Team im eSports.

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Valorant

CS:GO-Pendant

Classic

Glock - Standard-Startwaffe

Shorty

Shotgun (keine detaillierten Informationen)

Bucky

XM1014 // Pump-Action-Shotgun

Judge

kein CS-Pendant, erinnert entfernt an AA-12 Sledge Hammer mit Trommel-Magazin, die von US-SWAT-Einheiten verwendet wird

Frenzy

Erinnert entfernt an Mac10 // Maschinenpistole // 10 Kugeln pro Sekunde // Magazin-Kapazität: 13

Ghost

Schallgedämpfte USP // 6,75 Kugeln pro Sekunde // Magazin-Kapazität: 15

Sherrif

Revolver, Funktionalität ähnlich Desert Eagle (hohe Präzision auf Distanz)

Bulldog

FAMAS (Magazingröße unbekannt, 35 Schaden bei Bauchtreffer)

Guardian

SG 553 (keine detaillierten Informationen)

Phantom

M4 // 11 Kugeln pro Sekunde // Zoom-Modus auf 1,25x // 39 Schaden auf Körper auf 15 Meter, 31 auf 30 bis 50 Meter, Kopfschuss immer tödlich von auf 50 Meter

Vandal

vollautomatische AK 47 (keine detaillierten Informationen verfügbar)

Spectre

UMP-45MP5 (im Beispiel verursachen sieben Körper-Treffer 174 Schaden)

Stinger

MP9 (keine detaillierten Informationen)

Operator

AWP

Marshall

SSG-08

ARES

kein CS-Pendant, scheint eine Eigenkreation zu sein

ODIN

Mini-Gun // kein CS-Pendant, aber ähnliche Waffe in Call of Duty: Modern Warfare

Die Waffen dürften CS-Veteranen vor keine größeren Herausforderungen stellen. Mitunter gibt es Sekundär-Modi, löblich ist zudem, wie detailliert die Kill-Reports ausfallen.

© Riot Games

Alle Helden im Überblick, ihre Specials und Ultimates

Anstatt wie in Overwatch in kurzen Abklingzeiten Zugriff auf mehrere mächtige Fähigkeiten zu haben, sind Valorants Charakterfähigkeiten vielfältiger und die meisten müssen zu Beginn der Runde gekauft werden, wie Splittergranaten oder Flashbangs in CS: GO. Das Ultimate jedes Charakters benötigt sogar mehrere Runden, um sich maximal aufzuladen:

So funktioniert das System:

  1. Es gibt eine ultimative Fähigkeit: Für diese sind mehrere Ladungen erforderlich, die durch Abschüsse, das Erfüllen von Zielen (wie beispielsweise das Entschärfen der Bombe, heilen von Kameraden etc.) erzielt werden. Es kann drei oder mehr Runden dauern, bis Sie genug Power haben, um dieses Ultimate einzusetzen.

  2. Es gibt eine Hauptfähigkeit: Diese lässt sich jede Runde verwenden – wie oft, hängt vom Helden ab.

  3. Zwei käufliche Fähigkeiten: Zu Beginn jeder Runde kaufen Sie Waffen, Kevlar-Westen, Granaten etc. ein, exakt wie in Counter-Strike. Zur Wahl stehen hier auch Ladungen – diese „Charges“ genannten Items lassen sich nutzen, um die zwei Extra-Fähigkeiten jedes Helden zu nutzen.

Die Geschichte von Riot Games: Wie das größte Spielestudio der Welt entstand

Die Helden im Überblick:

Phönix

Phoenix ist ein aggressiver Charakter, der sich offensiv in den Kampf wirft und mit seinen Feuerfähigkeiten vor allem Schaden in der Breite macht.

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Fähigkeiten

Hot Hands

Wirft einen Feuerball, der nach einer kurzen Wartezeit oder wenn er auf den Boden trifft, einen kleinen Bereich in Flammen steckt. Spannend: Diese Flammen schaden Gegnern, als Flammen-Held heilen sie uns hingegen – das geht Richtung Doom und erlaubt sehr offensives Verhalten.

Blaze

Beschwört eine Feuerwand, die die Sicht blockiert und jeden verletzt, der durch sie hindurch brechen will.

Curveball

Damit lässt sich eine Flashbang auch um Ecken herumwerfen.

Ultimate

Run it Back

Markiert Ihren aktuellen Standort und startet einen kurzen Timer. Wenn der Timer abläuft oder wenn Sie sterben, respawnen Sie an der markierten Stelle mit voller Gesundheit, was eine komplette Runde drehen kann.

Die größte und wichtigste Frage wird: Lassen sich die Ultimates effizient kontern? Diese sind nämlich so spielentscheidend, wie in kaum einem anderen Titel.

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Jett

Jett ist auf Agilität getrimmt, ihr Job ist es, Flankenangriffe auf Feinde zu koordinieren und auszuführen.

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Fähigkeiten

Cloudburst

Wirft eine klassische Rauchgranate, die die Sicht auf engem Raum komplett vernebelt.

Updraft

Damit wirbeln Sie sich selbst nach oben, etwa um eine höher gelegte Plattform zu erreichen.

Tailwind

Damit dachen Sie direkt eine kurze Distanz in Bewegungsrichtung nach vorne

Ultimate

Blade Storm

Ein Klingensturm der Warcraft-3-Art. Jett wirft damit eine ganze Salve an Wurmessern, die viel Schaden verursachen, bei Kopftreffern auch direkt töten. Erhalten Sie einen Kill, werden die Dolche wieder aufgefüllt und Sie können entscheiden, ob sie diese einzeln werfen oder in einer zweiten Angriffswelle wieder als „Klingensturm“ nutzen möchten, was durchaus Runden drehen kann.

Die Lady des Todes: Die toxische Wand lässt sich etwa auch nutzen, um bei geringer Gesundheit sich und seinem Team zu verschaffen oder um Bereiche zu blocken.

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Viper

Viper ist Valorants Poison Ivy. Eine Agentin, die voll auf Schlangengift und toxische Gase abfährt. 

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Fähigkeiten

Snakebite

Profil abfeuern, welches bei Auftreffen einen Giftgas-Cocktail entfacht

Poison Cloud

Ähnlich wie eine Smoke in CS:GO, allerdings mit toxischen Inhaltsstoffen, die Schaden abziehen.

Toxic Screen

Legt eine Linie aus Gasgranaten, die eine toxische Wand erschaffen. Diese lässt sich so lange aufrechterhalten, wie Sie die Ressource dafür haben. Ist die Anzeige leer, verpufft die Wand.

Ultimate

Vipers Pit

Im Videomaterial sehen wir diese giftige Wolke. Super spannend: Diese bleibt so lange bestehen, wie sich Viper selbst darin aufhält. Damit können Sie effektiv Routen zu Bombspots blockieren, wobei ein AWP-Scharfschütze – pardon einer mit der Operator sie aus dem Spiel nehmen kann. Innerhalb der Wolke zu kämpfen ist möglich, aber schwierig, weil eindringende Gegner für Viper markiert werden. Entscheidend wird werden, dass Riot Games die Balance hinbekommt, denn der Vipers Pit muss konterbar bleiben.

Sova

Die Elektro-Lady im Roster erinnert ein bisschen an eine Mischung aus Hawkeye und Black Widow aus dem Marvel-Universum.

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Fähigkeiten

Shock Bolt

Feuert einen explosiven Pfeil ab, der beim Aufprall statische Energie abgibt.

Owl Drone

Startet eine steuerbare Drohne. Treffen Sie mit deren Pfeilen Gegner, machen Sie zwar keinen Schaden, enthüllen aber deren Position für das Team.

Recon Bolt

Feuert einen Sonar-Pfeil ab, der Feinde in der Nähe taggt. Kennen wir aus Call of Duty oder von Overwatchs Hanzo.

Ultimate

Hunters Fury

Feuert bis zu drei Energie-Pfeile ab, die die komplette Karte durchqueren.Mit jedem Treffer wird ein Gegner markiert und nimmt schweren Schaden. Auch hier stellen wir uns die die Frage: Wie lässt sich das kontern?

Sage

So oder so ähnlich wird das Menü letztlich aussehen. Besonderheit: Sie entscheiden sich pro Match für einen Agenten/Agentin, können also nicht jede Runde wechseln.

© Riot Games

Klassische Supporterin, die ihr Team mit zahlreichen Fähigkeiten heilt, unterstützt respektive Rushes des Gegners ausbremst

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Fähigkeiten

Slow Orb

Wirft einen Orb, der ein Feld schafft, welches das feindliche Team nicht nur langsamer macht, sondern auch die Lautstärke ihrer Tritte verstärkt und sie am Boden hält. Sehr interessant, um Rushes auszubremsen.

Barrier Orb

Erschafft eine lange Energie-Wand, um dem Feind die Sicht zu versperren.

Healing Orb

Heilt Sage selbst oder einen Verbündeten über mehrere Sekunden, bis volles Leben erreicht ist.

Ultimate

Resurrection

Kann einen befreundeten Charakter mit voller Gesundheit wiederbeleben. Das dürfte eines der strittigsten Ultimates werden, weil es klassische 1-gegen-2-Situationen komplett aufweichen würde.

Cypher

Der Cyborg-Stealth-007 agiert mit seinen Stolperdrähten aus dem Hinterhalt und wirft Käfige, die Gegner verlangsamt und in die Luft jagt.

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Fähigkeiten

Trapwire

Platziert einen getarnten Stolperdraht zwischen zwei Wänden, der Gegner kurzzeitig festhält.

Cyber Cage

Wirft eine Falle, die per Zünder aktiviert wird. Einmal aktiviert, entsteht ein Käfig, der Feinde langsamer macht und sich auch in die Luft jagen lässt. Na, ob das mal kein Nerv-Tool wird? Da muss Riot ein bisschen aufpassen.

Spycam

Platziert eine Überwachungskamera, die via Linksklick Tracking-Darts abfeuert.

Ultimate

Neuro Theft

Untersucht die Leiche eines Gegners und deckt so die Positionen seines gesamten Teams auf, da die Gegner über neuronale Netzwerke verknüpft sind.

Brimstone

Der Kommandant im Team: Wirft Brandgranaten, erhöht die Schussrate des Teams und kann bestimmte Teile der Karte in Rauch hüllen sowie einen Luftschlag anfordern.

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Fähigkeiten

Incendiary

Verschießt eine Brandgranate, die ein Feuerfeld erschafft

Stim Beacon

Dieser Beacon erhöht die Feuerrate des eigenen Teams auf etliche Prozentpunkte. Wie massiv, hat Riot noch nicht enthüllt.

Sky Smoke

Erschafft eine Wolke, die sich über die Map bewegt und größere Bereiche einnebelt.

Ultimate

Orbital Strike

Klassischer Luftschlag im Call-of-Duty-Stil, der sehr hohen Schaden bei allen verursacht, die nicht in Gebäuden in Deckung gehen.