Shroud nutzt schon seit seiner aktiven Zeit als esports-Profi bei Cloud 9 Logitech-Mäuse, jetzt hilft er den Schweizern, ihre Pro-Linie zu verfeinern.

„Schon als ich noch bei Cloud 9 war, habe ich sehr intensiv mit Logitech zusammengearbeitet, einfach weil wir die besten Mäuse brauchten, um diesen Millimeter an Performance-Vorsprung zu haben, der manchmal den Unterschied macht“, erzählt Michael „Shroud“ Grzeskiek. „Auch nach meiner aktiven Karriere als Counter-Strike-Profi war ich eigentlich immer auf Logitech unterwegs und als sie um die Ecke kamen, um eine zusammen zu entwerfen, war ich direkt Game.“ So haben Logitech und Shroud die Pro Line entwickelt. „Ich liebe kabellose Produkte, egal ob Headsets oder Mäuse, weil sie keinen Sound hinterlassen. Wenn ich streame, dann möchte ich nicht das ein Kabel am Headset runterbaumelt und ein Kratzgeräusch hinterlässt. Oder ein Mauskabel auf dem Tisch kratzt, weil ich recht empfindliche Mikrofone benutze. Daher bin ich all-wireless, seit es möglich ist.“

„Ich liebe das Logitech G Pro X Wireless Headset. Ich bin ein Content-Creator, ein Entertainer. Manchmal springe ich vom Sessel auf, weil mir ein besonders geiler Headshot gelungen ist, aus dem Sprung heraus oder so. Diese Freiheit zu haben, ist für mich wirklich großartig. Ich erwische mich auch immer öfter das Headset einfach aufzulassen, wenn ich in der Valorant-Lobby chille und mir aber schnell ein Getränk aus der Küche holen will oder einen Snack.“ Warum spielt Shroud mit Pro-Mäusen und wollte genauso eine entwickeln? „Ich mag es simpel, aufgeräumt, sleek. Die Buttons, die ich brauche, nicht mehr. Und ich brauche diese extremen DPI-Werte, weil ich hart flicke – ich reiße die Maus um 180 Grad rum, mitunter auch mehrmals in einer Rotation. Das ist für Headshot-Serien mitunter wichtig, wenn du einfach Aggressivität in der Performance brauchst.

Shroud arbeitete mit Logitech u.a. an den Switches, weil er bekannt ist für seine Flicks, bei denen er die Maus um 180 Grad rumreißt.

© Logitech

„Spiele ich immer auf 25.000 dpi? Nein. Aber es gibt eben Momente, da brauchst du die. Und ich glaube, es geht sehr vielen Pros so, übrigens auch im esports, in Valorant und CS:GO. Du spielst nicht immer auf der maximalen dpi-Zahl, aber es gibt entscheidende Situationen, oft im 1on1 oder ganz oft im 1 gegen 3, wo deine Instinkte und Reflexe deine mangelnde Mannstärke ausgleichen müssen, und da kickt dann der Hero 25K einfach hart rein. Für mich ist zudem nicht nur Performance wichtig, sondern eben auch Präzision – bei mir sind 70, 80 Prozent meiner Abschüsse Präzisionsschüsse auf hohe Distanz. Und ich schätze, es sind auch diese Kills über extrem weite Distanzen, die mich irgendwie bekannt gemacht haben in der Streamer-Community.“

Wir haben die Logitech G Pro X Superlight übrigens bereits getestet .

Wie designt man eine Pro-Gamer-Maus, wenn man keine Pro-Gamer einfliegen kann?

Die Superlight sollte nicht nur die leichteste, sondern auch robusteste und schnellste Gaming-Maus der Welt werden. Und sie musste während einer Pandemie designt werden.

Doch wie ist die Logitech G Pro X Superlight eigentlich entstanden? So während einer Pandemie, wo man nicht einfach ins Flugzeug steigen und in die Schweiz nach Lausanne fliegen kann, wo Logitechs Mäuse geboren werden. Und rigoros, man möchte fast sagen brutal, gefoltert werden mit allen möglichen kruden Maßnahmen: Die armen Dinger werden erhitzt, weil sie den Transport über den Ozean unbeschadet überstehen müssen. Und tausende Male aus größer Höhe auf diverse Böden fallen lassen, um ihre Stabilität zu prüfen. Etliche tausend G Pro X Superlight fanden hier wohl ihr Ende, bevor die finale Version auf den Markt kam. Um das zu ergründen, sind wir in einem Zoom-Call mit Chris Pate, Portfolio-Manager für die G Pro-Series, gesprungen.

Pro Series heißt für uns, eine Maus zu entwickeln, die sich als Verlängerung des Armes und der Hand anfühlt. Als die Verlängerung des Körpers unserer Athleten. Deshalb arbeiten wir hier mit einem reduzierten Design gegenüber unserer G-Series – keine LED-Lichter, nicht mehr Buttons als nötig, weil wir extremes Leichtgewicht schaffen wollten – die G Pro X Superlight heißt so, weil sie mit 63 Gramm die leichteste der Welt ist.“

Um 25 Prozent konnten Logitechs Ingenieure im Schweizer Hauptquartier in Lausanne das Gewicht reduzieren und mussten dafür wirklich jedes Detail minimalistisch gestalten: Keine RGBs, leichteres Scrollrad, leichtere Base, trotzdem bis zu 70 Stunden Akkulaufzeit dank Lithium-Polymer-Batterie.

© Logitech

Laut Pate gebe es nicht so wahnsinnig viele Möglichkeiten, um Gericht zu reduzieren: „Es gibt Marken, die bohren enorm viele Löcher in die Maus, um sie leichter zu machen, aber du kannst dir vorstellen, dass sich dann der Mausrücken etwas merkwürdig anfühlt. Das wäre nicht Logitech, das wollten wir nicht. Es ändert die Textur, den Körper, es macht vor allem auch die Elektronik sehr leicht angreifbar, sollte mal ein Malheur mit einem Softdrink passieren. Wir mussten also ein paar harte Probleme lösen: Wir entfernten RGB-Lighting, die Seitentasten, verwendeten ein anderes leichteres Material für das Scrollrad, und es war eine ganze Reise für sich, hier trotzdem das gewöhnte Feeling für den Pro einzufangen. Und dann kam plötzlich Corona und wir dachten nur so: Oh, jetzt müssen wir wohl unsere unfertigen Molds und Alpha-Samples an unsere Pros schicken.“ Darunter nicht nur die Twitch-Nr. 1 Shroud, sondern auch etwa Navi-CS-Profi simple, das Team von Astralis, G2 Esports, mYinsanita, bENITA, eine Valorant-Profi-Spielerin vom Team CLG und vielen anderen. Und diesen schickte man Alpha-Molds, quasi eine Art gehärtetes Silikon, damit die Pros schon mal im sehr frühen Stadium das Design von der Ergonomie her ausprobieren und darauf Feedback geben konnten.

Ihr wärt überrascht, wie hart Pro-Gamer ihre Maus benutzen“

Während andere Hersteller wie Steelseries auf Einbohrungen setzen, um Gewicht zu sparen, kam das für Logitech nicht in Frage: „Unsere Pro-Gamer gaben klar das Feedback, dass sie eine sehr widerstandsfähige Maus bevorzugen.“

© Logitech

„Pro-Gamer üben sehr viel mehr Druck auf ihre Maustasten aus und pressen den Körper förmlich auf das Mauspad, was wir bedenken mussten. Unsere Challenge war also, eine Maus zu entwickeln, die nicht nur extrem leicht ist, sondern trotzdem auch extrem widerstandsfähig. Insbesondere wenn unsere Pros den Spray in Valorant oder CS:GO kontrollieren wollen, drücken sie super hart auf die Maustasten. Deshalb haben wir die Oberfläche der Mauspads um 50 Prozent vergrößert, weil einige Pros eben so hart die Maus auf das Pad drücken, dass hier in einigen Fällen Reibung auftreten kann, die stört. Zudem benutzt man jetzt PTFE für die Mausfüße, was für Polytetrafluorethylen steht. Ein linear aufgebautes, teilkristallines Polymer aus Fluor und Kohlenstoff. Umgangssprachlich wird dieser Kunststoff oft unter dem Markennamen Teflon der Firma DuPont bezeichnet. „Es hat bessere Gleitcharakteristiken, also weniger Reibung und damit Widerstand.

Astralis und G2 Esports haben ihre ersten Titel mit der Pro X Superlight gewonnen

Auf dem Schlachtfeld getestet: Weil einige Athleten von G2 esports so gute Erfahrungen im Training mit einem Prototyp der Superlight gemacht hatten, nahmen sie sie direkt mit rein ins Finale der LEC und gewannen damit die League of Legends Europameisterschaft.

© Riot Games

„Natürlich entscheiden unsere Partner selbst, welches Produkt sie gerade verwenden wollen, wir stellen das gesamte Line-Up zur Verfügung. Aber wir bekamen bereits in der Prototypen-Phase super positives Feedback von Astralis und sie haben tatsächlich die Superlight in der 12. ESL Pro League Season eingesetzt und damit das Finale gewonnen, was uns zeigte, dass wir auf dem richtigen Weg waren.“ In der Tat war die Superlight bereits im Einsatz in Turnieren, bevor sie überhaupt auf den Markt kam, wodurch Logitechs Ingenieure viele Daten und Analysen ziehen konnten. G2 Esports gewann mit der Superlight gar die League of Legends Europameisterschaft.