Windows 10 per USB-Stick installieren - so geht's

Peter-Uwe Lechner, Panagiotis Kolokythas |
Mit entsprechenden Tipps und Tools lässt sich Windows 10 auch von einem speziell dafür vorbereiteten USB-Speichermedium aus installieren.

Sie wollen Windows Installieren, besitzen aber am Notebook oder Desktop-PC gar kein internes DVD-Laufwerk und haben auch kein externes Laufwerk zum Anschluss an den USB-Port zur Verfügung? Danach bleibt im Normalfall nur der Weg über einen USB-Stick. Der wird zuerst bootfähig gemacht und dann wird das Windows-Setup vom Originaldatenträger übertragen. So vorbereitet, lässt sich etwa das Notebook booten und Sie installieren Windows anschließend wie gewohnt.

USB-Setup-Stick erstellen: Tools für Windows 10

Weil viele Notebooks und Mini-PCs gar nicht mehr über ein DVD-Laufwerk verfügen, spielen Sie das neue Windows-Betriebssystem einfach vom USB-Stick auf. Dazu stellt Microsoft entsprechende Programme bereit.

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Mit dem Media Creation Tool für Windows 10 lässt sich ein Setup-Stick für das neue Betriebssystem erstellen. Die notwendigen Dateien werden aus dem Internet geladen.

Windows 10: Für Windows 10 hat Microsoft das Media Creation Tool aktualisiert . Mit diesem Tool können Sie ganz einfach einen Windows 10 Boot Stick erstellen und dann davon Windows 10 installieren. Das Tool lädt dabei immer die aktuelle Version von Windows 10 herunter und wird damit zwei Mal im Jahr mit Erscheinen der großen Windows-10-Updates (etwa Windows 10 Oktober 2018 Update oder Windows 10 April 2019 Update) aktualisiert.

Die Bedienung und die Funktionen entsprechen denen früherer Ausgaben. Sie wählen die gewünschte Sprache, Systemarchitektur (32 oder 64 Bit) und Version aus. Praktisch dabei ist, dass Sie beim Erstellen des Installationsmediums Zusatzsoftware wegschalten können, die bei zukünftigen Installationen dann nicht mehr mitinstalliert wird. Im folgenden Schritt entscheiden Sie sich für die Option „USB-Speicherstick“ und fahren fort. Danach wird Windows 10 von Microsoft heruntergeladen und auf den Stick übertragen. Das kann etwas dauern – haben Sie Geduld. Ist der Vorgang abgeschlossen, lässt sich ein Rechner mit dem Stick booten und Sie können Windows 10 wie gewohnt installieren.

Einen Windows-Setup-Stick mit der Freeware Rufus anfertigen

Als einfachere Alternative können Sie mit dem Gratis-Programm Rufus arbeiten, das sich ohne Installation laden lässt. Starten Sie Rufus mit einem Doppelklick auf die EXE-Programmdatei. Auf der Bedienoberfläche des deutschsprachigen Tools wählen Sie zuerst im oberen Bereich das Laufwerk mit dem eingesteckten USB-Stick aus, darunter beim Partitionsschema die Option „GPT Partitionierungsschema für Uefi-Computer“ und als Dateisystem „FAT32“. Die übrigen Einstellungen übernehmen Sie ohne Änderung und binden über die kleine Schaltfläche hinter dem Eintrag „ISO-Abbild“ die ISO-Datei des gewünschten Windows-Systems ein. Klicken Sie nun auf „Start“ und „OK“, um den USB-Stick für das Windows-Setup vorzubereiten. Dieser Vorgang dauert einige Zeit, abhängig von der Geschwindigkeit des Sticks. Dann können Sie mit der Windows-Installation fortfahren.

Tipp: FAT32 erlaubt Dateigrößen bis maximal 4GB. Gerade wenn Sie einen Windows-Setup-Stick mit allen Updates erstellen , kann es vorkommen, dass die Datei install.wim größer als 4GB wird, und somit nicht auf einen FAT32-Stick kopiert werden kann. Um dennoch einen Installationsstick für den UEFI-Modus zu erzeugen, brauchen Sie in Summe zwei Sticks. Den einen formatieren Sie wie für Rufus beschrieben mit FAT32 im GPT Partitionsschema. In Rufus laden Sie dann eine ISO-Datei, aus der Sie zuvor die install.wim entfernt haben. So eine Datei bekommen Sie zum Beispiel, wenn Sie Ihre Setup-Dateien mit einem Tool wie NTLite bearbeiten, und nach dem Entladen des Images - aber vor dem Erstellen des ISOs - die Datei install.wim aus dem Verzeichnis "sources" auf einen anderen Stick verschieben. Dieser Stick muss zuvor natürlich mit NTFS formatiert werden, und die Datei sollte dort auch in einem neuen Ordner "sources" landen.

Zum Installieren booten Sie den PC dann vom FAT32-Stick und starten das Windows-Setup. Kurz darauf erscheint eine Fehlermeldung. Stecken Sie dann den NTFS-Stick mit der install.wim ein, und fahren fort.

Sicherheit für USB-Sticks: Was Sie wissen müssen

Rechner vom USB-Stick booten: Bios-Einstellungen anpassen

Stecken Sie jetzt den USB-Stick am Rechner oder am Notebook ein und booten Sie neu. Für den Fall, dass die Windows-Installation beim Einschalten des Rechners nicht automatisch startet, müssen Sie die Startreihenfolge im Bios ändern. Oft wird standardmäßig von der festeingebauten Festplatte gestartet und andere Medien wie DVD und USB-Stick werden nicht angesprochen. Drücken Sie also während des Startvorgangs die auf dem Bildschirm angezeigte Taste (meist Entf, Esc, F2 oder F10). Im Bios/Uefi suchen Sie danach das Menü „Boot“ (oder ähnlich lautend). Dort verschieben Sie nun den Eintrag für den USB-Stick über die auf dem Bildschirm angezeigten Tasten an die erste Stelle. Als Nächstes speichern Sie die Einstellungen und starten den Rechner neu. Einige PCs bieten auch ein Menü, über das Sie das Bootlaufwerk auswählen können. Sie erreichen es kurz nach dem Einschalten des Rechners meist über die Tasten F8, F10 oder F12.

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Damit der Rechner vom USB-Stick bootet, muss dies vom Bios unterstützt werden. Die entsprechenden Einstellungen nehmen Sie nach einem PC-Neustart vor.

Windows per USB-Stick auf Festplatte oder SSD installieren

Wir installieren in unserem Beispiel Windows 10 auf einem Samsung-Notebook ohne DVD-Laufwerk. Das Booten vom USB-Stick ist entsprechend eingerichtet. Nach dem Starten des Rechners vom Windows-Bootstick erscheint der Installationsassistent. Bestätigen Sie zuerst die Spracheinstellungen und gehen Sie daraufhin auf die Schaltfläche „Jetzt installieren“. Nun wird das eigentliche Setup gestartet.

Geben Sie bei der Neuinstallation einen gültigen Lizenzschlüssel ein. Bestätigen Sie den Microsoft-Lizenzvertrag und wählen Sie aus, wie Sie Windows auf Ihrem Computer installieren wollen. Für eine Neuinstallation klicken Sie jetzt auf die Option „Benutzerdefiniert: nur Windows installieren (...)“. Windows legt automatisch ein mögliches Installationslaufwerk fest. Falls verfügbar, können Sie ein anderes wählen. Nach einem Klick auf „Weiter“ beginnt die Installation, die einige Zeit dauert. Im Anschluss daran startet der PC neu. Windows ist nunmehr betriebsbereit eingerichtet. Zum Abschluss der Installation fordert Windows Sie auf, noch ein paar Anpassungen der Einstellungen vorzunehmen – und schon ist Windows startklar.

Windows mit Spezialtools anpassen

Es gibt einige Tools, die auf die Anpassung von Windows-Installationsmedien spezialisiert sind. Besonders einfach lässt sich NTlite benutzen. Das Tool ermöglicht die Integration von Updates und Treibern sowie einige Anpassungen der Windows-Konfiguration. Die Free-Version von NTlite ist für die private Nutzung kostenlos. Für 45 US-Dollar können Sie die Home-Version über www.ntlite.com erwerben, die zusätzlich mehr Windows-Komponenten für eine schlankere Installation entfernen kann und mehr Optionen bei der Integration von Gerätetreibern und Programmen bietet.

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Mit NTlite lassen sich angepasste Windows-Installationsmedien erstellen, die etwa Tools und Treiber integrieren.

Das kostenlose Wintoolkit leistet Ähnliches, die Benutzeroberfläche ist jedoch etwas unübersichtlich, und die Funktionen sind bisher nur mit Windows 7 und 8 ausführlich getestet.

Ratgeber: Mit diesen 10 Tipps passen Sie Windows 10 optimal an