Mac-formatierte Speicher in Windows 10 auslesen

Generell harmonieren Mac-OS-Rechner und Windows-PCs recht gut miteinander: Viele Dateiformate und -typen funktionieren auf beiden Systemen. Ein Mac-OS-Rechner kann seit der Betriebssystemversion „OS X Leopard“ mit dem NTFS-Datensystem umgehen. Es besteht sogar die Möglichkeit, die Datenträger in den ebenfalls kompatiblen Formaten exFAT und FAT32 zu konvertieren.

Doch in Sachen Festplatten kann es durchaus schwierig werden, wenn Sie Mac-Datenträger auf einem Windows-System auslesen möchten. Denn in der Regel sind diese Speicher in Apple-spezifische Formate partitioniert wie HFS+ oder APFS. Beide werden nicht nativ von Windows unterstützt.

Die gute Nachricht: Es existieren zahlreiche Programme, um das Lesen und Schreiben auf den Apple-formatierten Festplatten zu ermöglichen – etwa Paragon mit „APFS for Windows“ und „HFS+ für Windows“. Die Tools sind jedoch kostenpflichtig (49,95 und 19,95 Euro). Gratis geht es nur, wenn die Festplatten im etwas älteren HFS-Format vorliegen. Hierfür gibt es ein kostenloses Tool namens HFS Explorer. Damit lassen sich die Formate HFS, HFS+ und HFSX auslesen.

Um die Festplatte eines Mac-OS-Rechners unter Windows auszulesen, benötigen Sie oft spezielle Tools.

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Nach dem Download des Programms sollten Sie besonders darauf achten, den Windows-Installer zu nutzen. Während des Vorgangs belassen Sie einfach alle Optionen auf der standardmäßigen Auswahl. Nach der Installation verbinden Sie die Mac-Festplatte per USB mit dem Windows-PC und starten dann erst den HFS Explorer. Falls eine Meldung kommt, dass DLL-Dateien fehlen, können Sie sie ignorieren. Wählen Sie die entsprechende Festplatte, indem Sie oben links auf „File“ klicken und dann aus dem Dropdown „Load file system from device“ wählen. Definieren Sie dann das richtige Speichermedium. Das kann etwas knifflig sein, wenn das Medium in mehrere Partitionen aufgeteilt ist.

Sobald Sie den korrekten Eintrag gewählt haben, listet Ihnen das Tool die Dateien auf der rechten Seite auf – ähnlich wie beim Windows-Explorer. Möchten Sie nun bestimmte Ordner oder Dateien auf Ihren Windows-PC kopieren, müssen Sie sie markieren und auf die obere Schaltfläche „Extract“ klicken.

Das Programm fragt Sie nach einem Speicherort, den Sie frei wählen können. Allerdings können Sie innerhalb dieses Vorgangs keine neuen Ordner anlegen. Erstellen Sie also vorher ein Verzeichnis. Danach beginnt HFS Explorer, die Dateien in den gewünschten Zielordner zu entpacken. Sie sind wie gewohnt nutzbar.

Tipp: HFSExplorer und Co. – Von Windows auf Apple-Partitionen und iPods zugreifen