Wi-Fi 6 wird momentan nur von neueren Router-Modellen unterstützt.

Hohes Tempo für alle WLAN-Geräte: Das zumindest verspricht der neue WLAN-Standard Wi-Fi 6 , auch als 11ax bekannt. Damit soll das Funknetz fit werden für die Zukunft. Denn die Anzahl der Endgeräte, die in einem WLAN Daten austauschen wollen, steigt ständig und wird weiter steigen. Der Übertragungsweg hingegen, nämlich die WLAN-Frequenzen, lässt sich nicht beliebig erweitern. Die Folge, die Sie schon jetzt in Ihrem WLAN spüren: Tempo und Reichweite sinken, weil viele Geräte um Übertragungszeit kämpfen und weil andere WLANs ins eigene Netz hineinfunken.

Wi-Fi 6 will das WLAN effizient machen, indem es Frequenzen und Übertragungszeiten so verteilt, dass jedes Gerät genug davon bekommt. Denn die unterschiedlichen WLAN-Clients haben verschiedene Anforderungen beim Datentransfer: Der PC und das Notebook brauchen eine hohe Spitzengeschwindigkeit für große Downloads und Backups, Tablet und Smartphone benötigen dauerhaft stabile Verbindungen fürs Streaming, und IoT-Geräte schließlich sollen möglichst stromsparend regelmäßig kleine Datenmengen übertragen. Diese verschiedenen WLAN-Wünsche will 11ax unter einen Hut bringen.

Siehe auch: WLAN-Geschwindigkeit steigern - so geht´s


Der Umstieg auf 11ac oder Wi-Fi 5 passierte bei vielen Nutzern schneller als zuvor bei 11n, weil sie aufgrund der mit Smartphones und Tablets rasch wachsenden Geräteparks dringend auf ein besseres WLAN angewiesen waren. Viele Hersteller hoffen, dass das bei Wi-Fi 6 sogar noch flotter passiert: Denn erst wenn möglichst viele Geräte im WLAN den Standard einsetzen, kommen seine Vorteile zum Tragen. Deshalb finden Sie schon jetzt ein umfassendes Angebot an Routern und Mesh-Systemen, das weiter rasch wachsen wird. Ein Fingerzeig für die hohe Verbreitungsgeschwindigkeit von 11ax: Auch AVM hat schon einen passenden Router angekündigt. Dabei war das Berliner Unternehmen bisher eher nicht unter den Frühstartern bei neuen WLAN-Techniken zu finden, sondern wartete immer erst eine größere Verbreitung ab. Alle Details zur 11ax-Fritzbox lesen Sie im Kasten ganz unten.

Einen günstigen Einstieg in Wi-Fi 6 bieten WLAN-Router mit 2x2-Mimo-Streams.

© Netgear

Wir stellen Ihnen die Vorteile von Wi-Fi 6 vor und erläutern, für wen sich ein Umstieg schon jetzt lohnt. Außerdem bekommen Sie eine Übersicht über die neuen Wi-Fi- 6-Geräte – von Routern über Repeater bis hin zu WLAN-Karten fürs Notebook und passend ausgestatteten Hauptplatinen für den Bau eines PC.

Neue Fritzbox für Wi-Fi 6

Der erste WLAN-Router von AVM mit Wi-Fi 6 ist die Fritzbox 6660 Cable . Sie arbeitet mit 2x2-Mimo-Streams und erreicht so maximal 2,4 GBit/s über 5 GHz und 600 MBit/s über 2,4 GHz. Auch beim LAN-Anschluss setzt sie auf einen neuen Standard: Ein Port unterstützt NBase-T mit 2,5 GBit/s, die vier anderen LAN-Buchsen übertragen mit Gigabit-Tempo. Die Box eignet sich für den Kabelanschluss mit Docsis 3.1 und 3.0. Außerdem bringt sie eine Dect-Basis für bis zu sechs kabellose Telefone sowie einen Anschluss für ein analoges Telefon oder Fax mit.

Debut mit Wi-Fi 6: Die Fritzbox 6660 bringt den neuen WLAN-Standard mit.

© AVM

Diese Vorteile hat Wi-Fi 6

Wenn man sich mit dem neuen WLAN-Standard beschäftigt, muss man sich zunächst an seinen Namen gewöhnen: Statt der technischen Bezeichnung 802.11ax ist jetzt bei den Herstellern und auch in den Menü-Einstellungen die Rede von Wi-Fi 6. Was hinter dieser Umbenennung steckt, erfahren Sie im Kasten auf Seite 67. Auf jeden Fall bezeichnen beide Begriffe ein und denselben Standard.

Natürlich bringt Wi-Fi 6 auch ein Tempoplus fürs WLAN: Die schnellsten Router erreichen eine Bruttodatenrate von 4,8 GBit/s über 5 GHz und 1,2 GBit/s über 2,4 GHz. Anders als bei 11ac lassen sich die Geschwindigkeitsvorteile von Wi-Fi 6 auch über die 2,4-GHz-Frequenz nutzen.

Die maximalen Datenraten unterscheiden sich aber zwischen den beiden Frequenzen, weil die Router für die Übertragung via 5 GHz bis zu 160 MHz breite Kanäle nutzen können, während via 2,4 GHz aufgrund des schmaleren Frequenzbandes höchstens 40-MHz-Kanäle möglich sind.

Netgear versteckt bei seinen Wi-Fi-6-Routern die zahlreichen Antennen in zwei seitlichen Flügeln.

© Netgear

Das höchste Tempo erreichen Router, die acht parallele Datenströme übertragen können. Die meisten Geräte arbeiten aber mit vier Mimo-Streams. Die vielen Streams sind auch nicht für die Datenübertragung zu einem einzelnen WLAN-Gerät gedacht, denn es wird keine PCs, Notebooks oder Smartphones geben mit Platz für die dafür notwendige Anzahl an Antennen. Trotzdem beschleunigt ein Router mit diesen Fähigkeiten das Tempo im WLAN: Per Multi- User-Mimo (MU-Mimo) kann er damit mehr Geräte gleichzeitig bedienen – bei acht Streams zum Beispiel parallel vier WLAN-Clients mit zwei Antennen, mit denen die meisten Notebooks und Smartphones ausgestattet sind. Bei Wi-Fi 6 funktioniert das jetzt in beide Richtungen, bei 11ac nur vom Router zum Client.

Unabhängig von den unterstützten Mimo-Datenströmen arbeitet aber jedes Wi-Fi- 6-Gerät schneller im WLAN als ein vergleichbarer 11ac-Client. Denn mit Wi-Fi 6 erhöht sich auch die mögliche Datenrate für einen einzelnen Stream um rund 40 Prozent, weil sich die Datensignale mit dem neuen Modulationsverfahren 1024 QAM enger packen lassen.

Mit dem Verfahren OFDMA (Orthogonal Frequency Division Multiple Access) kann der Router außerdem das Funkmedium effizienter nutzen und die Ressourcen den Clients passender zuteilen, damit jeder so viel Zeit und Frequenzbereiche bekommt, wie er braucht – aber auch nicht mehr. Darüber hinaus reduziert Wi-Fi 6 das Störpotenzial anderer WLANs: 11ax-Geräte können deren Datenpakete einfach ignorieren. Schließlich zehrt Wi-Fi 6 auch nicht mehr in so hohem Maße an der Akkulaufzeit von Smartphone und anderen Mobilgeräten: Bisher mussten diese WLAN-Clients regelmäßig den Stromsparmodus verlassen, um zu überprüfen, ob eine Datenübertragung für sie bereitsteht. Jetzt können sie mit dem Router einen festen Zeitplan vereinbaren, gemäß dem der Datenaustausch erfolgt.

Multi-Gigabit: Das schnelle Kabel

Mit Wi-Fi 6 werden auch in der Praxis WLAN-Datenraten über 1 GBit/s möglich sein. Damit der GBit-LAN-Anschluss dann nicht zur Bremse wird, unterstützen viele Wi-Fi-6-Router Link Aggregation. Die teureren Modelle kommen außerdem mit einem Multi-Gigabit-Port: Damit lassen sich über Standard-Netzwerkkabel mit Cat5e oder CAT6 Geschwindigkeiten bis zu 5 GBit/s erzielen. Je nach Kabellänge und -qualität reduziert sich das Tempo auf 2,5 oder 1 GBit/s. Dieser Standard nennt sich NBase-T oder 802.3bz. So lassen sich zum Beispiel entsprechende NAS-Systeme wie das Asustor Nimbustor 2 (rund 350 Euro) anschließen.

PCs und Notebooks lassen sich beispielsweise mit einem USB-Typ-C-Adapter wie dem Trendet TUC-ET2G (rund 60 Euro) für das schnelle Kabeltempo aufrüsten.

Nicht jedes Gerät braucht Wi-Fi 6

Damit Ihr Funknetz alle Vorteile von Wi-Fi 6 nutzen kann, müssen die Geräte, die an einer Datenübertragung beteiligt sind, diesen Standard unterstützen. Aber Wi-Fi 6 ist abwärtskompatibel zu den vorherigen Standards, sodass ein neuer Router natürlich auch ältere Geräte bedient. Zudem bringt es dem Funknetz bereits Tempovorteile, wenn nur einige Clients per Wi-Fi 6 übertragen: Zum Beispiel kommen durch das verbesserte MU-Mimo auch Geräte ohne diese Technik beim Datentransfer schneller zum Zug, da die Übertragung an MU-Mimo-Clients rascher beendet wird.

Außerdem arbeiten viele Wi-Fi-6-Router auch mit 11ac schneller: Mit besseren Antennen, einer stärkeren CPU und mehr internem Speicher haben sie stärkere Hardware als die Router der Vorgängergeneration, was den Datenaustausch auch zu älteren Clients beschleunigen kann.

Siehe auch: Macht WLAN Mesh Powerline überflüssig?

Neue WLAN-Router für Wi-Fi 6

Auch in der Praxis können Wi-Fi-6-Router unter guten Bedingungen mehr als 1 GBit/s übers Funknetz übertragen.

© Archer

11ax-Router für den Heimbereich gibt es schon von Asus, Netgear und TP-Link. Andere Hersteller wie D-Link haben auch Produkte angekündigt: Bisher sind diese aber noch nicht in Deutschland oder noch gar nicht erhältlich. AVM wird einen 11ax-Router mit Kabelmodem in den nächsten Wochen auf den Markt bringen.

Derzeit kostet Sie der Einstieg in die Welt von Wi-Fi 6 rund 145 Euro: Dafür bekommen Sie zum Beispiel den Netgear Nighthawk AX4 . Der WLAN-Router überträgt je zwei Mimo-Streams über 5 und 2,4 GHz und eignet sich daher vor allem für kleinere WLANs. Netgear ordnet ihn in die Tempoklasse AX3000 ein, weil er maximal rund 3 GBit/s überträgt, 2,4 GBit über 5 GHz und 600 MBit über die Frequenz 2,4 GHz. Die gleiche Ausstattung bietet der TP-Link Archer AX50.

Ab rund 300 Euro sind Wi-Fi-6-Router mit jeweils vier Mimo-Streams zu haben, wie der Asus RT-AX88U und der Netgear AX8 . Dank der zahlreichen Datenströme können sie auch mehrere MU-Mimo-fähige WLANClients bedienen und kommen deshalb auch für WLANs mit vielen Geräten in Frage. Sie sind der Tempoklasse AX6000 zugeordnet, weil sie maximal rund 4,8 GBit/s über 5 GHz und 1,2 GBit/s über 2,4 GHz übertragen. Einen zusätzlichen Switch können Sie sich bei diesen Routern sparen: Der Asus-Router besitzt acht Gigabit-Anschlüsse, das Netgear-Modell fünf. Beide haben außerdem einen Gigabit-WAN-Port für die Verbindung mit einem Internetmodem. Auch für künftige Internettarife mit mehr als einem Gigabit – zum Beispiel über Kabel – sind die Router grundsätzlich geeignet: Sie unterstützen WAN-Aggregation, wodurch sich der WAN-Port und ein LAN-Port zusammenfassen lassen, um mehr als 1 Gigabit Bandbreite zu liefern. Allerdings gibt es in Deutschland derzeit noch keine passenden Modems zu kaufen.

Fürs Heimnetz beherrschen die Router auch Link Aggregation an den LAN-Ports: So lässt sich zum Beispiel ein passendes NAS, das ebenfalls Link Aggregation beherrscht, im lokalen Netz mit mehr als Gigabit-Tempo verbinden.

Beide Router besitzen vier externe Antennen; beim Netgear-Modell sind sie in zwei Flügeln untergebracht, was den Router auffällig anders aussehen lässt. Mit Open-VPN lassen sich beide Geräte auch als VPN-Server einrichten, über den Sie aus dem Internet sicher auf Ihr Heimnetz zugreifen können.

Der Nighthawk AX12 für rund 380 Euro lohnt sich vor allem, wenn viele Smartphones und Tablets mit MU-Mimo in Ihrem WLAN unterwegs sind. Denn der Netgear-Router arbeitet mit bis zu acht Streams über 5 GHZ und kann dementsprechend gleichzeitig vier MU-Mimo-Clients mit je zwei Antennen bedienen. Sein Gesamttempo liegt aber nicht höher als bei den günstigeren Routern mit vier Mimo-Strömen: Denn wie diese kann auch der AX12 maximal vier Mimo-Streams nutzen, wenn er über 160 MHz breite Funkkanäle überträgt. Nur bei schmaleren Kanälen mit 80 MHz schaltet er auf bis zu acht Streams hoch. Allerdings kann der AX12 seine WLAN-Bandbreite, die im Idealfall die Gigabit-Grenze überschreiten sollte, auch ungebremst per LAN-Kabel weitergeben: Dafür besitzt er einen sogenannten Multi-Gigabit-Anschluss, an dem sich je nach Kabellänge und -qualität ein Übertragungstempo von 5 oder 2,5 Gigabit erreichen lässt. Mehr zum neuen Gigabit-Standard erfahren Sie im Kasten oben.

WLAN-Router mit Wi-Fi 6

Ist Wi-Fi 6 eigentlich schon fertig?

Einige Hersteller weisen in den technischen Daten zu ihren Wi-Fi-6-Geräten darauf hin, dass der 11ax-Standard noch nicht final ist. Das ist an sich richtig: Die endgültige Abstimmung plant die Standardisierungsbehörde IEEE im Januar 2020. Auch das offizielle Zertifizierungsprogramm der Herstellervereinigung Wi-Fi Alliance läuft erst jetzt an.

Das sollte Sie aber nicht am Umstieg auf Wi-Fi 6 hindern, wenn Sie schon jetzt das schnelle Funknetz benötigen. Denn der Standard hat bereits die vierte Entwurfsstufe (Draft 4.0) hinter sich, die von der IEEE im Februar diesen Jahres mit 92 Prozent Zustimmung verabschiedet wurde. Das bedeutet, dass sich zum finalen Standard nur noch minimale Details ändern, die sich – sofern sie überhaupt für WLAN-Produkte im Heimbereich von Bedeutung sind – üblicherweise problemlos mit einem Firmware-Update nachrüsten lassen.

Tri-Band-Router

Vor allem Spieler sollen die optisch auffälligen Wi-Fi-6-Router ansprechen.

© Asus

Auf Anwender mit sehr großen Netzwerken und vor allem Spieler zielen die Tri-Band-Router mit Wi-Fi 6. Die Preise für diese Modelle starten ab rund 400 Euro. Wie die Tri- Band-Router mit 11ac nutzen sie neben der 2,4-GHz-Frequenz zwei unterschiedliche Kanäle über 5 GHz, um drei WLANs aufzubauen. Damit ergibt sich rechnerisch ein Maximaltempo von über 10 GBit/s. Router wie der Asus ROG Rapture GT-AX11000 , der Netgear RAX200 und der TP-Link AX11000 haben jeweils acht externe Antennen sowie fünf beziehungsweise acht (AX11000) Gigabit-Ports plus einen Multi-Gigabit-Port. Asus und TP-Link locken Spieler mit Funktionen wie einer automatischen Optimierung von Spiele-Streams, um Latenzzeiten zu reduzieren, oder einer Übersicht über die jeweils schnellsten Server für ein bestimmtes Spiel.

Tri-Band-Router mit Wi-Fi 6

Mesh-Systeme

Neue WLAN-Mesh-Systeme mit Wi-Fi 6 wie das Zweierpack RT-AX92U von Asus nutzen eine Verbindung über den neuen Standard.

© Asus

Für WLAN-Mesh-Systeme macht der Umstieg auf Wi-Fi 6 sehr viel Sinn. Denn sie können den neuen Standard für die direkte Verbindung (Backhaul) zwischen den einzelnen Mesh-Stationen nutzen. Die WLAN-Endgeräte werden dann wie bisher per 11ac und einer 2x2-Antennenkonfiguration angebunden. Bereits erhältlich ist das Mesh-System AX6100 von Asus für rund 420 Euro mit zwei Stationen. Für den Backhaul stehen bei ihm vier parallele Mimo-Streams mit bis zu 4,8 GBit/s zur Verfügung, WLAN-Clients kommen mit bis zu 866 MBit/s (5 GHz) beziehungsweise maximal 400 MBit/s (2,4 GHz) ins WLAN. Netgear und TP-Link wollen nachziehen: Genaue Details zur Verfügbarkeit und den Preisen eines Orbi-Systems mit Wi-Fi 6 beziehungsweise des Deco X60 sind aber noch nicht bekannt.

Wi-Fi 6-Upgrade für Notebook & PC

Mit einem M.2-Modul wie dem Killer 1650x lässt sich ein Notebook mit Wi-Fi 6 ausstatten.

Auch Ihren PC oder Ihr Notebook können Sie schon auf das Niveau von Wi-Fi 6 bringen. Für den Desktop-Rechner gibt es die PCI-Express-Karte Gigabyte GC-WBAX200 : Die Karte bauen Sie in einen freien Steckplatz ein und verbinden Sie mit der mitgelieferten externen Antenne.

Die Gigabyte-Karte ist baugleich zum Notebook-Modul AX200 von Intel, das auch die Grundlage der Wi-Fi-6-Karte Killer AX1650 für Laptops ist. Daher bieten alle zwei parallele Mimo-Datenströme und erreichen eine Spitzengeschwindigkeit von 2,4 GBit/s über 5 GHz und 600 MBit/s über 2,4 GHz. Die Notebook-Module haben zwei Antennenanschlüsse und finden Platz in einem M.2-2230-Steckplatz. Die Intel-Variante AX201 passt dagegen nur in Notebooks, die Intels Integrated-Connectivity-Technik (CNVi) nutzen: Sie benötigt daher einen entsprechenden Intel-Prozessor mit dieser Technik, zum Beispiel aus der aktuellen Whiskey-Lake-Generation.

Das erste Smartphone mit Wi-Fi 6 ist das Samsung Galaxy S10.

© Samsung

Wer sich einen neuen Spiele-PC auf Basis eines AMD Ryzen 3000 zusammenstellen will, hat eine gute Auswahl an entsprechenden AM4-Hauptplatinen mit Wi-Fi 6. Alle Modelle nutzen dafür das Intel-Modul AX200. Die Preise für die Wi-Fi-6-tauglichen Motherboards variieren je nach der weiteren Ausstattung zwischen rund 300 Euro für das Gigabyte X570 Aorus Ultra und das Asrock X570 Taichi bis zu über 500 Euro für das MSI Prestige X570 Creation und das Asus ROG Crosshair VIII Formula .

Wi-Fi-6-Adapter für PC und Notebook

Notebooks mit Wi-Fi 6

High-End-Notebooks wie das Asus Zenbook Pro Duo sind bereits mit Wi-Fi 6 ausgestattet.

© Asus

WLAN-Module für Wi-Fi 6 finden sich vor allem in hochpreisigen Spiele- und Business-Notebooks. Denn obwohl der Aufpreis für ein Wi-Fi-6-Modul für Notebook-Hersteller nur einige Dollar verglichen mit einem entsprechenden 11ac-Modul beträgt, müssen sie knapp kalkulieren, um mit ihren Preisen konkurrenzfähig zu sein. Bei Spiele-Fans und Profi-Nutzern sehen sie daher die größte Bereitschaft, für die neue Technik im Notebook Geld zu investieren.

Dell und HP statten zum Beispiel einzelne Modelle der Alienware-Serie beziehungsweise der Modellreihe Omen 15 mit dem schnellen Funknetz aus. Einige neue Business-Notebooks wie das Dynabook (vormals Toshiba) Tecra X40-F und das HP Elitebook 700 G6 haben Wi-Fi 6 an Bord. Für das Notebook mit Doppel-Display Zenbook Duo hat Asus ebenfalls eine entsprechende Ausstattung angekündigt. Dell will die Wi-Fi-Karte von Killer in das kommende 2in1- Gerät Dell XPS 13 (9370) einbauen.

Neuer Name für das neue WLAN

11ax heißt jetzt Wi-Fi 6 – und auch ältere WLAN-Standards haben den Namen gewechselt: 11ac-WLAN soll nun als Wi-Fi 5 bezeichnet werden und 11n als Wi-Fi 4. Das hat sich die Wi-Fi Alliance ausgedacht: Die Herstellervereinigung hofft, dass es Anwendern durch die neuen Bezeichnungen leichter fällt, die verschiedenen Standards zu unterscheiden. Die meisten Hersteller fahren in ihren Produktbezeichnungen noch zweigleisig und geben zum Beispiel für aktuelle Geräte sowohl Wi-Fi 6 wie 802.11ax an. In den Einstellungen der meisten Wi-Fi- 6-Geräte finden Sie noch die Bezeichnung 11ax oder ax. Künftig sollen aber auch Router-Menüs und WLAN-Apps Wi-Fi 6 verwenden. Beim ersten Smartphone mit Wi-Fi 6, dem Samsung Galaxy S10 und seinen Modellvarianten, taucht zum Beispiel neben dem WLAN-Symbol in der Statusleiste eine kleine 6 auf, sofern das Phone mit einem 11ax-Netzwerk verbunden ist.