Bad Company ist der große Liebling der Battlefield-Community: Massive Zerstörung traf hier auf Gag-Salven im Singleplayer. Und die Chancen für Bad Company 3 dieses Jahr stehen gut.

Kommt Battlefield: Bad Company 3 2020 und wird ein Launch-Titel für die Playstation 5 und Xbox Series X? Das ist nicht so unwahrscheinlich, wie es scheint. Am 18. Dezember 2018 postete ein anonymer User einige Informationen über die Playstation 5. Er sagte, er sei ein Entwickler eines Third-Party-Studios, welches bereits Informationen über die technischen Spezifikationen der PS5 erhalten habe. Viele dachten damals: Das ist nur einer, der sich wichtig machen möchte. Heute wissen wir: Er hatte recht, alle Spezifikationen, die er nennt, haben sich als 100 Prozent korrekt erwiesen. Wer auch immer er sein mag, er hatte ganz offensichtlich Zugriff auf Insider-Informationen und diese nennen auch eine Liste von Spielen, die zum Launch der PS5 erscheinen sollen: Gran Turismo 7, PUBG 2, Ghost of Tsushima, Harry Potter, Battlefield: Bad Company 3. Boom. Erwartet uns auf dem Digital Showcase von EA im Juni die Weltpremiere zu Battlefield: Bad Company 3? Wir nennen Gründe, warum genau das Sinn ergibt. 

1.) Bad Company 2 war absolut fantastisch und bot revolutionär gute Zerstörung

Nicht Battlefield 5, sondern Bad Company 2 hat bis heute die beste Zerstörungstechnologie, die sich zudem taktisch nutzen ließ.

© DICE

Bad Company war einfach ein Erlebnis: C4 an die Wand gepappt, aufs Knöpfchen gedrückt, schon konnte man wundervoll dem Feind in die Flanke fallen. Wer keine Lust auf Handarbeit hatte, konnte auch einfach mit dem Granatwerfer draufhalten. Oder mit dem Panzer ins Haus reinfahren, wie ja später dann wieder in Battlefield 5. Es war eine Zeit, in der Entwicklerteams extrem viel Wert auf cineastische Zerstörungsengines legten, die das Gameplay stets variabel hielten. Erinnern Sie sich an das erste Crysis? Dort ließ sich alles zerlegen, von der Bambushütte bis zum Wachturm, so großartig war die Physik-Engine. Und auch in Bad Company 1 und 2 ließ sich wirklich alles strategisch zerlegen. Wie ein SWAT-Team konnten wir C5 an Wänden anbringen, sprengen, stürmen. Machte ein Sniper Ärger, wurde dem Camper kurzerhand per Raketenwerfer das Untergeschoss weggebombt, das Obergeschoss stürzte dann auch ein, zumindest wenn es uns gelang, die tragenden Wände zu treffen. 

Gerne mal das Video des Youtubers PoeticWhisper anschauen: Die Zerstörungsengine von Bad Company war sehr viel detaillierter als bei BF4. Es war zum Beispiel möglich, komplette Häuserwände mit mehreren gut platzierten Schüssen aus dem M320 Grenade Launcher einzureißen, um dem Feind bei einer Flagge die Deckung zu nehmen. Auch Dächer ließen sich einschießen - anschließend Granate rein, das war es mit dem Camper. Auch ließen sich auf offenem Feld durch Explosionen Gräben schaffen, als schnelle Art der Deckung. Ein Feature, welches BF4 zurückfuhr, Battlefield 1 dann aber wieder erbte. Und aus dem Helikopter ließen sich ganze Wälder Platt machen, um dem Feind die Möglichkeit eines Überraschungsangriffs zu nehmen. „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“, würde Hannibal sagen. 

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2.) Bad Company war ein großartiger Singleplayer-Shooter

Bad Company war im Grunde wie die RED-Reihe mit Bruce Willis: Markante Charaktere, markige Sprüche, viele Gags. Mehr Action-Comedy als Kriegsdrama.

© DICE

EA hat die meisten seiner Singleplayer-Marken gekillt, zuletzt Medal of Honor. Und bei Battlefield 5 waren War Stories auch nur eine Kleinigkeit – ehe man einen Bezug zu einem Charakter aufgebaut hatte, war die Mini-Kampagne dieser Figur auch schon wieder vorbei. Bad Company hatte vor allem Charme, Charakter und ohne Ende Gags: „Joa, da war dieser neue Sprengstoff, den ich gerne ausprobieren wollte. Dabei ist der Hangar in die Luft geflogen und ein paar von unseren F16s. Fand mein Commander nicht so gut, deshalb bin ich hier“, erzählt Haggard. Hier ballern nicht irgendwelche muskelbepackten Stereotypen durch die Gegend, die fast schon Richtung Superheld ohne Cape gehen. Sondern echt schräge Typen. Das Team besteht aus dem Abschaum der US-Army: Wir spielen den Gefreiten Preston Marlowe, der im Übrigen großartig von der Superman-Synchronstimme Christopher Reeves, Hans Jürgen Dittberner, gesprochen wird.

Ihm zur Seite stehen Private George Gordon Haggard, Private Terrance Sweetwater und Sergeant Samuel Redford. Die vier bilden die Bad Company, eine Art Auffangbecken für Einsatz-Versager und moralisch fragwürdige Zeitgenossen. Das Oberkommando übergibt ihnen immer nur die schmutzigen Jobs, weil ihre Hintern entbehrlich sind. Einstimmiger Redaktionsliebling ist Blackrider, der Helikopterpilot der Bad Company. Ein begnadeter Flieger, der den schwerfälligen UH-61-Black-Hawk wie einen Jet navigiert und immer einen coolen Spruch auf den Lippen hat: "Mensch, können wir diesen Terroristen nicht mal ein paar vernünftige Raketenwerfer schenken? Mit den Bazookas treffen die doch nichts, da kann ich euch gar nicht zeigen, was meine Süße hier so alles draufhat." Witzig auch, dass Blackrider Pazifist ist und ständig Angst um sein Karma hat. Deshalb müssen immer wieder wir ans Bord-MG und beispielsweise ein Rebellenlager im Dschungel auseinandernehmen. Blackrider hat zwar Raketen am Helikopter, die schießt er aber nicht ab. Weil Karma und so.

3.) EA hat keine Singleplayer-Shooter mehr im Portfolio und mit Story-getriebenen Spielen wird richtig viel Geld verdient

EA hat in den letzten Jahren viele Studios gekillt, etwa das von Medal of Honor. Und durch Jedi Fallen Order entdeckt man gerade wieder, wie lukrativ Singleplayer sein kann.

© EA

EAs Management wurde laut eigenen Aussagen überrascht vom gewaltigen Erfolg von Star Wars: Jedi Fallen Order. Das Singleplayer-Abenteuer hat bereits jetzt 10 Millionen Einheiten verkauft, 3 Mio. mehr als Battlefield 5. Das ist gerade deshalb bemerkenswert, weil Singleplayer-Titel nach Launch keine großartigen Investments mehr benötigen, aber munter weiter durchverkaufen. Während ein BF5 EA nach Launch noch Millionen kostete, weil bei DICE ein großes Team an permanenten Patches arbeitete, erhält Jedi Fallen Order jetzt noch einen Story-DLC. Auch der lässt sich gut budgetieren. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass EA lieber einen schnellen Goldesel wie Bad Company 3 mit klarem Singleplayer-Fokus ins Rennen schicken wird gegen das nächste Call of Duty und sich lieber Zeit lässt mit dem Risikofaktor Battefield 6.

Das größte Problem von BF5 war, dass der Shooter weit unter Erwartungen verkaufte und sehr viel teurer im Support war, als geplant. Zudem verdiente EA mit kosmetischen Items nicht in der Größenordnung, die man sich erhofft hatte und weil Karten kostenfrei waren, verdiente man auch mit War in the Pacific nichts. Bei Battlefield 3 und Battlefield 4 war es für DICE leicht, etliche Millionen mit DLC-Verkäufen in die Geldspeicher zu pumpen. Eine wichtige Einnahmequelle, die durch den Live-Service-Gedanken versiegte. Auch dürfte EAs CEO Sonys Erfolgs-Strategie verfolgen: Die Japaner verdienen seit vielen Jahren das große Geld mit Story fokussierten Singleplayer-Erlebnissen:

  • Uncharted 4 (15 Mio. Einheiten)

  • Spider-Man (13,2 Mio. Einheiten)

  • God of War (10 Mio. Einheiten)

Selbst kleinere Titel wie Detroit: Become Human verkauften mit 4 Mio. Einheiten ordentlich. Wichtig ist dabei nicht der Umsatz, sondern der Gewinn. God of War 3 kostete 44 Mio. US-Dollar, das genaue Budget des letzten GoW kennen wir nicht, aber selbst wenn wir 100 Mio. rechnen plus 50 Mio. Marketing-Budget, bleibt da bei 700 Millionen US-Dollar Umsatz ein hübscher Gewinn.

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4.) EA braucht ein Next-Gen-Showcase

Traditionell zahlen Sony und Microsoft viel Geld für zeitliche Exklusivität. Ein Deal zum Launch für die PS5 wäre sehr lukrativ für EA.

© Sony

Der Launch der Playstation 5 und Xbox Series X wird in erster Linie ein Kräftemessen: Wer macht den extremeren Grafik-Sprung nach vorne. Wir erinnern uns an Ryse: Son of Rome von Crytek, welches leider spielerisch eher durchschnittlich war, aber technisch absolut atemberaubend. Mit welcher Wucht die Landung am Strand inszeniert wurde und wie die Crysis-Macher diese Gewalt der ikonischen Landung am Omaha Beach, die wir alle kennen, auf das Römerzeitalter und die Antike umgemünzt haben, das war einfach fantastisch. Sony hat das mit Killzone: Shadow Fall gekontert, was ebenfalls unglaublich gut aussah. Darum wird’s gehen im November: Hier muss jeder Publisher zeigen, was seine Engine-Teams draufhaben und EA braucht ein Next-Gen-Showcase. Das könnte ein neues Need for Speed sein, wobei es dafür eigentlich noch zu früh wäre - Need for Speed Heat erschien erst im November 2019. Möglich wäre, dass Criterion ein neues NFS abliefert. 

Zum Start einer neuen Konsolen-Ära dreht sich alles um die größten Grafikmuskeln. Beim Kampf Xbox One gegen PS4 traten etwa Ryse: Son of Rome und Killzone Shadow Fall in den Ring.

Ansonsten sieht es relativ dünn aus, was EAs Studios angeht: Respawn Entertainment hat erst mit Jedi: Fallen Order abgeliefert und ein großer Teil des Studios arbeitet an APEX Legends – unwahrscheinlich also, dass Respawn bereits im November wieder einen Release bringen kann. Kehrt vielleicht Medal of Honor zurück? Medal of Honor Warfighter war stark und recht authentisch für einen Kriegsshooter, verkaufte sich aber unter Erwartung und EA schloss das Studio Danger Close. Genau dieser Druck zum Next-Gen-Launch abzuliefern, spricht für Bad Company 3. Für Next-Gen setzen Studios in der Regel auf Singleplayer, weil Einzelspieler-Kampagnen dafür gemacht sind, grafisch die Muskeln spielen zu lassen: Wir erinnern uns an die Kampagnen von Battlefield 3 und Battlefield 4, die wunderschön waren – mit extrem scharfen Texturen, tollem Global Lighting und die neue Technologie des Physical Based Renderings damals herrlich einsetzten. BF4 sah im Singleplayer signifikant besser aus als im Multiplayer, weshalb darauf auch im Marketing der volle Fokus lag, und es erschien im Launch-Fenster der Playstation 4. Da EA jedoch Battlefield 6 respektive Battlefield 2030, wie es laut diverser Gerüchte wohl heißen soll, für 2021 angekündigt hat, kann die Lösung für 2020 eigentlich nur lauten: Bad Company 3 mit einer Kampagne, die Call of Duty aus den Latschen haut. 

5.) EA hat Call-of-Duty-Legende Vince Zampella die Leitung von DICE LA übertragen 

Vince Zampella hat im Januar die Leitung von DICE Los Angeles übernommen. Als Singleplayer-Experte hat er Call of Duty: Modern Warfare 1+2 sowie Titanfall 2 verantwortet.

Das ist weniger ein Grund, mehr ein starkes Indiz für die Wiederbelebung einer großen Shooter-Franchise: Vince Zampella leitet mittlerweile DICE Los Angeles. Zampella wurde weltberühmt wurde durch Call of Duty: Modern Warfare und Modern Warfare 2. Es kam jedoch zum Streit um Milllionen mit Activision. Er gründete mit Respawn Entertainment ein eigenes Studio, entwickelte dort mit seinem Team Titanfall, Titanfall 2, Star Wars: Jedi Fallen Order und die neue Cash-Cow APEX Legends. Das Spiel hat letztes Jahr 1 Milliarde US-Dollar Umsatz gemacht. Am 6. Januar hat Zampella die Studioleitung von DICE LA übernommen, was dafür spricht, dass dort ein enorm wichtiger Titel entstehen muss. DICE LA war bislang lediglich ein Support-Studio, welches an Battlefield 5 und Battlefront 2 mitarbeitete. Und hier wird’s spannend: DICE LA besteht aus Shooter-Veteranen von Danger Close, die vorher an Medal of Honor: Warfighter gearbeitet haben. 

Medal of Honor war zwar kein großer Erfolg, weil der Marke die Strahlkraft fehlte und gerade dem amerikanischen Publikum die Kritik am Irakkrieg und dem Vorgehen der US-Armee missfiel. Ein eher auf Gags und wilde Sprüche ausgerichtetes Bad Company 3 mit Deluxe-Zerstörung dürfte aber einschlagen wie eine Bombe…