Stresstest für die Grafikkarte – so geht’s mit Furmark

Es gibt viele Programme, mit denen Sie Ihre Grafikkarte unter Windows testen können. Wenn Sie beispielsweise den Grafikchip übertakten wollen, sind Tools wie etwa Heaven Benchmark oder 3DMark empfehlenswert. Der Vorteil: Deren Ergebnisse bekommen Sie als Punkte, die sich so leicht vergleichen lassen. Furmark ähnelt diesen Programmen zwar, ist aber eigentlich eher ein Stresstest als ein Benchmark-Tool. Der Unterschied: Furmark beansprucht vor allem den Grafikprozessor und saugt hierfür auch ordentlich Energie aus der Steckdose. Aus diesem Grund bietet Furmark Ihnen eine gute Möglichkeit, um zu testen, unter welchen Einstellungen Ihre Grafikkarte stabil bleibt.

Falls Sie bereits vermuten sollten, dass Ihre GPU fehlerhaft ist, testen Sie diese einfach in Furmark. Dadurch erhalten Sie schnell Gewissheit. Das Tool ist auch gut darin, die Temperaturen Ihres Grafikprozessors zu überprüfen. Es liefert Hinweise, ob Sie die Kühlung Ihres Rechners verbessern müssen. Denn Furmark wird die GPU an ihre Grenzen bringen – damit Sie sicher sein können, dass sie auch wirklich stabil läuft. Beachten Sie, dass die Software lediglich auf Englisch verfügbar ist.

Furmark bietet viele Einstellungen, um den Grafikchip zu testen. Für den einfachen Benchmark müssen Sie nicht viel voreinstellen, sondern nur die korrekte Desktop- Auflösung wählen.

Wenn Sie das Programm nach der Installation zum ersten Mal starten, sehen Sie die verschiedenen Einstellungen. Für einen Stresstest zwischendurch müssen Sie allerdings gar nicht viel verstellen – bis auf eine Sache: Klicken Sie links unten auf „Settings“ und setzen Sie nun bitte einen Haken bei „GPU temperature alarm“. Zudem ändern Sie den Wert auf 95 Grad Celsius oder niedriger. Sobald dieser Wert während der Tests erreicht wird, gibt Furmark eine entsprechende Warnung aus und Sie können den Testlauf beenden.

Um einen Standardstresstest durchzuführen, der auf der Auflösung basiert, mit der Sie normalerweise spielen, klicken Sie einfach auf die entsprechende Schaltfläche unter „GPU benchmarks“: „Preset: 1080 (FHD)“ steht dabei für die Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel), „Preset: 1440 (QHD)“ für 2560 x 1440 Pixel und so weiter. Nach dem Start erscheint auf Ihrem Bildschirm ein riesiger Donut, der mit einem Fell bedeckt ist und sich konstant bewegt. Der Stresstest erhöht langsam die Leistungsaufnahme Ihres Grafikprozessors. Parallel dazu sehen Sie, wie die GPU-Temperatur ansteigt. Als allgemeine Regel gilt: Wenn Sie den Furmark-Stresstest 30 Minuten lang ohne Probleme durchführen können, dann schafft Ihre Grafikkarte die gewünschte Leistung. Behalten Sie außerdem die obere linke Ecke im Auge. Dort wird die aktuelle Auslastung des Grafikchips angezeigt, die bei hundert Prozent liegen sollte.

Der Fellring im Stresstool Furmark ist unscheinbar, bringt aber jede GPU an ihre Grenzen und testet, wie gut die Kühlung von PCs respektive der Grafikkarte ist.

Während der Stresstest läuft, gibt es ein paar verräterische Anzeichen dafür, dass Ihr Grafikprozessor Probleme haben könnte. So ist das erste und offensichtlichste Anzeichen für Hardwareprobleme, dass Furmark abstürzt oder sogar Ihren kompletten Computer zum Absturz bringt. Für den Fall, dass sich dies bei mehreren Durchläufen des Stresstests wiederholen sollte, könnte es auf Defekte entweder beim Grafikprozessor oder auch beim Netzteil hinweisen.

Zu den subtileren Hinweisen auf GPU-Probleme gehören visuelle Artefakte sowie Störungen auf dem Bildschirm während des Tests. Wenn Ihr (nicht übertakteter) Grafikprozessor während eines Stresstests mehr als 90 Grad Celsius erreicht, sollten Sie Ihre Kühlung verbessern – entweder durch einen neuen Kühler für die Grafikkarte, eine bessere Lüfteranordnung in Ihrem Gehäuse oder ein anderes PC-Gehäuse mit besserer Kühlung. Aber keine Angst, Furmark kann Ihre GPU nicht irreparabel beschädigen. Integrierte Sicherheitsmechanismen sorgen dafür, dass sich der Chip automatisch heruntertaktet oder sich sogar abschaltet, wenn er beispielsweise zu heiß wird.

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