Dell UltraSharp U3223QE

Der Dell Ultrasharp U3223QE sieht aus wie alle bisherigen Ultrasharp-Monitore. Aber dieser hat einen Trumpf im Ärmel: Er ist einer der ersten Monitore, die die neue IPS-Black-Panel-Technologie von LG verwenden. IPS-Black ist eine neue Ausprägung der IPS-Panel-Technologie. Sie verspricht, den Kontrast zu erhöhen, indem der tiefste, dunkelste Schwarzton, den das Panel erreichen kann, verringert wird. 

  • Bewertung des Experten: 4 von 5 Punkten

  • Vorteile: IPS-Black-Panel hält seine Versprechen, Farbtreue mit großer Farbskala, hohe Helligkeit in SDR, USB-C-Hub mit 90 Watt Leistung

  • Nachteile: Ränder des Displays sind merklich hell, HDR-Leistung enttäuscht, nur ein 60Hz-Panel

  • UVP: 1285,20 Euro

  • Kurzfazit: Der Dell UltraSharp U3223QE nutzt die IPS-Black-Technologie von LG, um ein erstklassiges, professionelles 31,5-Zoll-4K-Display mit einem integrierten USB-C-Hub zu liefern.

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Design

Der Dell Ultrasharp U3223QE hat ein einfaches silbergraues Kunststoffgehäuse, das sich robust anfühlt, aber keinen Schnickschnack bietet. Sogar die strukturierte Oberfläche, die bei einigen weniger teuren Dell-Monitoren zu finden ist, fehlt. Auf der Vorderseite finden Sie an vier Seiten schmale Rahmen. Der untere Rahmen ist so schmal, dass kein Platz mehr für das Dell-Logo ist, daher wurde es an den Standfuß verlegt. 

Die Liste der Anschlüsse am Monitor ist lang. Allerdings sind die Anschlüsse in der Praxis – wie bei anderen Modellen auch – nicht einfach zugänglich.

© Matt Smith / Foundry

Der U3223QE steht auf einem stabilen rechteckigen Sockel. Er ist schlicht, aber kompakt, was ein Vorteil ist. Konkurrenten wie LG und Samsung verwenden oft einen breiteren Standfuß. Ein solcher sieht zwar stabiler aus, ist aber in der Praxis nicht besser und verbraucht Platz auf dem Schreibtisch, den man vielleicht lieber anderweitig nutzen würde. Der einfache, aber effektive Standfuß von Dell ist die bessere Wahl.  

Der Ständer lässt sich in der Höhe verstellen, neigen und schwenken - Funktionen, die Kunden bei diesem Preis erwarten. Es gibt jedoch noch einen Bonus: Er kann um 90 Grad gedreht werden, um ihn im Hochformat zu verwenden. Das ist für einen 32-Zoll-Monitor selten, da die meisten Ständer nicht hoch genug sind, um dies zu ermöglichen.

Der Ständer ist einfach gehalten, bietet aber Flexibilität in Höhe, Neigung und Drehung sowie die Möglichkeit, ihn für den Hochformatmodus um 90 Grad zu drehen.

© Matt Smith / Foundry

Funktionen und Menü

Sie steuern den Dell Ultrasharp U3223QE mit einem Joystick im unteren rechten Viertel der Rückseite des Monitors. Wir haben ihn leicht gefunden, auch wenn er für manche Nutzer zu schwer zu erreichen sein könnte. Die Einschalttaste befindet sich in der Nähe, aber Dell unterscheidet sie durch eine konkave Oberfläche vom Joystick. Dadurch wird verhindert, dass man versehentlich die Einschalttaste statt des Joysticks drückt.

Das Bildschirmmenü ist einfach und logisch gruppiert. Die Joystick-Steuerung fühlt sich beim Scrollen durch die Optionen intuitiv an. Dell hat einen klaren Vorteil gegenüber Konkurrenten wie Viewsonic und LG, die zu undurchsichtigeren Menü-Gruppierungen neigen. BenQ ist die einzige Marke, die Dell den Rang abläuft. Einige BenQ-Monitore, darunter die DesignVue-Monitore, die direkt mit dem Ultrasharp von Dell konkurrieren, haben eine Fernbedienung im Lieferumfang.  

Die Menüoptionen sind umfangreich und richten sich eindeutig an anspruchsvollere Besitzer. Der U3223QE bietet drei voreingestellte Farbraummodi (sRGB, Rec.709 und DCI-P3) sowie eine gesunde Dosis an Gamma-, Farbtemperatur- und Farbtoneinstellungen. Diese Funktionen sind mehr als ausreichend für alle, außer für die anspruchsvollsten Profis.  

Der Dell Ultrasharp U3223QE ist ein USB-C-Hub-Monitor, der in Sachen Konnektivität keine halben Sachen macht. Natürlich gibt es HDMI und DisplayPort, außerdem USB-C mit DisplayPort Alternate Mode und 90 Watt Power Delivery. Der Monitor unterstützt auch DisplayPort MST und hat einen DisplayPort-Ausgang, sodass Sie eine Verbindung zu weiteren DisplayPort-Monitoren herstellen können.

Aber halt, da ist noch mehr! Der Monitor verfügt auch über einen zweiten USB-C-Upstream-Anschluss, der USB 3.2 Gen 1 unterstützt und bis zu 65 Watt Leistung liefert - etwa um ein zweites USB-C-Gerät nur für Daten anzuschließen. Außerdem gibt es einen USB-C-Downstream-Anschluss für die Weiterleitung von Daten und insgesamt fünf USB-A-Anschlüsse, die USB 3.2 Gen 2-Geschwindigkeiten unterstützen.  

Der U3223QE verfügt auch über einen Ethernet-Anschluss. Er unterstützt Gigabit-Ethernet-Geschwindigkeiten und verfügt sogar über eine LED-Leuchte, die anzeigt, ob ein angeschlossenes Gerät mit einer Geschwindigkeit von 1 Gbit/s oder 100 Mbit/s arbeitet.

Der Dell U3223QE ist vollgepackt mit Funktionen. Aber es fehlt eine Sache, die Kunden vielleicht erwarten: Lautsprecher. Dell neigt dazu, sie bei einer Vielzahl von Monitoren auszuschließen. Das ist in Ordnung, da Monitorlautsprecher in der Regel schlecht sind, aber Käufer sollten dies vor dem Kauf wissen.

Bildqualität

Gut, kommen wir zum Kern des Tests. Der USB-C-Hub ist hervorragend, aber das entscheidende Merkmal dieses Monitors ist das IPS-Black-Panel. Dells U2723QE und U3223QE sind die ersten, die diese Technologie auf den Markt bringen.  

Der erste Test betrifft die Helligkeit. Das ist allerdings nicht der Bereich, den IPS Black verbessern will. Aber der U3223QE schneidet trotzdem gut ab. Er erreicht eine maximale anhaltende SDR-Helligkeit von 449 nits. Das ist ein hervorragendes Ergebnis für SDR und einer der höchsten Werte, die wir bei einem Monitor mit herkömmlicher LED-Hintergrundbeleuchtung beobachtet haben.

Einzeltest Dell U3223QE - Brightness-Graph

© Matt Smith / Foundry

Natürlich ist der Kontrast der Test, auf den Monitor-Enthusiasten gewartet haben, und das ist eine gute Nachricht. IPS-Black hält, was es verspricht. Der Monitor erreicht ein maximales Kontrastverhältnis von 2190:1. Das ist ungefähr das Doppelte dessen, was die besten herkömmlichen IPS-Desktop-Monitore bieten können.

Wir haben eine minimale Luminanz von 0,9 nits bei 50 Prozent der maximalen Helligkeit des Monitors gemessen. Die meisten herkömmlichen IPS-Panel-Monitore zeigen unter ähnlichen Bedingungen eine Luminanz zwischen 0,16 bis 0,28. Einfach ausgedrückt: Das IPS-Black-Panel kann einen tieferen und überzeugenderen Schwarzton erzielen als bisherige IPS-Panels im Test.

Einzeltest Dell U3223QE - ContrastRatio-Graph

© Matt Smith / Foundry

Ein weiterer Pluspunkt für den Dell Ultrasharp U3223QE ist der Farbraum, also die maximale Bandbreite an Farben, die ein Monitor darstellen kann. Er liefert bis zu 99 Prozent des DCI-P3-, bis zu 89 Prozent des Adobe-RGB- sowie 100 Prozent des sRGB-Farbraums. Diese Werte sind für jeden Monitor außergewöhnlich. Der U3223QE übertrifft die meisten seiner IPS-Konkurrenten und ist den OLED-Monitoren dicht auf den Fersen.  

Einzeltest Dell U3223QE - ColorGamut-Graph

© Matt Smith / Foundry

Wir schließen die Diagramme mit der Farbgenauigkeit ab. Auch hier erringt der U3223QE wieder einmal einen soliden Sieg. Der Monitor hatte einen durchschnittlichen Farbfehler von 1,01, was ein großartiges (wenn auch nicht außergewöhnliches) Ergebnis ist. Der U3223QE übertrifft die Konkurrenz nicht, aber die große Mehrheit der Besitzer wird die Farbleistung des Monitors attraktiv finden.

Wie bereits erwähnt, verfügt der U3223QE über voreingestellte Farbmodi für die Farbskalen sRGB, Rec.709 und DCI-P3. Rec.709 ist kein Farbraum, den wir testen, aber die sRGB- und DCI-P3-Modi waren genau und lagen innerhalb des erwarteten Farb- und Luminanzbereichs. Der DCI-P3-Modus war mit einem durchschnittlichen Farbfehler von 0,83 der genaueste von allen.  

Einzeltest Dell U3223QE - AverageColorError-Graph

© Matt Smith / Foundry

Es gibt nur eine große Schwäche: die Gleichmäßigkeit der Leuchtdichte. Trotz aller Stärken handelt es sich immer noch um ein LED-Panel mit Kantenbeleuchtung. Das bedeutet: Die Ränder des Displays in dunklen Szenen sind deutlich heller als die Mitte. Unser Testgerät wies auch ein paar kleine Helligkeitsfehler auf, ein typisches Problem bei IPS-Monitoren.  

Das IPS-Black-Panel scheint diese Flecken zu dämpfen und weniger störend zu machen, aber sie sind immer noch da. Dies ist ein Bereich, in dem Mini-LED- und OLED-Alternativen das U3223QE in den Schatten stellen dürften.

Der Dell Ultrasharp U3223QE ist ein exzellentes Gerät, wenn man die Zahlen betrachtet. Aber auch subjektiv ist er ein fantastisches Erlebnis, und zwar sofort nach dem Auspacken. Die Kombination aus einer großen Farbskala, präzisen Farben und einem überdurchschnittlichen Kontrast sorgt für ein üppiges, lebendiges Erlebnis mit einem wunderbaren Gefühl von Tiefe. Füttern Sie ihn mit hochwertigen Inhalten, wie unkomprimiertes 4K - und Sie werden begeistert sein.

HDR-Qualität

Okay, der Dell U3223QE ist ein hervorragender SDR-Monitor. Aber HDR? Vergessen Sie's. Ja, der Monitor kann eine hervorragende maximale Helligkeit von 507 nits erreichen. Und ja, er verfügt über den Farbumfang, um HDR-Inhalten zusätzlichen Schwung zu verleihen. Der zusätzliche Kontrast des IPS-Black-Panels sollte theoretisch auch hilfreich sein.  

Das ist nicht genug. Die Hintergrundbeleuchtung des U3223QE ist zwar hell, kann aber Schwankungen in der Leuchtdichte nicht gut genug ausgleichen, um HDR hervorzuheben. Selbst bei hellen Szenen sieht es manchmal weniger attraktiv aus als SDR.

Wir haben auch ein merkwürdiges Verhalten der Hintergrundbeleuchtung des U3223QE festgestellt. Bei einem hellen Vollbild schien die Helligkeit merklich anzusteigen, um sich dann über mehrere Sekunden wieder zu beruhigen. Das war störend und führte auch dazu, dass unser SpyderX bei HDR-Tests große Farbfehler meldete.  

Kaufen Sie diesen Monitor nicht für HDR. Wer großartiges (oder auch nur anständiges) HDR will, muss zu einem teureren Mini-LED-Monitor wie dem Asus ROG Swift PG32UQX ( hier geht es zum ausführlichen EInzel-Test ) oder dem Viewsonic XG321UG ( hier geht es zum ausführlichen EInzel-Test ) greifen.  

Leistung bei Bewegtbildern

Der Dell Ultrasharp U3223QE ist nicht für Spiele gedacht und arbeitet deswegen mit der Standard-Bildwiederholfrequenz von 60 Hz. Schnelle Bewegungen sehen gut aus und Spiele, die eine konstante Bildwiederholrate von 60 Bildern pro Sekunde erreichen, fühlen sich flüssig genug an. Aber es ist kein Vergleich zu einem 144-Hz-Monitor, geschweige denn 240 Hz und mehr. Auch die Adaptive Sync-Unterstützung fehlt.

Wenn Sie jedoch eher atmosphärische Spiele oder Titel mit begrenzten schnellen Bewegungen bevorzugen, ist der U3223QE eine gute Wahl. Die außergewöhnlichen Farben, der gute Kontrast und die scharfe 4K-Auflösung des Monitors eignen sich gut für Strategietitel wie Civilization VI oder Open-World-Spiele wie Assassin's Creed Odyssey.  

Fazit

Der Dell Ultrasharp U3223QE ist ein großartiges Debüt für die IPS-Black-Technologie. Sie verspricht einen verbesserten Schwarzwert und Kontrast, und genau das hält sie auch. Außerdem behält der Monitor die großartige Farbleistung bei, für die High-End-IPS-Panel-Monitore bekannt sind, und bietet als Bonbon eine gestochen scharfe 4K-Auflösung.  

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Aber der U3223QE hat noch mehr zu bieten als das Panel. Er ist auch ein fantastischer Business-, Produktivitäts- und Profi-Monitor, der mit Optionen für die Bildqualität und einer Fülle von Anschlussmöglichkeiten ausgestattet ist. Sie können einen High-End-Laptop über USB-C anschließen und erhalten sofortigen Zugriff auf fünf weitere USB-A-Anschlüsse, DisplayPort-Out und Ethernet.  

Die schwache HDR-Leistung und das Fehlen jeglicher auf Spiele ausgerichteter Funktionen bremsen den Monitor etwas aus. Gamer werden einen Gaming-spezifischen Monitor kaufen wollen. Wenn Sie jedoch nur gelegentlich spielen oder sich nicht allzu sehr um die Klarheit der Bewegungen sorgen, wird der U3223QE gut funktionieren.